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VfL Gummersbach und die Handball-Bundesliga

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23:28 gegen Berlin: VfL gibt den Sieg aus der Hand

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Der Gummersbacher Kentin Mahe enttäuscht auf dem Spielfeld. (Archiv) Foto: dapd
Der VfL Gummersbach hat die Begegnung gegen Füchse Berlin unglücklich verloren. Dabei hatte der VfL zur Halbzeit noch eine deutliche Führung herausgearbeitet. Am Ende stand dann doch ein 23:28 gegen Gummersbach.  Von
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Gummersbach

Als hätte jemand den Stecker gezogen - plötzlich lief nichts mehr in der Eugen-Haas-Halle. Vorne trafen die Gummersbacher das Tor nicht mehr, hinten brachte ihr Torhüter keine Hand mehr an den Ball, auf den Tribünen, wo vorher noch die einheimischen Fans gelärmt hatten, wurde es immer stiller.

Und am Ende leuchtete dieses Ergebnis auf der Anzeigetafel: VfL - Füchse Berlin 23:28. Eigentlich ein völlig normales Resultat nach einer Partie zwischen einem personell arg gebeutelten Abstiegskandidaten auf der einen und einem edel besetzten Champions-League-Teilnehmer auf der anderen Seite.

Wäre da nicht dieser sehr spezielle Spielverlauf gewesen: Denn bei Halbzeit hatte der krasse Außenseiter noch mit vier (16:12) und kurz nach Wiederbeginn sogar mit sechs Toren (19:13/34.) geführt. In ihrer Entschlossenheit, die sowohl spielerisch als auch kämpferisch armselige Vorstellung bei der 24:37-Pleite eine Woche zuvor an gleicher Stelle gegen Magdeburg vergessen zu machen, waren die VfL-Profis an ihre Leistungsgrenze gegangen. Die Abwehr packte ordentlich zu, Borko Ristovski dahinter hielt nahezu alles, was zu halten war, und im Angriff erwiesen sich nicht nur Adrian Pfahl und Dennis Krause, sondern auch der zuletzt formschwache Barna Putics als ebenso torhungrig wie treffsicher.

Dann aber gab es einen Bruch im Spiel - beginnend mit der Einwechslung des tschechischen Nationaltorhüters Petr Stochl für den bis dahin enttäuschenden deutschen Kollegen Silvio Heinevetter im Füchse-Tor. Obendrein konnte Berlins Trainer Dagur Sigurdsson mit diversen Wechseln und dank einer gut bestückten Bank immer neue Akzente setzen, während beim VfL auf dem Feld die erste Sechs nahezu durchspielen musste. In dem Maße, wie die Gäste nun aufdrehten, bauten die Gummersbacher ab. Von der 35. bis zur 46. Minute legten die Füchse einen 7:0-Lauf hin und drehten auf diese Weise das Spiel. Nur noch einmal gelang es den Oberbergern, in Führung zu gehen (21:20/48.), dann war es endgültig um sie geschehen.

"Ich kann meinen Spielern keinen Vorwurf machen", meinte VfL-Coach Emir Kurtagic hinterher und fügte hinzu: "In der zweiten Halbzeit ist die Mannschaft müde geworden, da fehlte auf einmal alles, was noch in der ersten Hälfte so toll geklappt hat." Wieder einmal wurden die Gummersbacher also Opfer ihrer Personalnot. Die Hoffnung auf baldige Abhilfe in dieser Hinsicht trägt einen skandinavischen Namen und saß am Samstagabend auf der Tribüne: Fredrik Larsson, schwedischer Nationalspieler und seit diesem Wochenende ausgestattet mit einem Vertrag beim VfL. Der 28-jährige Rückraumakteur, der auf der Mitte ebenso spielen kann wie auf halblinks, soll am Dienstag im richtungweisenden Auswärtsspiel beim Tabellennachbarn TV Neuhausen beim VfL debütieren.

Tore VfL Gummersbach: Putics (8), Krause (6), Pfahl (6/1), Kopco (1), Lützelberger (1), Schröter (1). - Beste Werfer Füchse Berlin: Nincevic (10/2), Sellin (7). - Zuschauer: 2105 (ausverkauft). - Strafminuten: 14/4; Disqualifikation: Kopco (56./3. Zeitstrafe).

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