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Wanderungen rund um Köln: 16 wunderschöne Ziele in der Wahner Heide

Der Ginster blüht in der Wahner Heide.

Der Ginster blüht in der Wahner Heide.

Foto:

Troisdorf.de

Pionierbecken

Drei Pionierbecken gibt es in der Wahner Heide, der Name suggeriert militärische Übungsgebiete der belgischen Streitkräfte. Aber es sind allesamt Kiesgruben. Hier wurde der Kies der Rheinablagerungen abgebaggert und für Bauzwecke abtransportiert. Das Pionierbecken 2 wurde in den 60er und 70er Jahren ausgebeutet, ohne dass eine Genehmigung für den kommerziellen Kiesabbau vorlag. Übungen der Pioniereinheiten haben hier dagegen nie stattgefunden. Interessant ist heute das Pionierbecken 3, direkt gegenüber der jetzt stillgelegten Militärgleise. Hier brüten seltene Wasservogelarten wie der Graureiher, im Juni und Juli blüht zahlreich die gelbe Seekanne.

Panzerverladerampe

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Restteile der Panzerverladestation

Foto:

Sven von Loga

Die längste Zeit ihrer Geschichte war die Wahner Heide Militärgelände. Nach den preußischen Militärs kamen nach dem Zweiten Weltkrieg die Belgier und gruben mit ihren Panzern den Boden um. Überall in der Wahner Heide finden sich Relikte des Truppenübungsplatzes: Im Norden die einstige Panzerverladerampe, wo die schweren Fahrzeuge auf Zügen angeliefert oder abtransportiert wurden. Rundherum wie auch an vielen anderen Orten finden sich mächtige Betonblöcke als Panzersperren.

Gut Leidenhausen

Gut Leidenhausen im Winter Hennes

Gut Leidenhausen in der Wahner Heide

Foto:

Hennes

Im Haus des Waldes erfährt man alles über den Wald, die Waldgeschichte, über Bäume, Baumarten, Baumentwicklung in der Erdgeschichte. Extrem interessant ist auch die Greifvogelstation, in der kranke und verletzte Vögel gepflegt und aufgezogen werden. Zudem werden Besucher hier mit vielen Informationen über alle heimischen Greifvogelarten versorgt.
www.gut-leidenhausen.de

Heidezentrum Turmhof

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Foto:

Sven von Loga

Der Turmhof ist das Portal in die Wahner Heide. Von hier starten zahlreiche Führungen und Exkursionen für Erwachsene und Kinder zu Fauna und Flora. Wer will, kann sich dabei  über Insektenkunde, Orchideen und Schmetterlinge informieren, über Zoologie, Bodenkunde und Botanik für Fortgeschrittene – oder aber eine Abenteuer-Rallye mitmachen. Im Hofladen gibt es Heidehonig und Fleisch von Glanrindern und Ziegen.
www.turmhof.net

Bambi

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Seit vielen Jahren kultiges Ausflugslokal am Rande der Heide in Rösrath-Brand. Superdicke Koteletts , köstliche Bratwürste,  nichts für Vegetarier. Herrlich, dort in der Sonne zu sitzen. 500 Meter entfernt: die Wasserbüffelweiden auf der Brander Wiese.
www.wahnerheide.net/gastronomie.php

Highlights in der Wahner Heide II

Geisterbusch

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Östlich der Panzerstraße schließt sich der Geisterbusch an, eine flache Weidelandschaft mit vielen Wegen kreuz und quer. Vor allem Kinder lieben den Geisterbusch: Auf den eingezäunten Weiden tummeln sich rote Glanrinder sowie Esel- und Ziegenherden. Sie sind nicht immer zu finden, denn ihre Weiden sind groß – da ist schon mal eine Radtour rundherum notwendig, bis man die Tiere sichtet. Und manchmal interessieren sie sich gar nicht für die menschlichen Besucher. Auch diese Herden verbeißen die Vegetation, die hier nicht gedeihen soll, und dienen so dem Erhalt der Heidelandschaft. Sitzt man an einem sonnigen Tag länger an einem ruhigen Fleck, ist es gut möglich, dass sich eine Eidechse hervorwagt und vielleicht sogar auf den Schuh klettert. Nördlich des Telegraphenberges in der Senke, über der man  die startenden und landenden Flugzeuge beobachten kann, gibt es noch großräumige Heidelandschaften mit Heidekraut.

