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VfL Gummersbach und die Handball-Bundesliga

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Abstiegsplatz: Gummersbach steht am Abgrund

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Emir Kurtagic (32) ist seit Dezember 2011 als Nachfolger von Sead Hasanefendic Cheftrainer des VfL Gummersbach.  Foto: Philipp Ising
Für den VfL Gummersbach kommt es immer dicker. Durch die Niederlage bei Aufsteiger Neuhausen fiel der Traditionsklub auf einen Abstiegsplatz zurück. Auch beim nächsten Gegner - dem übermächtigen THW Kiel - dürfte nichts zu holen sein.
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Gummersbach

Als die Spieler des VfL Gummersbach am frühen Mittwochmorgen aus dem Bus stiegen, waren sie nicht nur wegen der nächtlichen Rückfahrt aus dem Schwäbischen fix und fertig. Tief saß der Frust über die 26:29-Niederlage beim direkten Rivalen TV 1893 Neuhausen, durch die der zwölfmalige deutsche Meister erstmals in der laufenden Saison auf einen Abstiegsplatz zurückfiel. Nun droht auch noch das nächste Auswärtsspiel am Sonntag beim Triple-Gewinner THW Kiel - und ausgerechnet nach der zu erwartenden neunten Pleite nacheinander soll dann eine schöne Weihnacht gefeiert werden.

Viele Verletzte

Die Stimmung könnte also kaum schlechter sein beim einstigen deutschen Handball-Flaggschiff. Wenn da nicht noch die Hoffnung wäre. „Wenn unsere verletzten Spieler zurückkommen, bin ich zu hundert Prozent davon überzeugt, dass wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben werden“, sagte VfL-Geschäftsführer Frank Flatten am Mittwoch dem SID. Die ersten Akteure kehren wohl im Januar aus dem Lazarett zurück, Spielmacher Christoph Schindler (Ellenbogenverletzung) und Rechtsaußen Vedran Zrnic (Knochenhautreizung am Schienbein). Bis März wird es dauern, ehe der französische Nationalspieler Kentin Mahe (Innenknöchelbruch) wieder zum Team von Trainer Emir Kurtagic stößt.

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„Ich bin absolut von der Qualität des Kaders überzeugt“, so Flatten. Dies gilt auch für den in der Vorwoche verpflichteten schwedischen Neuzugang Fredrik Larsson. „Er hat in Neuhausen gute Ansätze gezeigt, braucht aber jetzt die Bindung zu seinen Kollegen“, sagte der 47-jährige Düsseldorfer Flatten, der seit Ende August auf der Kommandobrücke der Oberbergischen steht. Doch Larssons Mitspieler sind derzeit vor allem mit sich selbst beschäftigt. „Es geht das Abstiegsgespenst um. Es gilt jetzt, Ruhe zu bewahren und die Mannschaft abzuschotten. Da kommt die Pause nach den Weihnachtstagen gerade recht“, sagte Flatten.

Schicksalspiel am 2. Weihnachtstag

Bevor es aber soweit ist, muss am zweiten Weihnachtstag unbedingt ein Sieg her. Dann geht es in eigener Halle gegen den Tabellen-15. GWD Minden. „Da müssen wir unbedingt gewinnen“, so Flatten. Aber mit jedem Spiel wird die Aufgabe schwieriger, die Spieler „kauen auf dem Zahnfleisch“. Flatten: „Durch den engen Kader zu Saisonbeginn werden sie stark strapaziert. Die Spieler sind müde, in der zweiten Halbzeit bauen sie ab. Dann kommen die vielen technischen Fehler wie in Neuhausen.“

Aber selbst wenn sich das Lazarett lichtet und sich der VfL wieder aus dem Abstiegskampf befreit, sieht die Zukunft des alles andere als auf Rosen gebetteten Klubs nicht allzu rosig aus. Denn immer wieder muss der VfL seine besten Akteure zu den finanzstarken Klubs ziehen lassen.

Im kommenden Sommer wird Leistungsträger Adrian Pfahl den Verein gen Hamburg verlassen, und auch Mahe soll sich bereits mit den Norddeutschen über einen Wechsel einig sein. Der Einzug in die neue, über 4100 Zuschauer fassende Halle könnte bessere finanzielle Möglichkeiten bieten. Ein Abstieg aber würde diese Hoffnung wohl schon im Keim ersticken. (sid)

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