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Frechener Töpfermarkt: 126 Keramiker zeigen ihre Werke

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Der Frechener Töpfermarkt lockte zahlreiche Besucher an. Foto: Alexa Jansen
Besonders skurrile Kunstwerke kamen beim Töpfermarkt gut an. 126 Keramiker aus dem In- und Ausland präsentierten am Wochenende in Frechen ihre Werke. Die Veranstaltung ist als drittgrößter Töpfermarkt in Deutschland bekannt.  Von
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„Sie beißen nicht! Bitte in die Hand nehmen!“ – mit britischem Humor hatte der Keramiker John Townsend aus Hampshire in England ein Schild an seinem Stand auf dem Töpfermarkt rund ums Rathaus gestaltet. Was der Künstler als handzahm anpries, waren filigran gestaltete Teekannen mit romantischen Motiven, die viele Besucher zum Schwärmen brachten. Zum ersten Mal zeigte Townsend seine Werke in Frechen und fand mit den ungewöhnlichen Kannen-Objekten gleich viele neue Anhänger. Besonders eine Kanne in der Form einer fliegenden Gans, auf der eine kleine Figur reitet – Nils Holgerson lässt grüßen –, wurde bewundert.

126 Keramiker aus dem In- und Ausland präsentierten am Wochenende ihre Arbeiten auf dem 38. Töpfermarkt, und bereits am Samstagmittag strömten viele Interessenten über den Markt, der als drittgrößter Töpfermarkt in Deutschland bekannt ist. Immer wieder freuten sich die Besucher, vertraute Gesichter bei den Keramikern zu entdecken – zahlreiche der Aussteller kommen schon seit vielen Jahren nach Frechen und haben mittlerweile eine kleine Fangemeinde. Aber auch die 19 Teilnehmer, die zum ersten Mal vertreten waren, konnten sich über kaufwillige Interessenten freuen.

Sorgfältig ausgewählt

Allen voran Stephen Dillon, der an seinem Stand figürliche Arbeiten zeigte. „Das ist doch der von dem Plakat“, war immer wieder in der Sichtweite seines Standes zu hören. Eine Arbeit des Künstlers, ein Figurenpaar, schmückte in diesem Jahr das Veranstaltungsplakat des Marktes. Zum ersten Mal seit 38 Jahren hatten die Organisatoren, Gudrun Schmidt-Esters und Christine Otto vom Keramion, Zentrum für moderne und historische Keramik, ein Werk ausgewählt, um damit für den Markt zu werben. Sorgfältig hatte die Fachjury aus mehr als 300 Bewerbern die Teilnehmer ausgewählt: Die ganze Bandbreite des keramischen Schaffens war an den Ständen zu finden. Zarte Porzellantassen neben mächtigen Tierskulpturen, abstrakte Wandobjekte neben figürlichen Skulpturen, künstlerische Schalen neben robusten Eierbechern sowie Musikinstrumente, Schmuck und Geschirr.

„Die Keramiker fühlen sich in Frechen immer sehr wohl“, sagte Christine Otto. Dazu trage nicht nur das Publikum bei, sondern auch die fast familiäre Atmosphäre auf dem Markt und das Rahmenprogramm. So empfing Bürgermeister Hans-Willi Meier die Aussteller am Samstagabend zum Töpfertreff im Rathaus, bei dem es in der Rathauskantine als Willkommensgruß ein gemeinsames Abendessen gab. Und am Sonntagmorgen, bereits ab sieben Uhr, durften die Aussteller bei der Freiwilligen Feuerwehr zu Gast sein: Dort wurde ein Frühstück ausgerichtet und die Keramiker hatten die Gelegenheit, in den Waschräumen zu duschen und sich für den Tag zu rüsten.

„Viele von ihnen, fast die Hälfte, müssen in ihren Autos übernachten, und sind für das Angebot sehr dankbar“, so Otto.

Die Strapazen, die die Aussteller auf sich nehmen, um ihre Waren anzubieten, schienen sich zu lohnen. Viele der Besucher trugen sorgsam eingewickelte Pakete und Tüten vorsichtig mit sich, sie hatten ein Lieblingsstück ergattert.

„Ich komme immer wieder nach Frechen, um meine Tassensammlung zu komplettieren“, erzählte Birgit Meiners aus Kerpen, die mit ihrer Tochter unterwegs war. Auf ein größeres Objekt für den Garten hatten es Wilfried und Margit Obladen aus Köln abgesehen: „Wir lieben Keramik, das Material ist so warm und lebendig.“

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