Schöne Sonnenaufgänge

Hier sind die Sonnenaufgänge besonders reizvoll, weil dieser Teil der Heide von der leuchtend aufgehenden Sonne in warme Rot- und Gelbtöne getaucht wird.  Die sandigen Hügel aus weichem, hellen Sand hier sind eiszeitliche Binnendünen. Zum Ende der letzten Eiszeit vor etwa 10 000 Jahren wurden sie aufgeweht. Diese Sande sind ausgesprochen nährstoffarm und trocken, viel wächst daher  nicht. Neben dem typischen Heidekraut gedeiht aber großflächig Silbergras, das mit Raureif oder Morgentau in der Sonne märchenhaft wirkt.

Herfeldmoor

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Der Herfeldmoor ist einer der schönsten Orte in der Wahner Heide.

Foto:

Sven von Loga

Vom Geisterbusch nach Süden dem Wanderweg folgend erreicht man das Herfeldmoor, eine wirkliche Sumpflandschaft, die immer voll Wasser steht. Typische Sumpfgräser wachsen hier, ebenso Birken und Erlen. Im Sommer ist die Gegend ganz besonders schön, dann blühen überall gelbe Lilien. Auch dieses Sumpfgebiet ist keineswegs natürlichen Ursprungs: der dort entlangfließende Sandbach wurde durch einen Damm aufgestaut, den das preußische Militär angelegt hatte. Erst danach konnte dieser geheimnisvolle Auenwald entstehen.

Querwindbahn

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Foto:

Svent von Loga

Nur ein bisschen weiter des Weges Richtung Süden öffnet sich eine weite Wiese. Hier wird das Gras gemäht, lange Lampenreihen stehen da. Die Einflugschneise der Querwindbahn ist in vieler Hinsicht ein faszinierender Ort. Nach Norden hin geht der Blick über die scheinbar endlosen Gräser des Herfeldmoores zum Waldrand.

Sumpfpflanzen

Hier wachsen Sumpfpflanzen wie Rohrkolben und Wollgras direkt am Wegesrand, in den vielen Pfützen ist gerade jetzt in der Osterzeit eine Unmenge an Frosch- und Krötenlaich zu sehen, was auch bedeutet, das in absehbarer Zeit viele Kröten unterwegs sein werden. Am meisten jedoch beeindrucken die landenden Jets. Da sitzt man gemütlich  neben den Leuchtfeuern der Einflugschneise, am Horizont taucht ein kleiner Leuchtpunkt auf, der  immer größer wird, und  nur Momente später donnert ein riesiger Flieger wenige Meter über unsere Köpfe hinweg, um kurz danach aufzusetzen.

Flugzeuge im Anflug

Es gibt nur wenige Stellen, an denen sich so etwas beobachten lässt. Imposant ist es, aber keinesfalls idyllisch ruhig. Am Zaun zum Flughafengelände treffen sich auch regelmäßig „Plane-Spotter“, die mit dicken Objektiven auf besondere Flugzeuge warten. Allerdings schaden die Entwässerungsmaßnahmen in der Einflugschneise leider dem Moor.

Infozentrum Wahner Heide

wahner heide neumann

Wenn die Heide im Sommer und Frühherbst in der Wahner Heide blüht, leuchtet es schon von weitem ganz lila.

Foto:

Roland U. Neumann

Das Infozentrum bietet im alten Fachwerkhaus mit 1000 qm Heidegarten alles zu Flora und Fauna der Wahner Heide sowie einen Bücherladen. Regelmäßig starten von hier geführte Heidewanderungen.
www.wahnerheide.net

Sanddünen

Wahner Heide Ziegen Guido Wagner

Thomas Stumpf ist mit seinen Ziegen in der Wahner Heide unterwegs. In der Wahner Heide ist Weidefest.

Foto:

Guido Wagner

Nördlich des Telegraphenberges in der Senke, über der man  die startenden und landenden Flugzeuge beobachten kann, gibt es noch großräumige Heidelandschaften mit Heidekraut. Hier sind die Sonnenaufgänge besonders reizvoll, weil dieser Teil der Heide von der leuchtend aufgehenden Sonne in warme Rot- und Gelbtöne getaucht wird. 

