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Torwart-Legende: Bert Trautmann gestorben

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Deutsche Torwart-Legende: Bert Trautmann. 
Bert Trautmann führte Manchester City mit gebrochenem Genick zum Pokalsieg. Mit seiner bescheidenen Art trug er jedoch vor allem zur Aussöhnung zwischen Deutschland und England bei. Am Freitag ist die Torhüter-Legende gestorben.
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Köln

Als Bert Trautmann 1949 zu Manchester City wechselte, gingen Zehntausende auf die Straße, um gegen den ungeliebten Deutschen zu demonstrieren. Als er Manchester 15 Jahre später wieder verließ, war er auf der Insel eine verehrte Legende. „Mein Herz schlägt für beide Länder“, hatte der gebürtige Bremer Bernhard Trautmann einmal gesagt. Am Freitag hörte sein Herz auf zu schlagen. Trautmann starb im Alter von 89 Jahren in seiner spanischen Wahlheimat La Llosa in der Nähe von Valencia, teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit.

Die Nachricht löste in beiden Ländern Trauer aus. „Bert Trautmann war ein großartiger Sportler und wahrer Gentleman“, sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. „Er war schon zu Lebzeiten eine Legende. Seine außergewöhnliche Karriere wird für immer in den Geschichtsbüchern bleiben.“ Manchester City widmete Trautmann auf seiner Homepage einen langen Artikel. „Bert Trautmann, einer der größten Keeper von Manchester City aller Zeiten und eine wahre Club-Legende, ist im Alter von 89 Jahren gestorben“, titelte der Premier-League-Club.

Deutsche Torwart-Legende: Bert Trautmann.
Deutsche Torwart-Legende: Bert Trautmann.

Trautmann wurde in Deutschland Bernd und in England Bert genannt. „Mein Schicksal ist durch äußere Umstände bestimmt worden“, beschrieb Trautmann anlässlich seines 85. Geburtstages im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa sein ungewöhnliches Leben. Wenige Wochen vor Kriegsende war er in britische Gefangenschaft geraten. „Das war am 27.03.1945 am Niederrhein“, erinnerte sich Trautmann. „So einen Tag vergisst man nicht.“
Nach dem Kriegsende entschied sich der Norddeutsche, in England zu bleiben. Zunächst spielte er beim Provinzclub St. Helens Town, ehe er von Manchester City entdeckt wurde. Ausgerechnet der damalige Rabbiner von Manchester ergriff Partei für den von vielen als „Traut, the Kraut“ beschimpften Deutschen.

Zur Legende wurde Trautmann 1956 im englischen Cup-Finale. In der Schlussphase traf ihn im Wembley-Stadion ein Spieler vom Gegner Birmingham City mit voller Wucht im Nacken. Trautmann war kurzzeitig bewusstlos, rappelte sich dann aber auf und spielte entgegen des Rates der Sanitäter weiter. Schließlich gab es damals noch keine Auswechslungen. Bei der Siegerehrung nahm der Deutsche sogar noch die Glückwünsche der britischen Königin entgegen. Erst wenig später kam die Diagnose: Genickbruch. „Dass ich überlebt habe, ist ein Wunder“, so Trautmann.

Obwohl der Ausnahme-Keeper als einer der Besten seiner Zeit galt, spielte er nie für sein Geburtsland Deutschland in der Nationalelf. Der 54er-Weltmeistercoach Sepp Herrberger weigerte sich beharrlich, Legionäre einzusetzen. International wurde Trautmann aber bewundert. Für Englands langjährigen Nationaltorhüter Gordon Banks war der Deutsche schlichtweg ein Idol. „Ich habe alles zu kopieren versucht, was er gemacht hat.“

Nach seiner aktiven Zeit versuchte sich Trautmann als Trainer, unter anderem für kurze Zeit bei Preußen Münster. Doch die Lust auf das Fremde in ihm ließ ihn schnell weiterziehen, Trautmann arbeitete viele Jahre in Birma, Tansania und Pakistan. Aber seine Heimat blieben Deutschland und England, in beiden Ländern wurde er mit höchsten Ehren dekoriert - er war Träger des Bundesverdienstkreuzes und „Officer of the British Empire“. Einen besseren Botschafter hätten sich beide Länder nicht wünschen können.

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