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FC-Youngster: Stephan Salger, der Konzept-Spieler

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Stephan Salger
Hat sich durchgesetzt: Stephan Salger. (Bild: Rainer Dahmen)

KÖLN - Sechs Wochen Vorbereitung schon, immer alles geben, sich anbieten und möglichst keine Fehler machen. Viel Stress, aber jetzt soll es gut sein und die Saison endlich los gehen. Sagt Stephan Salger (20), der gesetzte Linksverteidiger des 1. FC Köln, den es in der Trainingsphase aus der Regionalliga-Auswahl hochgespült hat zu den Profis. Losgehen hat für ihn insofern eine ganz besondere Bedeutung: Mit Beginn der Pflichtspiele am kommenden Sonntag beim ZFC Meuselwitz wartet ein Karrieresprung. „Ich bin, so wie es aussieht, drin im Profi-Team. Das ist perfekt“, sagt Salger. Zunächst einmal betrifft das die erste Pokalrunde in Thüringen, eine Woche später aber wartet die Premiere daheim. Bundesliga, erster Spieltag, gegen Kaiserslautern - „vor dann 50 000 Zuschauern.
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Im Rhein-Energie-Stadion in Pflichtspielen aufzulaufen - daran habe ich 15 Jahre gearbeitet.“ Doch ein Traum geht damit nicht in Erfüllung: „Das ist die Verwirklichung eines Ziels. Ein Traum wäre es, mit der deutschen Nationalmannschaft Weltmeister zu werden“, sagt Salger.

Ruhe und Übersicht

Die offizielle Bestätigung, nun im Team zu sein, hat Salger bisher nicht von Trainer Zvonimir Soldo erhalten. Es gab noch kein Gespräch. „Das wäre auch überflüssig, ich spüre ja, dass der Trainer auf mich baut“, sagt Salger. Soldo bestätigt, dass der gebürtige Dürener zum Einsatz kommt: „Salger hat sich durchgesetzt. Er hatte zwei Gegner, er war der Stärkste von ihnen in der Vorbereitung.“ Der neuverpflichtete Grieche Konstantinos Giannoulis (22), zuletzt Iraklis Saloniki - draußen; und auch der erfahrene Fabrice Ehret (30) - chancenlos. Der Franzose hat sein Desinteresse an der Salger-Position vielleicht eine Spur zu offen durch die Trainingswochen getragen, Ehret sieht sich selbst als offensiven Mittelfeldspieler auf der linken Seite. Auf dieser Position ist er aber erst recht hinten dran.

An Salger schätzt Soldo dessen Ruhe und Übersicht; seine Fähigkeit, in Bedrängnis „den richtigen Ball zu spielen“ und sein Stellungsspiel. Nach vorne könne er noch ein bisschen aktiver werden, „aber das kommt bald schon mit der Spielpraxis“. Daraus lässt sich schließen, dass Salger fest im Team ist. Dass er sich also ruhig auch mal ein eher zurückhaltendes Spiel erlauben kann, ohne gleich auf der Bank sitzen zu müssen.

Der Aufstieg des Nachwuchsspielers - Salger ist seit 2002 beim FC - passt ins aktuelle Konzept des Bundesligisten. In den vergangenen beiden Jahren hat man viel Geld in Erfahrung (Petit, Maniche) und Nostalgie (Podolski) investiert und damit immerhin jeweils die Klasse gehalten. Jetzt sind die finanziellen Mittel aufgebraucht und günstige Alternativen wie Salger gefragt, die bisher in der klubeigenen Regionalliga-Auswahl geglänzt haben. Zuletzt hatte von dort schon Adam Matuschyk (21) den Sprung ins Team geschafft - auch er wird in Meuselwitz spielen, allerdings für den gesperrten Petit. Ebenfalls dabei ist als Spielmacher Taner Yalcin (20), seit sieben Jahren im Verein: „Wir spielen mit drei Talenten aus der eigenen Jugend in Meuselwitz, das ist schon etwas. Aber das geht auch nicht über Nacht. Alle drei haben hart gearbeitet. Alle drei haben sich ihren Einsatz verdient“, sagt Soldo.

Mit zwölf Jahren kam Salger zum FC, gefreut hat ihn der Vereinswechsel schon, aber überrascht eher nicht: „In Düren wird viel geguckt.“ Was auch Sinn macht. Aus Düren stammt ja auch der ehemalige FC-Torhüter Toni Schumacher, allerdings spielte er nicht wie Salger beim GFC Düren 09, sondern bei Schwarz-Weiß Düren. Bei der SG Düren '99 wiederum begannen die Kölner Ex-Nationalspieler Karl-Heinz Schnellinger und Harald Konopka ihre Karrieren. Düren ist also ein gebuchter Beobachtungs-Stützpunkt.

Den Weg zum Training nach Köln bewältigte Salger zunächst mit einer privaten Fahrgemeinschaft bestehend aus drei anderen Spielern aus Düren und Aachen. Seit der U 14 konnte Salger den Fahrdienst des FC in Anspruch nehmen und mit Beginn seiner Zeit bei der U 17 des FC begann der Tag mit einer Zugfahrt um 6:45 Uhr von Düren über den Südbahnhof in Köln bis hin zum Berufskolleg Zollstock. Anschließend Training. Und abends Heimfahrt mit dem FC-Chauffeur. „Ich wusste, wofür ich das mache“, sagt Salger, dessen Vielseitigkeit ebenfalls ein Argument für ihn ist. In der Vorbereitung spielte er etwa beim 0:0 gegen Al-Hilal aus Saudi-Arabien eine Halbzeit in der Innenverteidigung - „diese Position habe ich in der U 15 gespielt“. In der U 16 wurde er im defensiven Mittelfeld eingesetzt, in der U 17 auf beiden Positionen sowie hinten links, und erst seit der vergangenen Saison „bin ich nun fest Linksverteidiger, da fühle ich mich auch ganz besonders wohl“.

Dass der Klub in diesem Jahr mit Giannoulis noch einmal Konkurrenz verpflichtet hat, „hätte mich im vergangenen Jahr überrascht, jetzt ist es mir egal.“ Diese innere Stärke hat sich Salger durch Gespräche mit dem Sportpsychologen Werner Mickler erarbeitet. „Seitdem wir zusammen arbeiten, kann mich nichts mehr stressen. Die Arbeit mit Werner Mickler hat mich einen Riesenschritt vorangebracht“, sagt Salger. Die Kontaktaufnahme zu Mickler hat U 23-Trainer Frank Schaefer empfohlen: „Das habe ich sofort umgesetzt“, sagt Salger.

Jetzt also steht Salger in der Startelf für Meuselwitz. Das Ziel dort ist klar: „Wir sind der Bundesligist. Wir müssen weiterkommen.“

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