Eiszeitliche Binnendünen

Die sandigen Hügel aus weichem, hellen Sand hier sind eiszeitliche Binnendünen. Zum Ende der letzten Eiszeit vor etwa 10 000 Jahren wurden sie aufgeweht. Diese Sande sind ausgesprochen nährstoffarm und trocken, viel wächst daher  nicht. Neben dem typischen Heidekraut gedeiht aber großflächig Silbergras, das mit Raureif oder Morgentau in der Sonne märchenhaft wirkt.

Durch diese Dünen zieht regelmäßig eine Schaf- oder Ziegenherde, die die aufkommenden Baumtriebe verbeißt, so das die Heidelandschaft nicht zuwachsen kann. Denn die Heide ist eine vom Menschen gemachte Kulturlandschaft, keine natürlich gewachsene Wildnis. Sie muss gepflegt werden, sonst würden Bäume wachsen – und das Gebiet wäre bald bewaldet.

Highlights in der Wahner Heide III

Gespaltener Baum

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Foto:

Sven von Loga

Nördlich des Ravensberges auf der großen Wiese am Stellweg liegt ein seltsam geformter großer Baum. Einst muss ein Blitz  eingeschlagen und ihn gespalten haben – heute ist er ein geradezu idealer Platz für Pause und Picknick, neben einer großen Wiese zum Spielen in der Sonne.

Telegraphenberg

Wahner Heide Krantz Telegrafenberg Herbst

Der Blick vom Telegrafenberg auf die Wahner Heide.

Foto:

Dieter Krantz

Einer der höchsten Punkte der Wahner Heide (134 m) mit wunderbarem Ausblick auf die eiszeitlichen Sanddünen unten im Tal und große, mit Calluna-Heidekraut bestandene Flächen, die insbesondere im Spätsommer reizvoll und violett blühen. Das ist schließlich der Anblick, den sich die meisten unter Heidelandschaft vorstellen: Heidekraut auf Sandboden, wie in der Lüneburger Heide, mittendrin am besten noch eine Herde Heidschnucken.

Heidelandschaft

Einige Wege und Pfade führen durch die Heidekrautlandschaft hindurch und manchmal nähert sich auch noch ein Militärlaster auf Übungsfahrt. Von oben, vom Funkturm, reicht der Blick bis zur Landebahn, von rechts nähern sich die Flugzeuge im Landeanflug, sind bald unterhalb unseres Standortes und setzen auf.

Heidekönig

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Foto:

Sven von Loga

Idealer Startpunkt für viele Wanderungen in der südlichen Wahner Heide bei Troisdorf ist der Waldgasthof „Heidekönig“, daneben das Restaurant „Forsthaus Telegraph“. Mitten im Wald gelegen, mit großem Parkplatz, ist es nach der Wandertour ein herrlicher Platz für Bier und Flammkuchen.
www.der-heidekoenig.de

Eremitage

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Überreste der Eremitage in der Wahner Heide

Foto:

Sven von Loga

Den Ravensberg erreicht  man wandernd vom Telegraphenberg aus, indem man dort dem Weg mit dem Widderkopf folgt. Plötzlich zweigt der Ringelsteinweg nach rechts ab und führt  auf einem kleinen Pfad zur Eremitage. Ein verwunschener Ort, große alte Eichen schaffen eine nahezu mystische Atmosphäre. Einst stand hier eine Franziskanerklause, 1670 wurde sie erbaut, ein paar Mönche lebten hier einsam im Wald. Als Fundament für ihr Gebäude diente eine mächtige Quarzitplatte – der Ringelstein. Nur diese Platte ist neben zwei Bildstöcken von der Klause erhalten geblieben. Bereits vor 200 000 Jahren kamen Menschen an diese Stelle, um aus dem Quarzit Waffen und Werkzeuge zu schlagen. Es sind die ältesten Spuren von Menschen im Heidegebiet.

Leyenweiher

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Zu Fuß vom Ravensberg nach Westen, die alte Panzerstraße überquerend, erreicht man den Wegweisern folgend den Leyenweiher. Ein wahrlich verträumter kleiner See im schattigen Wald, unendliche Mengen von Seerosen wachsen und blühen, auf den kleinen Inseln im See nisten Fischreiher.

