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EM-Qualifikation: DHB-Team droht historisches Debakel

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Symbolbild Foto: dpa
Den deutschen Handballern droht ein historisches Debakel: Ein schwacher Auftritt bescherte der Mannschaft von Bundestrainer Martin Heuberger eine Pleite gegen Montenegro. Auf dem Weg zur Europameisterschaft nach Dänemark kann nur noch ein Wunder helfen.
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Podgorica

Den deutschen Handballern droht ein historisches Debakel. Nach der verpassten Teilnahme an den Olympischen Spielen kann der Mannschaft von Bundestrainer Martin Heuberger auf dem Weg zur Europameisterschaft nach Dänemark nur noch ein Wunder helfen. Die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) unterlag am vorletzten Spieltag in Montenegro nach einer ganz schwachen Angriffsleistung mit 25:27 (11:13) und hat die Qualifikation für die Endrunde im Januar 2014 nicht mehr in eigener Hand.

Der WM-Fünfte muss am Samstag (14.00 Uhr) in Aschaffenburg Außenseiter Israel bezwingen, gleichzeitig ist er auf einen Sieg der bereits für die EM qualifizierten Montenegriner in Tschechien angewiesen. Es wäre im elften Anlauf das erste Mal, dass die deutschen Handballer eine EM-Teilnahme verpassen würden. Beste Werfer der Gäste in Podgorica waren Stefan Kneer und Patrick Wiencek mit jeweils vier Toren. „Bisher haben wir es immer geschafft, uns in entscheidenden Qualispielen zusammenzureißen“, hatte DHB-Manager Heiner Brand vor der Begegnung selbstbewusst erklärt. Doch die Akteure des Europameisters von 2004 begannen vor 2500 Zuschauern und 300 Sicherheitskräften im Sportcenter Moraca nervös.

Viele Fehlwürfe - ein nervöser Bundestrainer

Gegen die offensive 3:2:1-Deckung der Gastgeber tat sich besonders der deutsche Rückraum schwer. In den ersten neun Minuten leistete sich die DHB-Auswahl schon fünf Fehlwürfe. Mit Heubergers Ruhe, die er vor der Begegnung ausgestrahlt hatte, war es daher schnell vorbei. Der Bundestrainer tippelte nervös die Außenlinie auf und ab, ruderte mit den Armen und ging bei jeder Aktion seiner Spieler mit. Montenegro offenbarte im Rückraum aber ebenfalls zahlreiche Schwächen, die deutsche 6:0-Abwehr um Kapitän Oliver Roggisch stand gut und ging vor dem Berliner Torhüter Silvio Heinevetter beherzt zur Sache. So entwickelte sich vor den Augen von DHB-Präsident Ulrich Strombach ein umkämpftes Spiel. Beim 7:7 nach 20 Minuten hatten schon sieben verschiedene deutsche Spieler getroffen.

Doch es fehlte in dieser nervenaufreibenden Begegnung in der ersten Halbzeit die ordnende Hand im Angriff. Trotz einer 11:9-Führung in der 26. Minute ging die ersatzgeschwächte DHB-Auswahl, die auf Tobias Reichmann (Bänderriss im Sprunggelenk), Sven-Sören Christophersen, Steffen Fäth (beide Einriss der Patellasehne), Christoph Theuerkauf (Hüft-Operation), Christian Dissinger (Kreuzbandriss) und Michael Kraus (Abitur-Prüfungen) verzichten musste, daher mit einem 11:13-Rückstand in die Pause. Auch nach dem Wechsel gelang es zunächst keinem Team, sich entscheidend abzusetzen. Die deutschen Angriffe wurden mit lautstarken Pfiffen begleitet, das blieb nicht ohne Wirkung. Einige Großchancen wurden leichtfertig ausgelassen, so führten die Gastgeber, die schon das Hinspiel in Mannheim mit 31:27 gewonnen hatten, nach 39 Minuten erneut mit zwei Toren (16:14).

Danach agierten die Gäste immer hektischer. Im Angriff gab es in dieser Phase keine gelungene Aktion mehr, und auch in der Abwehr wurden die Probleme immer größer. Die Folge: Ein 16:20-Rückstand eine Viertelstunde vor dem Ende. Danach kämpfte sich das DHB-Team aber noch einmal zurück und verkürzte (19:20/49.). In der hektischen Schlussphase verlor das DHB-Team den Überblick und das richtungsweisende Spiel. (sid)

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