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16 Vereine: Klubs verklagen DHB und Weltverband

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16 Handballvereine wollen gegen den DHB und den Weltverband klagen. Foto: Bongarts/Getty Images
Mehr als 70 Tage nach der Ankündigung machen die deutschen Handball-Klubs ernst: Noch in dieser Woche soll Klage gegen den DHB und den Weltverband eingereicht werden. Derweil erwarten die Vereine die WM-Abstellgebühren für ihre Spieler.
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Angeführt von Champions-League-Sieger THW Kiel ziehen mehr als ein Dutzend deutscher Clubs für ihr Recht vor Gericht. 16 Vereine werden in dieser Woche die bereits Ende Januar angekündigte Klage gegen den Deutschen Handballbund (DHB) und den Handball-Weltverband IHF beim Landgericht Dortmund einreichen. Das teilte die Interessensvertretung Forum Club Handball (FCH) am Montag mit. „Die Klage wird am Mittwoch eingereicht“, sagte FCH-Geschäftsführer Gerd Butzeck und beurteilte die Chancen positiv: „Wir werden das gewinnen.“

Neben den drei Champions-League-Viertelfinalisten THW Kiel, SG Flensburg-Handewitt und HSV Hamburg haben sich weitere neun Bundesligisten sowie vier Zweitligisten der Initiative angeschlossen. Am Rande der DHB-Pokalendrunde am kommenden Wochenende in Hamburg wollen Vertreter der vier Halbfinalisten Hamburg, Kiel, Flensburg und MT Melsungen Details dazu bekanntgeben. Bei der Klage, die vom Forum Club Handball finanziert wird, handelt es sich um eine Musterklage. Die Vereine wollen damit erreichen, dass der DHB als Mittler zwischen Weltverband und Clubs ausgeschlossen wird und die IHF die Vereine als gleichberechtigte Gesprächs- und Verhandlungspartner anerkennt.

Vorbild Fußball

Bislang verweigert der Weltverband Gespräche mit den Clubs über deren Einbindung in die Gremien des Verbandes, über die Wettkampf- und Turnierplanung, über Höhe und Umfang von Abstellgebühren sowie über Modalitäten bei der Versicherung von Spielern. Vorbild ist der Fußball. Dort gibt es vergleichbare Vereinbarungen der European Club Association (ECA) mit der UEFA und der FIFA. „Ziel der Klage ist eine schriftliche Vereinbarung mit der IHF über diese vier Punkte“, sagte FCH-Geschäftsführer Gerd Butzeck.

Der Machtkampf zwischen den Vereinen und dem vom Ägypter Hassan Moustafa geführten IHF hatte sich zuletzt zugespitzt. Der Weltverband wollte die Abstellgebühren für die WM im Januar in Spanien nur an die Vereine auszahlen, die sich schriftlich dazu verpflichten, über ihre nationalen Verbände mit der IHF zusammenarbeiten. „Ich sehe das als Erpressung“, hatte Butzeck gesagt. Inzwischen scheint die IHF einzulenken. Nach einer Mitteilung des Forum Club Handball vom Montag sollen die Ausgleichszahlungen in den kommenden Tagen ausbezahlt werden. „Das Geld wird in den nächsten Tagen bei den Vereinen eingehen“, bestätigte Butzeck. Für die deutschen Clubs, die mehr als 50 Akteure für die WM abgestellt hatten, sind dies nach IHF-Angaben 243 831,22 Schweizer Franken (200 310 Euro) für die Zeit der unmittelbaren WM-Vorbereitung bis zum WM-Abschluss am 27. Januar.

„Im Januar haben die Spieler rund einen Monat bei der Nationalmannschaft verbracht“, teilte das FCH mit und rechnete vor: „Nach einer Hochrechnung des FCH erhalten die Clubs insgesamt zehn bis 20 Prozent des Monatsgehalts eines Spielers. Die Höhe der Ausgleichszahlungen ist von der IHF einseitig festgelegt worden - ohne das Thema mit Club-Vertretern zu besprechen.“ Nun setzen die Vereine darauf, dass sie mit ihrer Klage Erfolg haben und künftig Mitsprache auch bei den Abstellgebühren haben. (dpa)

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