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FC-Trainer: Der Aufstieg ist nicht alles

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Stanislawski
Muss einen neuen Kader bauen: Holger Stanislawski. (Bild: Dahmen)

KÖLN - Die ersten Worte spricht Toni Schumacher, und er gibt die Tonart vor. „Wir haben mit mehreren Kandidaten Gespräche geführt“, sagt der FC-Vizepräsident. „Für uns war aber schnell klar: Wir wollen den Stani holen.“

Und nun sitzt „der Stani“, alias Holger Stanislawski (42), am Dienstag zwischen ihm und Geschäftsführer Claus Horstmann auf dem Podium des Pressesaals im Rhein-Energie-Stadion und wird als Trainer des 1. FC Köln präsentiert. Der neue Mann, der als volksnaher Arbeiter beim kultigen FC St. Pauli berühmt geworden ist, soll dem frisch abgestiegenen 1. FC Köln einen neuen, ehrlicheren Geist einhauchen. Für Diven und Egoisten soll kein Platz mehr in der neuen Kölner Mannschaft sein. Charakter und Disziplin sind die Stichworte, die Schumacher einige Male nennt.

Zudem erhält der Coach, der in Köln einen Vertrag für zwei Jahre bekommt, die Aufgabe, viele junge Spieler in die Mannschaft einzubauen. „Stani, wir sind glücklich, dass du hier bist“, schließt Schumacher seinen Vortrag.

Nachdem Horstmann ebenfalls seine Freude über die Verpflichtung kundgetan und angekündigt hat, dass der Klub mittelfristig mit Stanislawski plane, darf der frühere Trainer von St. Pauli und Hoffenheim endlich selbst reden. „Ich freue mich wahnsinnig, dass man mir das zutraut“, sagt er und erzählt dann, warum er so viele Tage mit dem FC verhandelt habe – seine Präsentation war schon in der vergangenen Woche erwartet worden. Er habe alle Details klären und genau wissen wollen, was ihn erwarte, berichtet Stanislawski, der offenbar aus Erfahrung klug geworden ist.

Bei seinem letzten Verein Hoffenheim wurde er in der vergangenen Spielzeit entlassen, obwohl der Klub auf Rang acht der Bundesliga-Tabelle lag. Dort stimmten die Erwartungen nicht überein. Stanislawski will aber nicht „mit Dreck werfen. Das ist nicht meine Art.“ In Köln hat Stanislawski nun „ein sehr gutes Gefühl“, verkündet er. „Alle Beteiligten haben uns das Gefühl gegeben, dass sich hier wirklich etwas ändern soll.“

Stanislawski, der die Assistenten André Trulsen und Klaus-Peter Nemet mitbringt, weiß aber auch: „Das wird hier keine leichte Aufgabe nach einem bitteren Abstieg.“ Er sieht darin aber „eine richtig große Chance, etwas Neues aufzubauen“. Dafür will ihm der Klub Zeit geben, der direkte Wiederaufstieg werde vom neuen Trainer nicht verlangt, sagt Horstmann. „Natürlich darf der Aufstieg aber geschafft werden“, fügt er hinzu. Wie sollte er auf den Aufstieg auch fordern? Der Etat des 1. FC Köln wird im Vergleich zur abgelaufenen Bundesliga-Saison um 30 Prozent gekürzt.

Zudem ist der Verein offiziell mit 30 Millionen Euro verschuldet, Horstmann strebt einen Abbau dieser Last an. „Sportlicher Erfolg und Konsolidierung, das ist sicher die Quadratur des Kreises. Aber wir wollen das schaffen.“ Stanislawski wird also auch aus Kostengründen junge Talente hervorbringen müssen.

Erfahrung müsse aber auch sein, findet der Coach: „Wir werden sicher nicht mit einer A-Jugend-Mannschaft spielen.“ Seine erste Aufgabe besteht darin zu entscheiden, welche Profis aus dem alten Kölner Team bleiben können – und von welchen sich der Klub trennt. Der in Köln beliebte Torhüter Michael Rensing hatte verkündet, dass er auch in der Zweiten Liga für den FC spielen wolle. Ob er bleiben darf, will Stanislawski noch nicht preisgeben. Überhaupt will er nicht öffentlich über Spieler reden: „Wenn wir entschieden haben, teilen wir es mit.“

Das neue Team soll bis zum Trainingsauftakt am 15. Juni Gestalt annehmen. Stanislawskis Ansprechpartner in Kaderfragen ist momentan Frank Schaefer, der den FC während der letzten vier Saisonspiele gecoacht hat. „Er hat unglaubliches Fachwissen und kennt den Verein. Wir werden den Kader umbauen und umstrukturieren“, meint der neue FC-Coach. Schaefer soll als Assistent des neuen sportlichen Leiters Jörg Jakobs fungieren, der in bei Hannover 96 Chefscout war und mit dem sich die Kölner bereits einig sind. Stanislawski nimmt die Dinge, wie sie kommen. Er denke, dass der Klub in dieser Sache bestimmt eine richtige Entscheidung treffe.

Anders als der vorige FC-Cheftrainer Stale Solbakken ist Stanislawski kein Ideologe in Sachen Spielsystem. Bevor er sein Team nicht formiert habe, könne er keine konkrete Angaben über die Spielart machen, sagt er. Nur so viel: Er stellt sich eine offensiv spielende Mannschaft vor: „Schnell, aggressiv – wir wollen unsere Art auf dem Platz durchdrücken und eher ein bisschen höher als tiefer stehen.“ Voraussetzung dafür ist gute Kondition, die die FC-Spieler in der Abstiegssaison nicht hatten. Stanislawski will das Fitness-Training persönlich übernehmen und kündigt Härte an: Es werde Tage geben, an denen der „ein oder andere Spieler nicht glücklich sein wird“.

Versprechen will Stanislawski aber nichts: „Ich kann nur garantieren, dass ich immer zu 100 Prozent 24 Stunden am Tag für die Mannschaft und den Verein da sein werde.“ Diese Worte haben Schumacher und Horstmann gut gefallen. Beide lächeln glücklich in Richtung „Stani“.

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