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Zweite Liga: Rensing verärgert die Fortuna-Bosse

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Michael Rensing darf sich einen neuen Verein suchen. Foto: dpa
Das Theater um Torwart Michael Rensing hat den geglückten Saisonstart von Fortuna Düsseldorf in der 2. Liga überschattet. Die Verantwortlichen des Absteigers sind gar nicht gut auf den Ex-Kölner zu sprechen und kündigen eine baldige Entscheidung an.
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Düsseldorf

Der Hals von Trainer Mike Büskens wurde immer dicker, Manager Wolf Werner war bis zum Anschlag gereizt und Präsident Peter Frymuth suchte im Schweiße seines Angesichts die richtigen Worte. Das Schmierentheater um Torwart Michael Rensing überschattete den erfolgreichen Saisonstart von Fortuna Düsseldorf, was die Bosse des Bundesliga-Absteigers nach dem 1:0 (0:0) gegen Energie Cottbus durch die Bank erzürnte.

„Ich bin froh, dass sich das Theater nicht negativ auf unser Spiel ausgewirkt hat. Als ich die Geschichte am Montagmorgen erfahren habe, musste ich mich erst mal selbst kneifen, sonst hätte ich sie nicht geglaubt“, sagte Frymuth (56) über den Eklat im Vorfeld des ersten Saisonspiels der Rheinländer.

Morgens, kurz vor dem sogenannten Anschwitzen, war die Lage eskaliert, nachdem Büskens offiziell Fabian Giefer (23) zur Nummer eins bestimmt hatte. Rensing (29) verließ anschließend angeblich wutentbrannt das Trainingsgelände. Der ehemalige Münchner und Kölner, der erst im Sommer von Bayer Leverkusen zur Fortuna gewechselt war, wurde daraufhin aus dem Kader gestrichen und durch den 18-jährigen Robin Heller ersetzt. Rensing war am Abend auch nicht im Stadion, sondern offenbar in Köln, wo er immer noch wohnt.

Fortunas Sportvorstand Wolf Werner (71) kündigte für Dienstag oder Mittwoch eine Entscheidung im Fall Rensing an, stellte zunächst aber mal mit zitternder Stimme fest: „Michael ist nicht suspendiert. Klar ist, dass ein solcher Vorgang nicht normal ist. Darüber werden wir im Vorstand sprechen und die Situation bewerten. Danach sehen wir weiter.“ Es scheint aber klar, dass der einst als Oliver-Kahn-Nachfolger gehandelte Rensing bei Fortuna keine Zukunft mehr hat und den Klub so schnell wie möglich wieder verlassen wird.

Wie die Deutsche Fußball Liga (DFL) auf SID-Anfrage mitteilte, könnte Rensing den Statuten nach theoretisch bis zum Ende der ersten Transferperiode am 31. August sogar noch zweimal den Klub wechseln, da er für Fortuna kein Pflichtspiel bestritten hat. Bundesligist FC Augsburg, der zurzeit einen Schlussmann sucht, soll allerdings kein Interesse haben. „Ich will die Nummer eins werden“, hatte Rensing noch vergangene Woche betont, ehe er sich dann im zweiten Glied wiederfand.

Seine Beratungsagentur SportsTotal sagte dem SID, dass es „zu dieser ungewöhnlichen Situation derzeit keinen Kommentar gibt“, es im Laufe des Dienstags aber noch eine Entscheidung geben könnte. Derweil reagierte Fortuna-Trainer Büskens (45) genervt auf die Nachfragen in Sachen Rensing. „Es gibt im Leben immer mal wieder Momente, die man so noch nie erlebt hat. Rensing saß nicht auf der Bank, weil Heller auf der Bank saß“, sagte er gewohnt trocken über die Vorgänge von Montagvormittag, wollte die Angelegenheit aber ansonsten nicht weiter kommentieren.

Fortuna lässt Sieg folgen

„Wir haben ein gutes Spiel gemacht und verdient gewonnen. Schade, dass das heute wohl nur am Rande interessiert“, sagte der frühere Fortuna-Profi nach seinem ersten Pflichtspiel als Düsseldorfer Trainer. Stefan Reisinger hatte mit einem verwandelten Foulelfmeter (64.) den verdienten Erfolg perfekt gemacht. Der Torschütze ging nach dem Abpfiff mit Rensing hart ins Gericht: „Ich kann seine Reaktion weder verstehen noch nachvollziehen. Aber er muss das selbst verantworten.“

Andreas Lambertz weint dem als schwierig geltenden Rensing offensichtlich keine Träne nach. „Wir haben uns keinen Schädel gemacht, weil wir wissen, dass Robbi ein richtig guter Torwart ist“, sagte der Kapitän mit einem deutlichen Seitenhieb auf den Querulanten. Nur Profiteur Giefer, der sich ins Fäustchen lachen muss, wollte sich angesichts seiner komfortablen Situation den Mund nicht verbrennen: „Ich habe eine klare Meinung, aber die behalte ich für mich. (sid)

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