Eine Idylle wie aus dem Bilderbuch. 1845 wurde dieses Gewässer als Stauteich des Leyenbaches angelegt, 15 Libellenarten leben hier ebenso wie amerikanische Schmuckschildkröten. Diese gehören hier nun wirklich nicht hin, wurden aber eben ausgesetzt und sind heimisch geworden. Rund um den Weiher führen Wege und an etlichen Stellen gibt es Plätze zum Sitzen und verträumt über den Teich Schauen.

Burg Wissem

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Burg Wissem beherbergt das einzige Museum für Bilderhochkunst und Jugendbuchillustration in Europa.

Foto:

Wikimedia|Anne Lindemann

Wikimedialink cc 3.0

Informationszentrum, Wildgehege, Spielplatz und Bilderbuchmuseum – hier lässt sich gut Zeit verbringen. Auch, um Informationen über die Heide zu sammeln und so vorbereitet auf eine schöne Tour zu gehen.
www.troisdorf.de

Entdeckungsreise in die Wahner Heide

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So leuchtend schön kann die Wahner Heide sein.

Foto:

Photocase - 2008 detlott

Die Wahner Heide liegt nur wenige Kilometer vor den Toren Kölns. Und doch ist ein Ausflug hierher eine Entdeckungsreise, die tief hinein führt in die Geschichte der Region.

In geologischen Zeiträumen betrachtet, ist es noch gar nicht so lange her, dass der Rhein bis zu 30 km breit über das Gebiet floss, auf dem heute die Stadt Köln liegt. Rheinschotter finden sich rechtsrheinisch weit im Königsforst bei Forsbach und linksrheinisch bis hinter Kerpen und Niederaußem.

Wahner Heide liegt auf Sanden und Kiesen

Vor 10000 Jahren endete die letzte Eiszeit, eine ganze Zeit später wurde Köln gebaut – auf den ganz jungen Rheinablagerungen der Niederterrasse, die sich während dieser Eiszeit gebildet hatten. Die Wahner Heide hingegen liegt auf den Sanden und Kiesen der Mittelterrasse, die der Rhein während des Eiszeitalters Pleistozän in den vergangenen 800 000 Jahre abgelagert hat.

Kieselsteine sind Zeitzeugen

Der Rhein war seinerzeit kein reißender Strom, sondern ein breites, verwildertes Flussgebiet aus Sandbänken, zwischen denen flache Wasserrinnen mäandrierten. Im nördlichen und westlichen Gebiet der Wahner Heide zwischen Rath und Porz-Wahn sieht man das noch gut: Dort liegen die Ablagerungen der Mittelterrasse an der Erdoberfläche, nur durch eine Humusschicht bedeckt.

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Foto:

Sven von Loga

Die Kieselsteine, die hier überall hervorschauen, wurden nicht etwa vom Forstamt zur Befestigung der Wege hergebracht – es sind Rheinablagerungen. Im südöstlichen Heidegebiet zwischen Troisdorf und Rösrath sind diese Ablagerungen durch eiszeitliche Flugsande und Dünen bedeckt. Damals war es kalt, die Landschaft vegetationsarm. Der Frost zerbröselte das oberflächliche Gestein, starke Winde wehten feine Sande aus weit entfernten Gebieten im Süden hierher und lagerten sie am Rande des Bergischen Landes ab.

Wandern zwischen eiszeitlichen Dünensanden

Zwischen Telegraphenberg und Altenrath wandert man in diesen eiszeitlichen Flug- und Dünensanden. Hier kommen auch geologisch noch ältere Schichten an die Oberfläche: Die Kölner Schichten sind Meeressande, die die Nordsee vor 25 Millionen Jahren hinterließ, als sie bis Bonn vorstieß. Verkieselung durch im Wasser gelöstes Siliziumdioxid ließ darin den Quarzit der Wahner Heide entstehen.

Biotop für seltene Arten

Sande und Kiese sind ein armseliger Boden, der wenig Nährstoffe bietet. Aber daraus erwuchsen besondere Lebensräume: über 700 Tier- und Pflanzenarten, die auf der roten Liste der gefährdeten Arten stehen, wurden in der Heide beobachtet. Und doch zerstören die Menschen seit Jahrhunderten diese Gebiete.

