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CL-Finale - Ticker: Robben führt Bayern zum Triumph

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Robben schiebt den Ball in der 89. Minute an Weidenfeller vorbei ins Tor. Foto: dpa
Der FC Bayern München ist zurück auf Europas Thron. Durch einen 2:1-Sieg über Borussia Dortmund hat der deutsche Rekordmeister nach 2001 wieder die Champions League gewonnen. Der Liveticker von Karlheinz Wagner zum Nachlesen.
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Köln

Die Bayern haben nach dem Schlusspfiff so gejubelt, wie sich das gehört; die Dortmunder sind so enttäuscht, wie man das erwarten würde. Es gab auf dem Platz viel gegenseitigen Applaus, und viel Trost und viele schöne, freundliche Szenen und Gesten. Die Münchner bilden ein Spalier, weil jetzt die Dortmunder zur, nunja, Siegerehrung gehen und oben auf der Tribüne ihre Vize-Medaille erhalten. Sebastian Kehl geht vorneweg.

Es sind viele Stufen zu steigen, die Schwarz-Gelben tun sich schwer damit - DFB-Präsident Niersbach, Kanzlerin Frau Merkel, Uefa-Präsident Platini - sie alle gratulieren und trösten ein bisschen: Kehl, Weidenfeller, gleich kommt Jürgen Klopp dran. Unten auf dem Rasen tanzen die Münchner.

Jetzt kommt das Treppensteigen für die Bayern - die Aufwärts-Bewegung hat hier etwas sinnbildlicheres. Sie alle tänzeln die Stufen hinauf. Die Gratulanten von eben warten und gratulieren jetzt wieder, die Spieler machen Halt bei Uli Hoeneß und umarmen ihn, Ribery küsst den Pokal, der Pokal wartet auf den Kapitän. Philipp Lahm stemmt das monströse Gerät hoch in die Londoner Abendluft. Der FC Bayern ist Champions League-Sieger 2013. An der Siegertribüne leuchtet ein passender Schriftzug auf: "Kings of Europe".

Auf dem Rasen applaudiert Jürgen Klopp. Mario Götze begibt sich mit traurigem Gesicht auf den Weg zur Ehrenrunde. Jupp Heynckes stemmt den Pokal in die Höhe, es ist sein zweites Mal, mit Real Madrid hatte er das Ding schon mal gewonnen. Die Spieler bringen die Trophäe zu Uli Hoeneß, der sich ein bisschen ziert und den Pokal dann doch hochreißt. Die Bayern-Fans finden es gut.

Wir vom Liveticker bedanken uns für Ihr Interesse und Ihre Aufmerksamkeit, wünschen ein schönes Rest-Wochenende und verabschieden uns. Bis bald.

Der Champions-League-Sieger FC Bayern München reckt den Pokal in Höhe. Foto: Getty Images

Endstand: Borussia Dortmund - FC Bayern München 1:2 (0:0).

90.+4. Das Spiel ist aus.

90.+3. Wechsel FC Bayern: Mandzukic geht, Gomez kommt. Das Spiel ist gleich zu Ende. Pfiff.

90. Drei Minuten Nachspielzeit.

90. Wechsel Bayern. Ribery geht, Luiz Gustavo kommt. Wechsel Dortmund: Blaszczykowski raus, Schieber rein; Bender geht, Sahin kommt. .

89. 1:2. Tor für den FC Bayern. Robben trifft. Ribery hatte an der Strafraumgrenze den Ball in die Füße von Robben gezaubert, der von Hummel und Subotic nicht gestoppt werden kann und dann wieder alleine vor Weidenfeller auftaucht - und dieses Mal Sieger bleibt.

88. Guter Bayern-Angriff, große Chance: Lahm setzt sich auf rechts durch, Müller lässt 16 Meter vor dem Tor durch für Schweinsteiger, der den Ball aus 20 Metern hart und präzise trifft. Weidenfeller fliegt und hält. Starke Szene.

86. Was soll man sagen? Pendelt das Spiel in Richtung Verlängerung? Die Trainer halten das offenbar für möglich - es gab noch keine Wechsel bisher.

