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VfL Gummersbach und die Handball-Bundesliga

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VfL Gummersbach: Wertlose Lobreden beim VfL

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Christoph Schindler beim Sprungwurf. Foto: Philipp Ising
Wieder kein Durchatmen im Abstiegskampf: Spieler und Trainer des VfL Gummersbach stehen nach der unfassbaren Heimniederlage gegen Hannover unter Schock.  Von
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Gummersbach

Christopher Nordmeyer ist offenbar nicht nur ein höflicher, sondern auch ein aufrichtiger Mensch. „Dieser Sieg“, hob der Trainer des TSV Hannover-Burgdorf in den Katakomben der Eugen-Haas-Halle an, „war alles andere als verdient.“ Okay, seine Mannschaft habe nicht gut gespielt, aber wenigstens nie den Glauben an sich und ihre Chance verloren. So gesehen, freue er sich natürlich über den glücklichen Erfolg, aber mal ehrlich: „Ein Sieg des VfL Gummersbach wäre viel gerechter gewesen.“

Neben Nordmeyer saß sein Gummersbacher Pendant Emir Kurtagic und erweckte den Eindruck, als sei er in sich zusammengefallen. Dabei dürften vor seinem inneren Auge noch einmal die letzten Szenen dieses in jeder Hinsicht außergewöhnlichen Spiels vorbeigezogen sein, in denen sein Team binnen 180 Sekunden eine Drei-Tore-Führung aus der Hand gegeben und am Ende mit 29:30 verloren hatte.

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Und so war es für den tief getroffenen VfL-Coach auch kein echter Trost, als der Kollege seine Laudatio auf den VfL Gummersbach mit den folgenden Worten schloss: „Diese Mannschaft, so wie sie sich heute präsentiert hat, wird mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Eine solche Qualität muss auch in der kommenden Saison in der Bundesliga zu sehen sein.“

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Mit einem Sieg über den Tabellensechsten hätten die Oberberger tatsächlich im Abstiegskampf etwas durchatmen können und ihre Planungen – auch was das Marketing für die im August eröffnende neue Schwalbe Arena angeht – verstärkt auf die Erstliga-Zugehörigkeit ausrichten können. So aber mussten die Oberberger am Ende sogar noch von Glück reden, dass an diesem Wochenende der TV Neuhausen als bislang härtester Rivale im Kampf um den Klassenverbleib sein Heimspiel gegen Wetzlar ebenfalls verloren hatte und es wenigstens vorerst beim Vier-Punkte-Abstand blieb. Allerdings ist dem VfL und dem TVN im neuerdings wieder Hoffnung schöpfenden TV Großwallstadt (zuletzt beim Tabellenletzten TuSEM Essen siegreich) ein weiterer direkter Konkurrent erwachsen. Am nächsten Spieltag treffen Großwallstadt und Neuhausen direkt aufeinander – sollte der VfL dann in Flensburg erwartungsgemäß leer ausgehen, würde sich der Abstand zum drittletzten Rang, also dem ersten Abstiegsplatz, zwangsläufig verringern.

Ob die lange Pause bis zum nächsten Punktspiel am 11. Mai eingedenk des Dramas vom Sonntag von Vor- oder Nachteil für die angeschlagenen VfL-Profis ist, wird sich erweisen müssen. Emir Kurtagic bemühte sich jedenfalls, kämpferisch zu klingen, als er verkündete: „So bitter, so schmerzhaft und so unfassbar diese Niederlage gegen Hannover auch war, wir müssen jetzt wieder aufstehen, um die nächsten Spiele konzentriert angehen zu können.“

Als da wären: SG Flensburg-H. (11.5./Auswärts), TBV Lemgo (18.5./Heim), SC Magdeburg (26.5/A), Füchse Berlin (2.6./A) und TV Neuhausen (8.6./H).

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