28.07.2016
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GP von Bahrain: Opposition ruft zu Protesten auf

Brennende Autoreifen in Manama.

Brennende Autoreifen in Manama.

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dpa

Manama -

Oppositionelle in Bahrain haben vor Beginn des Formel-1-Rennens in dem autoritären Golf-Staat zu den größten Protesten seit langem aufgerufen. „Wir sind nicht gegen den Grand Prix, aber wir wollen, dass die Welt unsere Forderungen hört - Demokratie, Achtung der Menschenrechte und eine gewählte Regierung“, sagte Khalil al-Marzooq, einer der Führer der wichtigsten Oppositionspartei von Bahrain (Al-Wefaq).

Unter dem Motto „Vulkan des Zorns“ wolle man ab Freitag, dem Beginn des freien Trainings für das Rennen am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Sky), gegen die „Unterdrückung der Menschen“ in Bahrain demonstrieren. Al-Marzooq beschwor friedliche Proteste gegen das Regime, konnte eine Eskalation aber nicht ausschließen: „Gewalt erzeugt Gegengewalt.“

Schon unter der Woche kam es in Manama immer wieder zu Demonstrationen, Autoreifen wurden in Brand gesteckt, Molotow-Cocktails flogen, die Polizei setzte Tränengas ein. Die Protestanten trugen teilweise Plakate, auf den das Gesicht von Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone mit einem großen X versehen war. Die Regierung machte klar, dass sie „angemessene“ Maßnahmen zur Gefahrenabwehr ergreifen werde.

Seit zwei Jahren kämpfen Oppositionelle der mehrheitlich schiitischen Bevölkerung für mehr Rechte in Bahrain, das seit Jahrhunderten von der Herrscherfamilie Al-Khalifa regiert wird - einer sunnitischen Dynastie. 80 Menschen sind in dem autoritären Land seit dem Ausbruch des Arabischen Frühlings Anfang 2011 ums Leben gekommen. Allein in diesem Monat sollen bisher rund 100 Aktivisten eingesperrt und 30 verletzt worden sein. 2011 war das Rennen in Bahrain abgesagt worden, nachdem die aufkommenden Unruhen von Truppen aus dem benachbarten Saudi-Arabien blutig niedergeschlagen worden waren. (sid)


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