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Alkoholsucht: „Ich kann jederzeit aufhören“

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Alkohol schadet nicht nur dem Trinker, sondern auch seinem Umfeld.  Foto: dpa
Ein Glas Bier und noch ein zweites und ein drittes... . Alkohol wird für viele zur Sucht. Doch die Abhängigkeit wird oft erst spät thematisiert in der Beziehung, unter Freunden oder Kollegen. Denn es ist gar nicht so einfach, jemandem zu sagen, dass er zu viel trinkt.
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Übermäßiger Alkoholkonsum kann mit der Zeit zu einer Sucht werden. Betroffene schaffen es aber in der Regel nicht, sich allein aus dieser Abhängigkeit zu befreien. Aufmerksame Freunde oder Verwandte sollten es daher ansprechen, wenn ihnen auffällt, dass jemand viel trinkt. Wichtig dabei sei, keine Vorwürfe zu erheben. Das sagte Raphael Gaßmann von Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche „Alkohol? Weniger ist besser!“.

„Machen Sie es unaggressiv, in einem ruhigen Moment, möglichst ohne Zeugen“, rät der DHS-Geschäftsführer. Und natürlich sollte der Mensch, um den man sich sorgt, in der Situation möglichst nüchtern sein. „Mit Betrunkenen kann man nicht diskutieren.“ Denn Alkohol enthemmt schon in kleinen Mengen und steigert die Gewaltbereitschaft. Falsch sei daher auch die Annahme, dass Alkohol nur demjenigen schadet, der ihn trinkt. Auch sein Umfeld leidet meist erheblich darunter.

„Hören Sie sich an, was derjenige sagt, aber beharren Sie darauf, dass der hohe Konsum auffällt, lassen Sie ihn nicht wegdiskutieren“, empfiehlt Gaßmann. Eine Methode, einer Sucht auf die Spur zu kommen, sei die Bitte, doch mal zu versuchen, ein Wochenende lang nicht betrunken zu sein. Die typische Reaktion eines Alkoholikers sei dann oft: „Ich könnte jederzeit aufhören zu trinken, aber ich will nicht.“ Den Süchtigen zum Nachdenken anregen könnte dann womöglich ein Satz wie: „Noch nicht mal mir zuliebe willst Du verzichten?!“

Nicht ohne Hilfe in den Griff bekommen

In einem ruhigen, ungestörten Moment sollte man bedenklichen Alkoholkonsum ansprechen.
In einem ruhigen, ungestörten Moment sollte man bedenklichen Alkoholkonsum ansprechen.
Foto: dpa

Gaßmann rät aber von dem Versuch ab, die Sucht ohne Hilfe von außen in den Griff bekommen zu wollen. „Eine Abhängigkeit kann man nicht allein unter Verwandten bewältigen, das endet in einer sozialen Katastrophe.“ In Deutschland gebe es mehr als 1000 Suchtberatungsstellen für Betroffene und ihre Angehörigen sowie mehrere 100 Suchtkliniken. Da Alkoholismus als chronische Krankheit gilt, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Entzugsbehandlung.

Als riskant werten Fachleute für Frauen bereits den Konsum von 12 Gramm Alkohol pro Tag an fünf Tagen der Woche. Das entspricht einem kleinen Glas Bier oder Wein. Für Männer ist ein großes Glas (24 Gramm Alkohol) täglich an fünf Tagen schon bedenklich. Diese Werte gelten nur für gesunde Erwachsene.

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Nach Angaben des DHS-Geschäftsführers zählt Deutschland zu den 20 Ländern mit dem höchsten Alkoholkonsum. Mehr als 90 Prozent der Erwachsenen hierzulande trinken zumindest ab und zu Alkohol. Etwa 80.000 Menschen sterben pro Jahr an den Folgen ihres Alkoholkonsums, vor allem aufgrund von Leberschäden und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Ein Drittel bis die Hälfte der Verkehrsunfälle mit Toten stünden im Zusammenhang mit Alkohol. Bei einem bis zwei Dritteln der schweren Straftaten wie Raub, Mord oder Vergewaltigung seien die Täter unter Alkoholeinfluss gewesen. (dpa/tmn)

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