83. Ecke Bayer, Dortmund hatte mit 5:0 Ecken angefangen, Bayern übernimmt jetzt die Führung in dieser Statistik. So eine richtig, richtig gute war noch nicht dabei. Auf beiden Seiten.

Nur wenig Standards: die meisten Chancen entwickelten sich über den Spielaufbau. Foto: dpa

81. Frank Nägele mit der entscheidenden Frage: "Das Spiel wird sekündlich dramatischer. Natürlich. Bayern macht trotz des Gegentors immer weiter Druck. Wie lange hält der BVB dem stand?"

77. Starker Bayern-Angriff: Pass aus dem Mittelfeld steil auf Müller im Strafraum, der gleich auf rechts ablegt, wo Robben wartet. Müller beschwert sich - sein Pass war ungenau, weil er festgehalten worden war. Stimmt das? Könnte sein.

76. Alaba zieht aus 18 Metern ab, Weidenfeller klärt stark zur Ecke. Nichts weiter.

74. Gelb für Großkreutz, Gelb für Robben. Grund: Übertriebene, gegenseitige Härte.

72. Riesenchance für Bayern: Im Dortmunder Strafraum flankt Müller von rechts, am langen Pfosten grätscht Subotic von rechts, Robben von links in Richtung Ball. Robben zieht zurück, Subotic kratzt den Ball von der Torlinie. Unfassbarer Moment.

70. Eine sms erreicht uns aus dem Kölner Nachtleben: "Die Altstadt bebt für den BVB. Und ich mittendrin. Wie aufregend!!!" Ja, richtig geraten - auch das war eine Dame.

68. 1:1. Tor für Dortmund. Gündogan schießt, trifft.

67. Elfmeter für Dortmund. Dante foult Reus im Strafraum.

66. Die Dortmunder Abwehr sieht seit einiger Zeit nicht sehr stabil aus, wenn die Bayern sehr schnell und präzise kommen. Frank Nägele, bitte: "Dortmund hatte über weite Strecken die bessere Taktik, die größere Disziplin, mehr Leidenschaft. Aber all das löst sich dann in nichts auf, wenn pure Weltklasse ins Spiel kommt wie beim Zusammenspiel von Ribery und Robben, das Madzukic nur vollenden muss. Also langweilig wird das heute nicht mehr."

62. Fantastische Aktion der Bayern-Offensive war das. Und als Dortmund gerade einen Ball im Münchner Halbfeld verdaddelt, geht alles wieder sehr schnell: Langer Ball von Alaba auf Mandzukic, der aus 12 Metern abschließt. Weidenfeller hält. Aber jetzt Ecke Dortmund, aber die bleibt - wie sagten wir eben? - ohne Befund.

60. 0:1. Tor für Bayern. Ribery und Robben kombinieren sich unwiderstehlich durch die linke Seite, Robben spielt von der Torauslinie zum freistehenden Mandzukic, der aus vier Metern trifft.

58. Ecke Bayern. Mandzukic kommt tatsächlich aus vier Metern zum Kopfball. Er muss einen Schritt zurück machen, bekommt so nicht genug Wucht hinter den Ball. Weidenfeller hält.

Gündogan verwandelt den Elfmeter in der 68. Minute. Foto: dpa

54. Entschuldigung, wir waren gerade etwas abgelenkt. Ist aber nichts passiert, sagen wir so: Zähes Ringen im Mittelfeld um die Hoheit der Spielgestaltung.

48. Freistoß Dortmund. Entfernung 500 Meter, mindestens. Neuer pariert problemlos.

46. Spiel läuft wieder.

Halbzeit. Die Kollegen vom "Guardian" sind schwer beeindruckt: "Rare Qualität" und gar "167 Chancen" haben sie gesehen und gezählt. Geht gleich weiter. Pfiff.

