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Erschossener Boxer: Kannte Stefan Raaff seinen Mörder?

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Profiboxer Stefan Raaff ist mit sechs Schüssen erschossen worden. Das Bild zeigt ihn bei der Vorbereitung auf den WM-Kampf in Köln, der am 15.Dezember 2007 stattfand.  Foto: Frank Kreidler
Der Angeklagte Nasser A. muss sich derzeit vor dem Landgericht in Köln wegen Mordes verantworten. Er soll den früheren Boxweltmeister Stefan Raaff erschossen haben. Der Angeklagte und Raaff kannten sich vermutlich.  Von
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Frechen / Köln

Der einstige Boxweltmeister Stefan Raaff, der im Dezember 2012 in Frechen-Königsdorf auf offener Straße erschossen wurde, und der angeklagte Nasser A., der sich wegen Mordes vor der 5. Großen Strafkammer des Kölner Landgerichts verantworten muss, kannten sich offensichtlich. Das zumindest ergab die gestrige Zeugenvernehmung. Der Angeklagte, der die Tat bestreitet, wird sich nach Angaben seiner Anwälte weder zur Person noch zur Sache äußern. Wie der 20-jährige Zeuge am Nachmittag erläuterte, war der 47-jährige Nasser A. in dem Frechener Kampfsportzentrum Kunde, in dem der verstorbene Stefan Raaff Trainingsstunden gab. Er soll den Angeklagten unterrichtet haben, soll aber auch zu Gesprächen mit ihm vor die Tür gegangen sein. Zu den Inhalten konnte der junge Man nichts sagen.

Zuvor waren zahlreiche Anlieger der Dürerstraße in Frechen-Königsdorf gehört worden, Fast alle hatten an diesem Abend des 10. Dezember Schüsse gehört, diese jedoch zunächst für Vorboten von Silvesterknallern gehalten. Ein Nachbar will nach den Schüssen durch das geöffnete Fenster ein Röcheln gehört haben. Als er die Jalousien öffnete, habe er eine Person in Richtung Feld „gemütlich weggehen sehen“. Sofort habe er die Polizei gerufen und sei nach draußen gerannt, wo der den angeschossenen, röchelnden Stefan Raaff habe liegen sehen.

Zu Beginn des Verhandlungstags wurde ein 42-jähriger Ermittlungsbeamter gehört, der im Dezember selbst vor Ort war und später sämtliche Erkenntnisse der Kollegen und der übrigen Behörden zusammenstellte. Dabei habe sich herausgestellt, dass Nasser A. Stefan Raaff im September 2012 angezeigt habe, weil dieser sich offenbar bedroht fühlte. In der damaligen Anzeige hatte A. Raaff beschuldigt, eine intime Beziehung zur geschiedenen Frau des Angeklagten zu haben. „Wie ein Maulwurf hat sich Raaff in mein Leben eingegraben“, so A.’s damalige Erläuterungen im Anzeigentext. Schließlich soll A. körperliche Gewalt angedroht worden sein, falls dieser sich um das Sorgerecht seines Sohnes bemühen würde, soll es in der Anzeige heißen. Erstmals sei dort auch auf möglichen Drogenkonsum Raaffs hingewiesen worden.

Hinweise auf Drogen

Raaff war wegen Einfuhrschmuggels von Betäubungsmitteln in Schweden aufgefallen und vorbestraft. Der Ermittlungsbeamte berichtete von Erkenntnissen, dass Raaff auch Angst vor dem Angeklagten gehabt haben soll. So habe er einem Zeugen von A. erzählt, der sich „in seiner Ehre verletzt“ sehe. Einem Drogenberater soll Raaff zuvor erzählt haben, A. sei sein „Opium-Händler“. Der Prozess wird Donnerstag fortgesetzt.

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