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VfL Gummersbach und die Handball-Bundesliga

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Handball: Gummersbach bleibt Erstligist

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Symbolbild Foto: dpa
Der VfL Gummersbach hat sein letztes Saisonspiel in eigener Halle gegen den TV Neuhausen verloren. Da TV Großwallstadt zu Hause gegen den alten und neuen Meister THW Kiel verloren hat, bleibt Gummersbach in der ersten Liga.  Von
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Gummersbach

Die blau-weiße Party fiel aus, aber der VfL Gummersbach ist nochmal mit einem blauen Auge davongekommen. Zum Entsetzen ihrer Fans verloren die Handballprofis aus dem Oberbergischen ihr letztes Saisonspiel in eigener Halle gegen den als Absteiger bereits feststehenden TV Neuhausen zwar mit 26:28 (9:15), konnten aber von Glück reden, dass gleichzeitig der TV Großwallstadt zu Hause gegen den alten und neuen Meister THW Kiel mit 29:32 verlor. Dadurch wurde der Abstieg des Altmeisters aus Mainfranken besiegelt, während der VfL die neue Schwalbe Arena zur nächsten Spielzeit wenigstens als Erstligist beziehen darf.

Beim letzten Auftritt in der altehrwürdigen Eugen-Haas-Halle bot das Team von Trainer Emir Kurtagic über weite Strecken allerdings eine fürchterliche Vorstellung, die eines Absteigers durchaus würdig war. Entsprechend bedient waren am Ende die Einheimischen unter den 2108 Zuschauern. Die Schlusssirene wurde jedenfalls von einem gellenden Pfeifkonzert begleitet, gefolgt von Sprechchören für die Schützenhelfer aus Kiel: „THW! THW!“ und nicht „VfL! VfL!“ , hallte es von den Rängen.

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Entscheidend für die verdiente Gummersbacher Niederlage war die indiskutable Trefferquote im Angriff. Immer wieder vergaben die Akteure allerbeste Torchancen leichtfertig oder scheiterten am exzellenten Gästekeeper Thomas Bauer. In der Schlussstatistik stand der VfL mit nicht weniger als 27 Fehlwürfen zu Buche. Besonders zu Beginn dilettierten die Gastgeber vor des Gegners Tor – nach 17 Minuten lag man mit sieben (3:10), zur Pause noch mit sechs Toren zurück (9:15). Das einzige, was den gemeinen VfL-Anhänger zu diesem Zeitpunkt noch beruhigte, war der Blick auf sein Smartphone – zur Halbzeit kündete der Live-Ticker der Handball-Bundesliga von einem Sechs-Tore-Rückstand der Großwallstädter gegen Kiel.

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Das aber sollte sich ändern, und Mitte der zweiten Halbzeit war der VfL gewissermaßen sogar  abgestiegen: Plötzlich hatte Großwallstadt den Ausgleich (23:23/47.) hergestellt, während die Oberberger – wenn auch in diesem Moment nur noch mit zwei Toren (19:21) – zurücklagen. Ein eigenes Unentschieden bei einer gleichzeitigen Niederlage des VfL hätte dem TVG zum Klassenverbleib gereicht. Schließlich aber leisteten die Kieler doch wieder die erhoffte Schützenhilfe für Gummersbach, wobei sich beim THW kurioser- oder bezeichnenderweise ehemalige VfL-Profis wie Momir Ilic, Daniel Narcisse oder Gudjon Valur Sigurdsson besonders ins Zeug legten.

Bei aller Erleichterung über den glücklichen Ausgang schien den meisten VfL-Profis der Verlauf der Partie und das Resultat wirklich peinlich zu sein. „Die Fans tun mir leid“, gestand Kentin Mahé. „Wir haben unseren Anhängern in dieser Saison viel zugemutet“, räumte Adrian Pfahl ein. Beide wechseln im Sommer zum HSV Hamburg. Verlassen werden den Verein auch Aljosa Rezar (2. Französische Liga) und Dennis Krause (HSG Wetzlar); Robin Teppich wird nur noch für die zweite Mannschaft des VfL spielen, der bisherige Teamkapitän Vedran Zrnic soll nach einem Zerwürfnis mit der Klubführung trotz eines noch bis 2015 gültigen Vertrages nicht mehr zum Bundesliga-Kader des VfL gehören.

Chefcoach Emir Kurtagic und Geschäftsführer Frank Flatten wollen nun eine neue Mannschaft bauen, die in der Schwalbe Arena möglichst rasch die Herzen der eigenen Anhänger zurückerobern soll. „Die individuelle Klasse einzelner ist nicht immer entscheidend, es kommt darauf an, ob das Team auch als Einheit funktioniert“, erklärte Flatten am Samstagabend seine und des Trainers Strategie bei den personellen Dispositionen, bevor er hinzufügte: „Unsere künftige Mannschaft soll Charakter zeigen!“

Dass sie dies in der Ersten Liga versuchen darf, hat sie nur dem THW Kiel zu verdanken.

Tore VfL: Pfahl (8), Mahé (6/1), Zrnic (4), Santos (4), Schindler (2), Kopco (1), Lützelberger (1). – Beste Werfer TVN: Schröder (7), Schiller (6). – Zuschauer: 2108 (ausverkauft).

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