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Fall Zypern: Wie sicher ist mein Geld auf dem Sparkonto?

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Experten raten, auf Nummer sicher zu gehen, und einen Teil des Vermögens in Sachwerte wie Gold zu investieren. Foto: dpa
Zypern wollte seine Sparer zur Kasse bitten: Um die heimischen Banken zu retten, sollten Kontoinhaber eine Sonderabgabe auf ihre Einlagen zahlen. Zwar lehnte das Parlament dies ab. Dennoch fragen sich Anleger auch hierzulande: Wie sicher ist mein Konto? Was passiert, wenn die Bank pleite geht?  Von
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Bankkunden in Zypern sollten teilenteignet werden, um die Schulden des Landes zu mindern - mit einer Einmal-Sonderabgabe von bis zu 9,9 Prozent ihrer Einlagen. Zwar hat das zyprische Parlament das Vorhaben abgelehnt - dennoch zittern auch Sparer in anderen EU-Ländern. Experten zufolge wäre in Krisen-Staaten wie Spanien und Italien ähnliches denkbar. Wie sieht es hierzulande aus?

Die Banken versuchen zu beruhigen: „Deutsche Sparer müssen sich keine Sorgen machen“, sagte etwa Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), in einem Interview mit dem Handelsblatt. Fahrenschon zufolge hat die Situation in Zypern nichts mit der Lage in Deutschland zu tun.

Besser nicht unters Kopfkissen

Anlageexperten bleiben hingegen skeptisch: „Wir alle glauben den Versprechen der Banken, dass unser Geld sicher ist“, sagt Franz J. Herrmann, Vorstandsvorsitzender vom Bund der Sparer. Doch das Beispiel Zypern zeigt: Dem ist nicht so. „Ich rate allen Sparern, einen Teil ihres Vermögens in Sachwerte zu investieren“, sagt Herrmann. Zum Beispiel in Edelmetalle wie Gold, denn geldwerte Kapitalanlagen seien letzten Endes nicht sicher.

Geld unter das Kopfkissen statt aufs Konto zu tun, halten Finanzexperten aber nicht für eine Alternative: „Schließlich gibt es bei der Aufbewahrung zu Hause gar keine Erträge, die die Inflation ausgleichen könnten“, so die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Prinzipiell ist der Fall Zypern auch in anderen Ländern denkbar. Denn es handele sich formalrechtlich um eine Steuer auf die Spareinlagen, sagte Udo Steffens, Präsident der Frankfurt School of Finance and Management im DLF-Interview. Die so genannte Einlagensicherung greift dagegen nur bei einer Bankenpleite.

Nicht alle Einlagen sind geschützt

Im Fall einer Bankeninsolvenz sind Einlagen wie Tagesgelder, Festgelder oder Sparbücher in Deutschland im internationalen Vergleich gut geschützt. Laut Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz (EAEG) müssen deutsche Banken einer Einrichtung angehören, die den Schutz für Einlagen und Verbindlichkeiten gewährleistet. Alle Kreditinstitute, die ihren Hauptsitz in Deutschland haben, unterstehen also der gesetzlichen Einlagensicherung. Bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken greift eine „Institutssicherung“: das gegenseitige Versprechen, ein gefährdetes Partnerinstitut zu retten.

Bis zu 100.000 Euro pro Kunde sind abgesichert - „vorausgesetzt, die Bank ist Mitglied eines europäischen Einlagensicherungssystems und die Verbraucher haben das Geld in Euro oder einer anderen Währung eines EU-Mitgliedslandes auf einem Konto angelegt“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Einlagen in Dollar fallen zum Beispiel nicht unter den Schutz.

Zusätzlich gibt es hierzulande ein freiwilliges Sicherungssystem, das weit höhere Summen abdeckt, etwa den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken. Jedoch haben Kunden auf diese Entschädigung keinen rechtlichen Anspruch.

Käme es zu einem plötzlichen Ansturm sämtlicher Anleger auf ihre Spareinlagen - dem so genannten „Bank Run“ - reichten die „flüssigen“ Gelder der deutschen Banken ohnehin mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht aus. Und Kreditinstitute, die ihren Hauptsitz im Ausland haben, unterliegen ebenfalls nicht der gesetzlichen Einlagensicherung in Deutschland, warnen Verbraucherschützer.

Im Notfall will der deutsche Staat die Einlagen garantieren: Dieses Versprechen von Bundeskanzlerin Angela Merkel aus dem Krisenjahr 2008 wurde jetzt sogar noch einmal erneuert. Allerdings handelt es sich hierbei nur um eine politische Absichtserklärung: „Einen gesetzlichen Anspruch auf Staatsgeld gibt es nicht“, erklärte Dirk Müller-Tronnier, Leiter der Bankenabteilung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young, gegenüber dem Focus. (mit Material von dpa)

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