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EM-Qualifikation: Deutsche Handballer vor dem Aus

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Deutschlands Handballer Martin Strobel wehrt sich gegen Martin Strizek. Foto: dpa
Die Qualifikation zur EM 2014 wird für die deutschen Handballer zur Zitterpartie. Nach einem kollektiven Einbruch in der zweiten Halbzeit verlor der WM-Fünfte gegen Tschechien mit 22:24. Die Mannschaft war kopflos in der Verteidigung und planlos im Angriff.
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Brünn/Hamburg

Die deutschen Handballer stehen in der EM-Qualifikation vor dem Aus. Die Mannschaft von Bundestrainer Martin Heuberger musste gegen Tschechien im Hexenkessel von Brünn eine bittere 22:24 (10:10)-Niederlage einstecken und kann das Ticket für die Europameisterschaft in Dänemark nicht mehr aus eigener Kraft lösen. Im Rückspiel am Sonntag (14.20 Uhr/WDR) in Halle/Westfalen steht das deutsche Team unter Siegzwang. Die Heuberger-Sieben verpasste nach einem unerklärlichen Einbruch in der zweiten Halbzeit mit nunmehr 2:4-Punkten den Sprung auf den zweiten Platz der Gruppe 2. Tabellenführer zur Halbzeit der Qualifikation ist Montenegro (6:0 Punkte) vor den Tschechen (4:2), Schlusslicht bleibt Israel (0:6). Nur die ersten beiden Mannschaften der Vierer-Gruppe sind bei der EM 2014 in Dänemark (14. bis 26. Januar) dabei. Bester deutscher Werfer war Steffen Weinhold mit neun Treffern. Für die Tschechen traf Superstar Filip Jicha vom THW Kiel am häufigsten (10).

Kopflos in der Verteidigung, planlos im Angriff - ohne ihren verletzten Kapitän Oliver Roggisch zeigte das deutsche Team über weite Strecken der zweiten Hälfte eine ganz schwache Vorstellung, obwohl es richtig gut begonnen hatte. Eine bärenstarke Abwehr, ein variantenreicher Angriff und ein gut aufgelegter Torhüter - Deutschland hatte die Partie zunächst sicher im Griff und lag schnell deutlich in Front. Erst als der ehemalige Welthandballer Jicha heiß lief, machte sich der Ausfall von Abwehrchef Roggisch bemerkbar.

Viel zu hektisch

In der zweiten Halbzeit agierten sie zudem im Angriff viel zu hektisch und scheiterten immer wieder an dem Berliner Petr Stochl im tschechischen Tor. Heuberger war mit einigen Personalsorgen in die richtungweisende Partie beim direkten Mitkonkurrenten gegangen. Trotz der kurzfristigen Absage von Roggisch (Innenbandanriss im Knie) vertraute der Bundestrainer jenem Kader, der bei der WM im Januar in Spanien überraschend den fünften Platz erreicht hatte. Anstatt die Flensburger Rückraumspieler Holger Glandorf und Lars Kaufmann zurück ins Team zu holen, blieb er seiner Linie treu und nominierte den 21-Jährigen Christian Dissinger. Der Mut Heubergers wurde zunächst belohnt.

Das deutsche Team legte los wie die Feuerwehr, führte nach zwei Treffern des Berliners Sven-Sören Christophersen schnell mit 3:0 (4.) und hatte das Spiel auch dank der Paraden von Keeper Silvio Heinevetter zunächst sicher im Griff. Beim 8:4 durch Kreisläufer Patrick Wienczek (18.) lag das junge Team sogar mit vier Toren in Front. Doch immer wieder war es Jicha, der die Tschechen mit seinen Treffern im Spiel hielt. Mit dem Pausenpfiff erzielte der Kieler Rückraumspieler mit seinem siebten Treffer den Ausgleich für die Tschechen. Angetrieben von 3000 enthuasiastischen Zuschauern in der ausverkauften Halle legten die Gastgeber in der zweiten Hälfte einen Blitzstart hin. Kaum war die Partie wieder angepfiffen, lag das deutsche Team mit 10:13 zurück (33.). Weil in der Folge auch der Berliner Petr Stochl im tschechischen Tor zur Höchstform auflief, geriet die deutsche Mannschaft zunehmend ins Hintertreffen. Nach 43 Minuten lag die deutsche Mannschaft mit fünf Toren zurück. Trotz eines Zwischenspurts bis auf 22:23 kurz vor dem Ende war die bittere Niederlage besiegelt. Jicha sorgte in der Schlussminute für den Endstand. (sid)

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