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Viertelfinale: Pokal-Krimi und verpasste Sensation

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Mit seinem Ausgleich zum 2:2 machte Daniel Caligiuri (Millte) die Verlängerung möglich. Foto: dpa
Durch eine famose Aufholjagd gegen den FSV Mainz hat der SC Freiburg erstmals das Halbfinale im DFB-Pokal erreicht. Im zweiten Viertelfinale des Abends verpasste Drittligist Kickers Offenbach die Sensation gegen den VfL Wolfsburg.
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Mainz/Offenbach

Die Bundesligisten SC Freiburg und VfL Wolfsburg haben als erste Klubs das Halbfinale das DFB-Pokals erreicht. Die Freiburger gewannen trotz eines völlig verkorksten Starts in einem echten Pokal-Krimi beim Liga-Rivalen FSV Mainz 05 mit 3:2 (2:2, 0:2) nach Verlängerung und erreichte erstmals in der Vereinsgeschichte die Vorschlussrunde. Die „Wölfe“ zogen durch das 2:1 (0:0) bei Kickers Offenbach zum fünften Mal ins Halbfinale ein, schalteten den letzten Drittligisten aus und dürfen nun vom zweiten Final-Einzug nach 1995 (0:3 gegen Borussia Mönchengladbach) träumen. Die beiden anderen Halbfinalisten werden am Mittwoch ermittelt, wenn zunächst der VfB Stuttgart Zweitligist VfL Bochum empfängt (19.00), ehe Rekord-Cupgewinner und Bundesliga-Spitzenreiter Bayern München auf Double-Sieger Borussia Dortmund trifft (20.30 Uhr).

In Mainz drehten Ivan Santini (86.) und der zwei Mal erfolgreiche Caligiuri (90.+3, Foulelfmeter/108.), dessen Bruder Marco bei Mainz spielt, das Spiel für die Breisgauer. Shawn Parker (2.) und Niki Zimling (4.) hatten die Gastgeber mit einem Blitzstart 2:0 in Führung gebracht. Doch die Gäste nutzen unbeirrt von insgesamt vier Aluminium-Treffern die Überzahl, nachdem FSV-Verteidiger Zdenek Pospech (65.) wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte gesehen hatte. Die Tore für die überlegenen, aber insgesamt schwachen Wolfsburg erzielten Ivica Olic (49.) und Bas Dost (71.), für Offenbach verkürzte Marcel Stadel (81.).

Freiburg und Wolfsburg haben durch die Halbfinal-Teilnahme Mitte April bereits Einnahmen von mindestens 1,684 Millionen Euro aus der zentralen Vermarktung sicher. Bei einem Heimspiel in der nächsten Runde wären es sogar 1,891 Millionen Euro. Einen Tag nach der Verbal-Attacke von Tuchel, der den Bundesliga-Schiedsrichtern am Montag eine „krasse Benachteiligung“ seiner Mannschaft in der Rückrunde vorgeworfen hatte, hatten die Mainzer einen Blitzstart erwischt. Danach entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe, in dem die passsicheren Breisgauer immer mehr die Initiative übernahmen, während Mainz überraschend den Faden verlor.

Für Freiburg traf Johannes Flum die Latte (37.), ehe sich in den letzten fünf Minuten die Ereignisse überschlugen. Zunächst traf der SC durch Matthias Ginter ein zweites Mal die Latte (85.). Nach einem weiteren Aluminium-Treffer von Ginter Sekunden später war Santini zur Stelle und drückte den Ball über die Linie. In der Nachspielzeit köpfte Pavel Krmas abermals an die Latte.

Nach einem Foul von Nikolce Noveski an Santini in der Nachspielzeit entschied Deniz Aytekin auf Strafstoß, und viele der Mainzer Zuschauer diskutierten, ob Tuchels Schiedsrichter-Kritik hier unbewusst nach hinten losgegangen war. Tuchel suchte die Schuld für die Niederlage alleine bei seinen Spielern. „Wir haben uns völlig allein um den Lohn der Arbeit gebracht, und das tut sehr weh“, sagte er: „Mit der Gelb-Roten Karte haben wir uns einen Bärendienst erwiesen, damit haben wir uns selbst einen extremen Schaden zugefügt. Den Elfmeter war kein klarer, aber man kann ihn wohl geben.“

Sein Kollege Christian Streich legte nach dem Schlusspfiff einen überschwänglichen Jubellauf auf den Rasen und war stolz auf seine Mannschaft. „Die Mannschaft hat alles gegeben, wie immer, und dann waren wir die Glücklichen“, sagte Streich: „Ich bin dankbar dafür, dass ich diese Mannschaft trainieren darf.“

Offenbach verkaufte sich gegen Wolfsburg gut, zu einer weiteren Sensation reichte es aber nicht. In den vergangenen Runden hatten die Hessen in der SpVgg Greuther Fürth, Union Berlin und Fortuna Düsseldorf (alle 2:0) drei höherklassige Teams aus dem Wettbewerb geworfen. Mit einem Spruchband („Auf den Spuren längst vergangener Tage“) hatte der erstklassig feiernde OFC-Anhang schon vor Spielbeginn an den Pokalsieg von 1970 erinnert. Die Mannschaft tat vor 18.700 Zuschauern zunächst alles dafür, um in die Fußstapfen der großen Vorbilder zu treten - mit Unterstützung der vor allem in der ersten Hälfte zahnlosen Wölfe: Ein Klassenunterschied war kaum auszumachen. In der zweiten Halbzeit steigerte sich der VfL etwas. Trainer Dieter Hecking, der vor der Partie offen vom großen Ziel „Pokalsieg“ gesprochen hatte, durfte die Treffer von Olic und Dost bejubeln, sich aber erst beim Schlusspfiff sicher fühlen. (sid)

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