Halbzeit. Also, was haben wir hier? Das Spiel ist gut und interessant. Dortmunds Überfall-Taktik in den ersten 20 Minuten ist nicht recht aufgegangen, zumindest ließ sich Bayerns Torwart Neuer nicht überrumpeln. Ob die Münchner wirklich beeindruckt waren, ist schwer zu sagen. Sie haben sich jedenfalls die Kontrolle über die Partie zurückerkämpft - mit einem Körnchen Salz: Dortmund lässt sich (noch) nicht völlig kontrollieren. Für die Dortmunder Abwehr ein Hinweis: Schmelzer hat Robben nicht unter Kontrolle. Das muss auf Dauer nicht gutgehen, Weidenfeller wird nicht zwingend jeden Ball halten können.

45. Mehr Bayern jetzt, aber Dortmund nicht so passiv wie die Münchner zu Beginn. Pfiff. Pause.

43. Was aussah wie ein weiterer sinnarmer langer Ball der Bayern, entpuppt sich als perfektes Zuspiel für Robben an der Strafraumgrenze - auch weil Hummels den Ball falsch einschätzt. Robben schließt ab, Weidenfeller hält stark.

40. Die Anzahl der ordentlich und zügig vorgetragenen Bayern-Angriffe nimmt zu. Wie Frank Nägele sagt und selbst, wenn Dortmund jetzt ein Tor schießt: Augenhöhe ist das hier.

38. Frank Nägele, bitte: "Schweinsteiger bemüht sich sehr, das Spiel zu seinem zu machen. Vielleicht zu sehr, er will hinten jeden ersten Pass spielen und platziert sich bei der Spieleröffnung zwischen den Manndeckern. Vielleicht fehlt er deshalb so oft als Anspielstation im Mittelfeld, aber das Spiel hat jetzt Augenhöhe."

37. Ecke Bayern. Robben kommt über rechts in den Strafraum und hat eine Reihe von Optionen, aber nur einen tauglichen Fuß. Deshalb keine Großchance, sondern eben nur Ecke.

35. Chance für Dortmund. Lewandowski taucht gerade fünf Meter vor dem Tor der Bayern auf und schließt sofort ab, Neuer hält. Großchance? Nein.

30. Halbe Stunde rum. Wenn der Eindruck nicht täuscht, befreien die Münchner sich jetzt ein bisschen. Und siehe da: Großchance Bayern. Robben läuft auf rechts alleine auf das Dortmunder Tor zu. Weidenfeller kommt raus und pariert, weil er durch langes Warten Robben zu einer Entscheidung zwingt. Gut von Weidenfeller.

29. Gelb für Dante. Grund: Umrammen des Spielers Reus.

27. Großchance für Bayern: Aus dem daraus resultierenden Freistoß ergibt sich eine Bayern-Flanke von links, am langen Pfosten steigt Mandzukic höher als alle Dortmunder - Weidenfeller tupft den Ball so gerade eben über die Latte. Ecke Bayern. Ohne Befund.

25. In Höhe der Mittellinie ein Ringkampf zwischen Lewandowski und Ribery, der Gelbe hält, der Rote wehrt sich mit dem Ellbogen.

22. Dortmund drückt und flankt und passt und bekommt vor allem die zweiten Bälle, jetzt holt Großkreutz an der linken Eckfahne den Ball, passt zurück auf Sven Bender, der sofort aus 14 Metern schießt. Neuer hält. Nein, keine Ecke Dortmund.

19. Großkreutz schickt Reus steil durch die Mitte, strammer Schuss aus 18 Metern. Neuer pariert, Ecke Dortmund.

17. Frank, was meinst du? Das hier: "Dortmund macht alles richtig. Stehen hoch wie der Montblanc. Bayern kann damit nichts anfangen, verliert sogar seine Passsicherheit und braucht die Reflexe von Manuel Neuer, um hier nicht in Rückstand zu geraten."

16. Nein, bzw. ja: Die erste Viertelstunde geht an Dortmund. Mehr Druck, mehr Tempo, mehr Einsatz.

14. Großchance für Dortmund! Der zweite Ball nach der Ecke kommt zu Reus, der flankt von rechts flach auf Blaszczykowski, der aus zehn Metern direkt abzieht. Neuer pariert stark. Ecke Dortmund.

13. Lewandowski setzt sich gut gegen Boateng auf links durch und läuft in Richtung Torauslinie. Und dann läuft er einfach darüber hinaus ins Toraus. Jetzt Ecke Dortmund.

