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Wanderroute: Herbsttour in die Erdgeschichte

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Geologische Besonderheit: Der größte Maarkessel der Eifel liegt bei Meerfeld. Der See speist sich aus dem Wasser der Quellbäche ringsum.  Foto: Meerfeld-Info
Das Meerfelder Maar gehört zu den schönsten Orten, die man im Rahmen einer Tagestour besuchen kann: Wanderer können hier auf herrlichen Routen seltene Vögel entdecken und in die Vulkangeschichte eintauchen.  Von
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Meerfeld

Kunterbunt ist der Herbst: Die Wälder präsentieren sich wieder in leuchtenden gelb-roten Farbtönen. Noch eindrucksvoller als in den USA oder Kanada ist laut Krimi-Autor Jacques Berndorf der „Indian Summer“ in der Eifel. Kein Wunder, dass die Amerikaner das Vulkanland entdeckt haben: Auf der Facebook-Seite der „New York Times“ wird die herbstliche Reise in den Westen Deutschlands ausdrücklich empfohlen. Besonders geeignet sei die Eifel zum „leaf peeping“ – dem Verfolgen, Beobachten und Fotografieren der Blattverfärbung. Doch das Naturschauspiel dieser Jahreszeit bietet in der Region noch andere Attraktionen. Also brechen wir auf zu einem Ausflug nach Meerfeld ans Ufer des Maarsees.

Die Entstehung des Meerfelder Maar
Infos im Netz
Anfahrt

Mindestens 30 000 Jahre alt soll das Meerfelder Maar sein, neueste Erkenntnisse gehen sogar von 80 000 Jahren aus. Das Maar entstand durch eine sogenannte phreatomagmatische Explosion: Heißes Magma steigt auf und erreicht dabei eine wasserreiche Gesteinsschicht. Das Wasser verdampft explosionsartig, Gestein wird zertrümmert und teilweise nach oben geschleudert, der Hohlraum füllt sich, an der Oberfläche entsteht ein Einbruchstrichter. Mit Wasser füllte sich das Maar erst im Laufe der Zeit. Der Gesamtkrater hat eine Ausdehnung von 1400 Metern in Ost-West-, 1200 Meter in Nord-Süd-Richtung. Die höchste Kraterrand-Erhebung liegt bei 515 Metern, dort ist der Aussichtsturm.

Mit dem Auto über die A 61 bis Mendig, weiter auf der A 48 Richtung Trier, Abfahrt Manderscheid. Richtung Manderscheid, dort den braunen Schildern zum Meerfelder Maar folgen. Mit der Bahn von Köln aus zum Bahnhof Gerolstein, von dort fahren Busse bis in die Ortsmitte Meerfeld.

Dort treffen wir Ortsbürgermeister Karl Weiler: „Einzigartig“ nennt er das Naturerlebnis rund ums Meerfelder Maar. Gut, wenn man den Überblick hat. Am besten von der sieben Meter hohen und noch recht neuen Aussichtsplattform „Landesblick“. Aus 515 Meter Höhe über Normalnull lässt sich nicht nur der mit 125 Hektar größte Maarkessel der Eifel überblicken, dessen See so herrlich im Sonnenlicht glitzert. Bei guter Sicht erkennt man von hier aus den Erbeskopf im Hunsrück oder die Hohe Acht am Nürburgring.


Foto: Eifel-Kalender

Mancher Besucher nutzt den Höhenblick, um gleich die nächste Wanderung oder Radtour zu planen. Für Radler und Wanderer hat Meerfeld viel zu bieten: Eifelsteig, Lieserpfad oder der neue Premium-Wanderweg Vulka-Maar-Pfad liegen in unmittelbarer Nähe, ebenso der Kosmos- oder Maare-Mosel-Radweg. Wer einen dieser Wege in Angriff nimmt, sollte Zeit mitbringen. Schließlich gibt es rings um den See viel zu sehen. Ein rund drei Kilometer langer, gut begehbarer Rundweg führt am Ufer des rund 18 Meter tiefen, 780 Meter langen und 490 Meter breiten Gewässers entlang. Mitten durch ein Naturschutzgebiet, in dem sich Schilf, Seebinse, Schierling und gelbe Schwertlilien angesiedelt haben.


Meerfelder Maar auf einer größeren Karte anzeigen

Unter der Wasseroberfläche, die teilweise von einem weißen Seerosenteppich bedeckt wird, leben rund 15 Fischarten: Hecht, Zander, Barsch, Aal, Karpfen, Schleie und Forellen machen den See für Angler besonders interessant. Ein Lebensraum, der auch zahlreiche Wasservögel angezogen hat. Stockente, Blässhuhn, Haubentaucher und Graureiher sind hier zu Hause. „Wir haben auch schon Eisvögel beobachtet“, berichtet der Bürgermeister. Menschliche Besucher können den See nicht nur zum Angeln, Bootfahren oder Wandern nutzen: Am nördlichen Rand gibt es eine Badezone. Wer zum Baden bei den aktuellen Temperaturen keine Lust hat, der kann nur wenige Meter entfernt spezifisch herbstliche Freuden genießen: Kürbisse und Wintergemüse werden in Ufernähe frisch vom Feld verkauft.

Die Eifellandschaft rund um Meerfeld ist eine in Jahrmillionen gewachsene geologische Zone. Auf Zeugnisse davon stoßen wir bei einer Tour durch das Mosenberg-Meerfelder-Vulkansystem. Der Windsborn im Nachbarort Bettenfeld – einziger Bergkratersee nördlich der Alpen – gehört dazu. Vor etwa 29 000 Jahren entstanden, ist er heute unter anderem Heimat von so schillernden Lebewesen wie der Speer-Azurjungfer – einer absolut seltenen Libellenart. Umgeben vom bunten Laubmischwald mit Ulmen, Ahorn, Eichen und Linden gedeihen Gewächse mit märchenhaften Namen wie Sumpfblutauge, Faulbaum oder Bärenschote.

Im Krater des nahe gelegenen Hinkelsmaar hat sich ein Torfmoor gebildet. Nur ein paar hundert Meter entfernt von hier lässt sich Vulkanismus anschaulich studieren: In einer Grube, in der bis 1993 noch Lava-Gestein abgebaut wurde, befindet sich der Vulkanerlebnispark Mosenberg/Bettenfeld – ein Ausflug in die Erdgeschichte. Durch den Abbau am Mosenberg wurden Förderschlote, Lavaschichten unterschiedlicher Korngrößen und Schlacken freigelegt, man sieht einen großen Querschnitt durch einen Vulkankegel. Ein Lehrpfad erzählt uns die spannende Geschichte über die Entstehung und Entwicklung der Gesteine. Ein Outdoor-Klassenzimmer mit Info-Tafeln bietet bei Regen Schutz; es lässt sich auch als Rast- oder Picknickplatz nutzen.

Für müde Wanderer gibt es rund um das Meerfelder Maar ausreichend Gelegenheit, um auszuspannen: Hotels mit Wellness-Oasen und Restaurants mit lokalen Spezialitäten. Der idyllische Ort Meerfeld mit seinen Fachwerkhäuschen, Bauerngärten, Rank-Fassaden und Streuobstwiesen wurde erstmals schon im 12. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Der Überlieferung nach siedelten sich zuerst ein Fischer, ein Jäger und ein Gerber an. Ihre Häuser errichteten sie am Westhang des Kessels. So entstand jener kleine Ort, der sich Maarfelden nannte.

www.meerfeld.org
www.manderscheid.de

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