Heidelandschaft

Gemeint sind damit nicht die Hirten, die ihre Ziegen, Schafe, Schweine und Rinder bis Anfang des 20. Jahrhunderts in die Wahner Heide trieben, beispielsweise in den alten Hudewald am Geisterbusch. Dieses Vieh verbiss aufkommende Bäume und Sträucher, nur das Heidekraut mochten sie nicht. So konnte sich die Heidelandschaft entwickeln. Auch heute muss der Mensch sie pflegen, damit hier kein Wald entsteht.

Die Heide an sich ist also Zeugnis menschlicher Geschichte – die aber noch weiter zurückreicht: In der Steinzeit wurden an Werkplätzen Werkzeuge und Waffen hergestellt, aus der Eisenzeit finden sich die Relikte einer Burganlage, später  wurde Bergbau betrieben.

Dann kam das Militär

Das aktuelle Bild der Wahner Heide  wurde und wird vom Militär geprägt. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts nutzte das preußische Militär die Heidelandschaft als Schieß- und Übungsplatz.

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Rheinkiesel verraten viel über die geologische Geschichte des Rheinlandes.

Foto:

Sven von Loga

Von 1951 bis 2004 war sie Truppenübungsplatz der Belgier, ältere Bewohner der Region erinnern sich an Panzerkolonnen auf dem Mauspfad. 2004 zogen die belgischen Truppen ab, seither nutzt die Bundeswehr das Gebiet als Übungsplatz. Daher ist das Gelände im Bereich der Sanddünen von schweren Fahrzeugen durchwühlt.

Wenngleich  so manche Kröte von Panzerketten zermalmt wurde: Die schweren Militärfahrzeuge schufen Löcher und Rinnen, in denen Tümpel und kleine Sümpfe entstanden, Lebensräume für Amphibien und Insekten. In Sprengtrichtern entstanden kleine Moore, in denen seltene Pflanzen siedeln.

Flughafen im Naturschutzgebiet

Dass die Wahner Heide seit 1931 Naturschutzgebiet ist, interessierte die Politiker nicht groß, als in den 1950er Jahren mit dem Bau des Kölner Flughafens begonnen wurde. Etwa ein Drittel des Heidegebietes sind jetzt Flughafengelände, viele Bereiche litten unter Bau- und Entwässerungsmaßnahmen. 1961 wurde nachträglich die große Landebahn vom Landesverkehrsminister ohne das gesetzlich vorgeschriebene Planfeststellungsverfahren genehmigt.

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Foto:

Svent von Loga

Und obwohl Kiesabbau im Naturschutzgebiet nicht hätte genehmigt werden dürfen, wurde ausgekiest – der Bund als Eigentümer des Gebietes und das belgische Militär drückten die Augen zu. Die drei Pionierbecken im nördlichen Bereich der Heide sind ehemalige Kiesabbaugebiete.

Seltene Vogelarten brüten im Pionierbecken

Aber wieder sind diese Frevel an der Landschaft zu wichtigen Lebensgebiete für Tiere und Pflanzen geworden. Pionierbecken 3 ganz im Norden lief voll Grundwasser – heute brüten hier viele Vogelarten. Eine Pause mit Fernglas an dem Beobachtungspunkt am Nordrand des Beckens lohnt sich.

Überall finden sich Militär-Relikte: Ein zugewachsenes Eisenbahngleis führt von Rath zur Panzerverladerampe nördlich des Pionierbeckens 2, die Wildwiese westlich der Rampe diente dem belgischen Militär als Biwakplatz, die Fläche zwischen der Alten Kölner Straße und dem Nordrand des Flughafens war einst Paradeplatz des preußischen Militärs, 1906 kam sogar Kaiser Wilhelm II. zu Besuch.

Panzersperren verschwinden hinter Farnen

Durch den Paradeplatz, gleichzeitig Einflugschneise des Flughafens, wurde 2001 der Tunnel für die ICE-Strecke gebaut, der den Flughafen ans Bundesbahnnetz anschließt. In der gesamten Wahner Heide stehen Panzersperren herum, schwere Betonklötze mit gelbem Kopf, die allmählich hinter Farnen und Dornen verschwinden. So werden aus diesen Relikten dekorative Fotoobjekte.

Es gibt also viel zu entdecken.

  1. 16 wunderschöne Ziele in der Wahner Heide
  2. Highlights in der Wahner Heide II
  3. Highlights in der Wahner Heide III
  4. Entdeckungsreise in die Wahner Heide
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