12. Bayern kombiniert sich ein bisschen frei, lässt Ball und Gegner laufen.

10. Dortmund greift die Bayern sehr früh und sehr intensiv an. Das macht den Bayern die Spieleröffnung schwer. Gerade eine Art Chance, nein: ein Abschluss von Torschuss von Blaszczykowski, Nicht wirklich gefährlich, aber...

7. Ecke Dortmund. Neuer fängt den Ball ab, schneller Abwurf in den Lauf von Ribery. Dortmund klärt. So würde das gehen können.

6. Mehr Dortmund hier am Anfang. Ziemlich entschlossen die Borussen, die Bayern machen etwas langsamer.

3. Ecke Dortmund. Kommt nichts bei raus. Wir hören gerade, dass auf der Tribüne Frau Angela Merkel und Herr Uli Hoeneß ein bisschen kuscheln. Haben's ja beide nicht leichte gerade....

Shake Hands auf der Tribüne: Angela Merkel begrüßt Uli Hoeneß. Foto: dpa

1. Spiel läuft.

20.45 Uhr: Pfiff.

20.44 Uhr: Die Kapitäne Weidenfeller und Lahm bei der Platzwahl. Geht gleich los.

20.43 Uhr: Die Mannschaften kommen, die Schiedsrichter um Herrn Nicola Rizzoli in einen todschicken hellblau. Die Mannschaften in, schätzen wir mal, schwarz und gelb die einen, in rot die anderen. Hier die Frage: "Und - wie geht es aus?" Antwort: Wir werden sehen.

20.40 Uhr: Da! Die Mannschaften im Tunnel. Thomas Müller hat Mats Hummels begrüßt! Die Herrschaften scherzen ein bisschen. Die Ritter der Fußballrunde haben inzwischen einen - wahrscheinlich Frieden symbolisierenden - Kreis gebildet. Die Fahnen der Klubs werden ausgerollt und ganz hinten, im Spielertunnel, hat man gesehen, wie sich die Herren Heynckes und Klopp begrüßt haben.

20.39 Uhr: Wir tippen aber mal, dass sich am Ende alles wieder lieb haben.

20.37 Uhr: Auf dem Rasen jetzt, ähm, zahlreiche Ritter (?) in den Kluften beider Vereine, die sich auf ihre klubfarbenen Schilde hauen und dann losstürmen Richtung Mitte. Platzsturm! Und jetzt kämpfen sogar welche im Mittelkreis!

20.34 Uhr: Frank Nägele hat sich umgeschaut und ist beeindruckt: "Wie von Zauberhand hat sich das Stadion exakt in halb Dortmund und halb Bayern aufgeteilt, obwohl jeder Klub nur 25.000 der 90.000 Tickets bekommen hat. Dass die restlichen 40.000 nicht bei unparteiischen Engländern hängen bleiben würde, war irgendwie klar, aber dass sich das Kontingent dann auch noch genauso aufteilen würde, grenzt an ein Wunder. Deshalb fühlt sich alles so an wie ein DFB-Pokal-Finale im Quadrat. Groß, mächtig, wahnsinnig. Aber Europapokal ist das nur theoretisch."

20.30 Uhr: Sky hat gerade alle verfügbaren Köpfe - und es sind einige! - gefragt: "Und - wie geht es aus?" Wir konnten uns nicht alles merken, allerdings war Franz Beckenbauers Schätzung "8:7 oder 7:8" schon bemerkenswert. Nein, kein Spott - Herr Beckenbauer sieht ein Elfmeterschießen. Wer würde ihm widersprechen?

20.20 Uhr: Die allgemeine Anspannung geht sogar soweit, dass - um das hier mal zu erwähnen - sogar die Livetickerer mit Bekenntnis-Mails bedacht werden: "FC Bayern, Stern des Südens! Scheiß-BVB!", schreibt man uns per sms. Ja, es ist eine Dame. Und nein, gutes Benehmen ist das nicht. Schämen Sie sich ein bisschen, Madam.

