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FC Bayern: Guardiola strapaziert seine Stars

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Bayern-Trainer Pep Guardiola gibt Stürmer Mario Mandzukic die Richtung vor. Foto: Bongarts/Getty Images
Mit viel Intensität und Energie flitzt Pep Guardiola über den Trainingsplatz. Bei den Gesprächen mit den einzelnen Spielern des FC Bayern München rudert der Spanier wild mit den Armen. Für die FCB-Profis steht eine schwierige Umgewöhnung an.
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Riva del Garda

Dieser Mann ist eine Show. Auf dem Fußballplatz in Arco verströmt Pep Guardiola eine Intensität und Energie, die ein völlig neues Trainingserlebnis beim FC Bayern offenbart. Temperamentvoll greift der neue Chef in jede Übung ein, rudert wild mit den Armen, gestikuliert, erklärt - und treibt die Alles-Gewinner der Vorsaison unermüdlich an. Weiter, immer weiter!

„Man merkt, dass der Trainer voller Tatendrang ist“, erklärte Kapitän Philipp Lahm am Freitag in Riva del Garda. „Die Mannschaft ist hungrig, sie will mehr Titel“, berichtete der Nationalspieler. Die neuen Impulse von Guardiola könnten dabei ein entscheidender Faktor sein. „Es geht etwas Neues los“, kommentierte Lahm: „Und es ist hilfreich, wenn ein neuer Trainer kommt.“

Ein Guardiola wird keine Genügsamkeit aufkommen lassen. Er ist kein stiller Beobachter mit verschränkten Armen am Spielfeldrand. Nein, Guardiola ist immer mittendrin, ein ständiger Antreiber, ein Platzanweiser bei jeder Übung, ein Motivator, ein Perfektionist. „Wir haben einen wunderbaren Trainer dazubekommen“, schwärmte Sportvorstand Matthias Sammer.

„Wir müssen viel aufpassen, müssen schnell lernen“, erklärte Claudio Pizarro. „Super“ sei, „wie viel Kontakt der Trainer mit den Spielern sucht“, berichtete der Peruaner, gestand aber auch: „Es ist schwierig, in die Philosophie eines neuen Trainer reinzukommen.“

Nach seinem Sabbatjahr in New York steckt Guardiola voller Energie. Als erster betritt er den Platz im „Campo Sportivo“ von Arco, als letzter verlässt er ihn - schweißgebadet. Es sieht aus, als begänne die Saison schon morgen. Jede Trainingsminute scheint kostbar. Und jede Ablenkung scheint ihn zu nerven: Die Präsentation des Bayern-Kaders am Donnerstagabend auf der mit Fans und Touristen überfüllten „Piazza Tre Novembre“ absolvierte auch der Chef ohne besonderes Engagement. Guardiola sprach auf der Bühne kein Wort.

Auf dem Trainingsplatz redet er dagegen „in sämtlichen Sprachen“, wie Lahm verriet. „Sehr angenehm“ sei die Ansprache, in intensiven Zwiegesprächen wie am Freitag am Trainingsende mit dem Kapitän und Torhüter Manuel Neuer wirbt Guardiola für seine Ideen. „Er hat eine klare Vorstellung, wie er spielen will, offensiv und defensiv“, erzählte Lahm. Guardiola muss Überzeugungsarbeit leisten. „Die Spieler müssen auch dahinterstehen, müssen sich zurechtfinden“, erklärte der Kapitän.

„Ich war einfach müde, ich konnte nicht mehr so aktiv sein“, berichtete Guardiola am Gardasee über sein Ende beim FC Barcelona 2012. Jetzt ist der Akku wieder aufgeladen, er will wieder arbeiten, arbeiten, arbeiten. Und der Ball steht dabei stets im Mittelpunkt.

„Ich will den Ball haben“, lautet sein Credo. Bis auf ein kurzes Aufwärmen zu Beginn findet keine Übung ohne das Spielgerät statt. Passen auf engstem Raum, immer in höchstem Tempo, meist mit einem Kontakt - spanisches Tiki-Taka wird als Spielphilosophie erkennbar. Das Training in der Hitze Italiens fordert die Spieler nicht nur körperlich, sondern auch vom Kopf her. „Wir müssen sehr konzentriert sein, ja“, bestätigte Pizarro, der schon viele Trainer erlebt hat.

„Ich hoffe, dass wir viele Fehler machen, nur so können wir lernen“, sagte Guardiola. Er sucht förmlich nach Ansatzpunkten für Verbesserungen. Und er hat beim Fernstudium in den USA anscheinend auch bei einem Triple-Champion Optimierungspotenzial entdeckt. Am Freitagvormittag schulte Guardiola intensiv das Abwehrverhalten bei Eckbällen des Gegners, eine der wenigen Schwächen der Triple-Bayern auch in der vergangenen Supersaison.

„Es macht Spaß“, lautete Lahms erstes Zwischenfazit. Heißen muss das noch nichts, wie der Kapitän jedoch betonte: „In der Champions League hat noch keine Mannschaft den Titel verteidigt!“ Nicht einmal der FC Barcelona in seinen Glanzzeiten mit Perfektionist Guardiola. (dpa)

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