20.18 Uhr: Noch mal Frank: "Lustig übrigens: Dortmund und Bayern haben beide ihre Stadionsprecher mitgebracht und jeder für sich stimmt den Anhang auf das Spiel ein. Erst Dortmund mit „Heja BVB“. Und jetzt gerade läuft der „Stern des Südens“. Die Bayern-Fans haben das beim BVB ertragen. Die Dortmunder können das beim Lied der Bayern nicht und pfeifen. Böse, böse."

20.14 Uhr: Herr Nägele, bitte: "Beide Teams sind jetzt auf dem Rasen und absolvieren unter den Schlachtgesänge ihrer Anhänger und den Buhrufen der gegnerischen Anhänger ihr Aufwärmprogramm. Das Stadion beginnt sich wie vorgesehen säuberlich in Rot und Gelb zu teilen."

20.12 Uhr: Für uns im Stadion sitzt der Kollege Frank Nägele, den wir hiermit herzlich begrüßen: Hallo Frank, alles gut?

20.10 Uhr: Herzlich willkommen zum Liveticker des Spiels. Schluss mit Vorgeplänkel. In ein paar Minuten geht's los. Champions League-Finale 2013, Dortmund - FC Bayern. Obwohl das Spiel in London stattfindet, brummt die Kölner Innenstadt vor Angespanntheit und die KVB nutzt die Gelegenheit, ihre Bahnen mit ziemlicher Verspätung an die Ziele zu schicken.

+++Die Aufstellungen+++

20:05 Uhr: Die Aufstellungen sind da. Und die Frage, wer Mario Götze ersetzt, ist beantwortet: Es ist Kevin Großkreutz. Was das genau bedeutet, wird man nachher sehen. Die Bayern spielen in Bestbesetzung. Wie zu erwarten war.

Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender, Gündogan - Blaszczykowski, Reus, Großkreutz - Lewandowski

FC Bayern München: Neuer - Lahm, Boateng, Dante, Alaba - Martinez, Schweinsteiger - Robben, Müller, Ribéry - Mandzukic
Schiedsrichter: Rizzoli (Italien)

+++Teams im Stadion angekommen+++

19:25 Uhr: 90 Minuten vor Spielbeginn sind beide Teams im Stadion angekommen, die Dortmunder mit einem Zeitvorteil von knapp zehn Minuten. Die Fan-Kurven nähern sich der Vollbesetzung. Die als Stimmungsweltmeister bekannten Dortmunder versuchen, diesen ersten Zweikampf des Abends mit ihren Gesängen für sich zu entscheiden, aber der FCB hält dagegen. Gerade betreten die Bayern-Spieler den Rasen. Die meisten mit den gewohnten Alien-Kopfhörern. Bastian Schweinsteiger und Manuel Neuer brauchen das nicht.

Mandzukic mit seinem Tor zum 1:0 für die Bayern in der 60. Minute. Foto: AFP

+++Im Stadion schon viel Schwarz-Gelb+++

19:00 Uhr: Jetzt sind beide Teams endgültig auf der Straße nach Wembley, wie der Titel der ganzen Champions-League-Saison lautete. Die Bayern verlassen ihr Teamhotel um 18.42, genau 16 Minuten nachdem sich der BVB-Bus in Bewegung gesetzt hat. Im Stadion schon viel Schwarz-Gelb. In der Bayern-Fraktion tragen viele zivil. Das Wetter wird immer besser. Das Stadion mit dem imposanten Bogen, der das Dach hält, strahlt in der Abendsonne. Mit 13 Grad ist es fast schon warm.

+++Berliner Fanmeile fällt wohl ins Wasser+++

18:50 Uhr: In Berlin scheint der Fußballabend wohl eher für die Kneipe oder das Sofa bestimmt zu sein: Strömender Regen hält die Fans von den Fanmeilen in der Berliner Innenstadt fern. Am Nachmittag tummelten sich nach Veranstalterangaben nur wenige Besucher auf der Fanmeile zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule. Unter dicken, dunklen Regenwolken gehören Regenschirme und Capes zur Pflichtausstattung der wenigen hartgesottenen Fans.

+++BVB-Fans trotzen Terrorwarnung+++

18:20 Uhr: Mehr als 10 000 BVB-Fans haben sich schon am Samstagnachmittag in der Dortmunder Innenstadt auf das Champions-League-Finale eingestimmt. Im Epizentrum der Feier zwischen Friedensplatz, Altem Markt und Reinoldikirche ließen die Schwarz-Gelben bei noch gutem Wetter mit Gesängen ihre Mannschaft hochleben. Bis zum Anpfiff werden mindestens 30 000 Fans in der City erwartet und weitere 18 000 in den Westfalenhallen.

Bei einer Kurzumfrage unter rund 50 Fans tippten nur 5 auf einen Bayern-Sieg. Die große Mehrheit glaubt an einen BVB-Erfolg. Silvestre Goncalves geht sogar noch weiter. „Das Spiel endet 5:3 für Dortmund, Ribéry und Boateng sehen Rot, Dortmund bekommt fünf gelbe Karten.“

+++Die Tore öffnen sich+++

17:50 Uhr: Um 16.30 Uhr Ortszeit wurden die Stadiontore aufgeschlossen. Die ersten Zuschauer nehmen bereits Platz, obwohl der Anstoß noch drei Stunden entfernt ist. Die Spieler von Bayern und Dortmund haben in ihren Hotels den Mittagsschlaf beendet und sitzen bei Kaffee und Kuchen zusammen. Was für ein Leben. Fußballprofi müsste man sein.

+++"Tausche Bayern- gegen BVB-Tickets"+++

17:30 Uhr: Knapp drei Stunden vor Anpfiff: Vor dem Stadion ist es bereits proppenvoll und insgesamt mehr Gelb als Rot. Das liegt aber an den englischen Polizeibeamten, die mit gelben Jacken bekleidet sind. Die Atmosphäre ist entspannt. Man bekommt den Eindruck, dass viele der Anwesenden keine Karten haben und nach einem guten Angebot Ausschau halten. Ein Angebot dürfte aber nur schwer einen Abnehmer finden: "Tausche zwei Bayern-gegen zwei BVB-Tickets".

+++Fan-Flugzeug nach London dreht um+++

16:55 Uhr: Man stelle sich vor: Man sitzt im Flieger nach London in voller Vorfreude auf das wichtigste Finale, das es auf Fußball-Klub-Ebene überhaupt geben kann - und man selbst wird dabei sein, im Stadion sitzen, um die eigene Mannschaft anzufeuern. Und dann, man ist gerade in der Luft, dreht der Flieger einfach wieder um.

Abgesehen von der besorgniserregenden Nachricht, sich in einem Flugzeug zu befinden, dass sich mitten im Flug dazu entschließt wieder den Heimweg anzusteuern, wächst natürlich - quasi parallel - die Sorge, möglicherweise nicht rechtzeitig in London zu sein, für das deutsche Finale dessen Tickets ein kleines Vermögen wert sind.

160 Fans von Borussia Dortmund haben diese Zitterpartie erlebt. Ein Sonderflug der spanischen Airline Vueling drehte am Samstagmorgen 30 Minuten nach dem Start in Dortmund mit technischen Problemen wieder um. Die Gesellschaft schickte eine Ersatzmaschine aus Barcelona. Sie sollte noch am späten Nachmittag starten. Gefahr habe nicht bestanden, sagte eine Vueling-Sprecherin. Es sei nur kleines technisches Problem gewesen. Genaues wisse sie aber noch nicht.

+++Regen trübt Final-Stimmung+++

16:20 Uhr: Viele Fußballfans in Deutschland wollen das spannendste Spiel des Jahres gemeinsam im Freien erleben. Die Vorfreude wird allerdings durch Kälte und Regen gedämpft - in Berlin ist die Fanmeile noch komplett leer. In Köln dürfte es in einigen Kneipen ebenfalls besonders eng werden, sollte schlechtes Wetter eine Übertragung im Freien verbieten.

+++Fan-Chaoten prügeln sich+++

15:55 Uhr: Es gibt Berichte von einem Zusammenstoß der Fan-Gruppen in der Stadt. Eine richtige Schlägerei war es nicht, eher Handgreiflichkeiten, doch die Polizei trennte die Gruppen schnell. Was passiert ist, gibt es hier zu sehen. Das repräsentiert aber nicht den weitaus größten Teil der Deutschen in London. Sehr viele Gruppen tragen sogar die Farben beider Teams. Und man muss dazu sagen: London ist sehr sehr groß und lässt sich von solch einem Spiel in seinem geschäftigen Samstagsrhythmus nicht beeindrucken. Die U-Bahnen sind voller Menschen, die gar nicht wissen, dass da ein Fußballspiel stattfindet. Sehr entspannt und sympathisch, der Londoner.

Viel Körpereinsatz zwischen Franck Ribery und Robert Lewandowski. Foto: AP/dpa

+++Public Viewing ist sicher+++

15:30 Uhr: Für die Sicherheitskräfte ist es ohnehin ein Großeinsatz. Jetzt wird das Champions-League-Finale auch noch von einer Terrorwarnung für Deutschland überschattet. Die Innenminister sehen aber keine konkrete Bedrohung für die Fanmeilen.

+++Will Smith sorgt für Lacher+++

15:00 Uhr: Wir haben Bilder von den vielen prächtig gelaunten Fans auf den Straßen, in den Pubs und rund um das Wembley Stadion zusammengestellt. Im Queen Elisabeth Park wird ein Benefiz-Spiel ausgetragen mit vielen Ex-Fußballstars - und mitten drin: US-Hollywood-Star Will Smith und Sohn Jaden, die für so manchen Lacher sorgen.

Nur wenig Standards: die meisten Chancen entwickelten sich über den Spielaufbau. Foto: dpa

+++Wembley-Stadion, die Seele des Fußballs+++

14:35 Uhr: Das Wembley-Stadion gilt als die Seele des Fußballs und der heilige Rasen. Aber man darf sich von dem Ort, an dem es steht, keine falschen Vorstellungen machen. Es ist mitten in einem Gewerbegebiet. Und 200 Meter vom Eingang entfernt steht ein Lidl-Supermarkt. „Ich habe mir das etwas anders vorgestellt, das ist doch etwas nüchtern“, sagte BVB-Kapitän Sebastian Kehl. Der Zugang von der Tube-Haltestelle Wembley-Park ist von der Uefa schon kommerziell perfekt hergerichtet. Die linke Seite ist auf 200 Meter Schwarz-Gelb geschmückt mit Fotos und Insignien, die rechten Seite ganz in Bayern-Rot. Devotionalien stehen zum Verkauf. Das Pfund rollt. Schon jetzt tröpfeln die ersten Fans hier ein, die der Seele des Fußballs ganz nah sein wollen. Oder dem Lidl.

+++Großkreutz, Sahin oder Kehl?+++

14:10 Uhr: Die einzige offene Frage zu den Aufstellungen für heute Abend lautet: Wer rückt für den verletzten Mario Götze ins BVB-Team? Wahrscheinlich ist der Einsatz von Kevin Großkreutz, der zuletzt gegen die Bayern auf der linken Außenbahn stark aufspielte und prompt zum 1:0 traf. Bei dieser Variante müsste Jürgen Klopp wenig am System rütteln - nur der technisch stärkere Marko Reus müsste nach innen rücken, damit Großkreutz über die linke Seite kommen könnte. das Duo Bender/Gündogan würde so wie gewohnt zentral aufspielen.

Denkbar ist aber auch ein Überraschungseffekt: Durch die Hereinnahme des Routiniers Sebastian Kehl oder auch des jüngst immer besser aufspielenden Nuri Sahin, könnte Klopp den technisch hochveranlagten Gündogan zentral offensiv, also exakt auf die Götze-Position verfrachten. Reus könnte auf der linken Seite bleiben, die er auch zuletzt in der Nationalmannschaft erfolgreich bekleidete. Die Frage ist nur, ob Kehl oder Sahin ausreichend fit und mit Spielpraxis versehen sind für ein solches Finale.

Unser Tipp: Die Variante mit Kevin Großkreutz wird's. Sie ist defensiver ausgerichtet, weil auf den Außenbahnen viel Zweikampfstärke aufgeboten werden würde. Man könnte die Bayern besser "beackern" und den Ball vom eigenen Tor weghalten, um über Konter und BVB-typisches Umschaltspiel gefährlich zu werden. Marko Reus könnte das versuchen, was er schon bei Borussia Mönchengladbach so erfolgreich umsetzen konnte: Blitzschnelles Umschaltspiel als hängende Spitze. Zumal Sturmpartner Robert Lewandowski das volle Stürmer-Repertoire anzubieten hat, um auch in spielerischer Hinsicht mit Reus ein starkes Duo zu bilden.

+++Wo guckst du das Finale?+++

13:40 Uhr: Wer noch nicht weiß, wo er heute Abend das Finale gucken soll: Tatsächlich haben einige Veranstalter ihr Programm für den Abend geändert und öffnen ihre Türen nun den Fußballbegeisterten. Hier sind unsere Tipps, wo es sich in Köln schön Fußball gucken lässt, samt Spezial-Programm zum Finale.

Und hier gibt es die Fan-Kneipen:

+++Fans verbreiten Partystimmung+++

13:20 Uhr: Es sind noch Stunden bis zum „German Endspiel“ der Champions League - und London ist fest in deutscher Hand. Seit dem Morgen bevölkern Fans der Final-Gegner Bayern München und Borussia Dortmund die City, Hunderte Anhänger in schwarz-gelb oder rot-weiß verbreiteten vor allem an den Sehenswürdigkeiten schon Partystimmung. Die deutschen Farben vermischen sich harmonisch auf den großen Straßen und in den Pubs. Stimmung wie vor dem DFB Pokal-Finale in Berlin. Sehr beliebt ist das deutsche Frühstück. Bier. Bislang ist alles friedlich, auch am Brunnen am Piccadilly Circus, den vor allem BVB-Fans belagern.

+++Gerüchteküche brodelt weiter+++

12:55 Uhr: Wie man weiß, bleibt Mario Götze das Abschiedsspiel versagt. Den BVB-Fans scheint's ohnehin egal zu sein. Das Verhältnis zu dem Jungstar ist zerrüttet. Ob Robert Lewandowski im Finale in London das letzte Mal für Borussia Dortmund aufläuft? Die Antwort gibt es in den nächsten Tagen. Oder doch unmittelbar nach der Partie? Zumindest sorgt das angebliche Interesse an Münchens Claudio Pizarro für neue Gerüchte rund um die Planungen des BVB für die neue Saison - allerdings als zweiter Stürmer hinter Lewandowski.

+++Beckenbauer hofft auf „verrücktes Finale“+++

12:40 Uhr: Franz Beckenbauer sehnt das heutige Endspiel der Champions League zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern mit einem besonderen Wunsch herbei. „Wissen Sie, was ich mir wünsche? Ein total verrücktes Finale! Im besten Sinne des deutschen Fußballs“, schrieb der frühere Fußball-Nationalspieler und Weltmeister in der „Bild“-Zeitung. „Mein Traum: ein dramatisches 2:2 nach der regulären Spielzeit. 3:3 nach Verlängerung. Und dann Elfmeterschießen. Sorry, Dortmunder, diesmal gewinnen die Bayern.“

+++Teams haben bereits gefrühstückt+++

12:20 Uhr: Der Tag in London beginnt tatsächlich mit Sonnenstrahlen. Jetzt ist in der Stadt erstmals das Finale richtig sichtbar. Schwarz-Gelb auffälliger als Rot. Der BVB will da nichts dem Zufall überlassen. Er lässt einen Schwarz-Gelb bemalten Doppeldecker-Bus durch die Stadt fahren und nachgemachte englische Wachsoldaten mit Bärenfellmütze in den Vereinsfahren herumlaufen. Auch die Party nach dem Spiel hat schon einen Star: Schlagerkönigin Helene Fischer, die nach eigenem Bekunden ein glühender BVB-Fan ist. Die Mannschaften beenden in dieser Minute übrigens ihr Frühstück.

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