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Grundschule Hellenthal: Wer hat Angst vorm bösen Wolf?

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Der WWF-Wolfsforscher Peter Sürth stellte auf sehr unterhaltsame Weise das Wildtier Wolf den Drittklässlern der Grundschule Hellenthal vor.  Foto: Franz-Albert Heinen
Der Wolf, ein Ungeheuer auf vier Pfoten? Mitnichten! Wolfsforscher Peter Sürth vom WWF hat versucht, Drittklässlern in einem kindgerecht dargebotenen Vortrag das Leben der scheuen Gesellen näher zu bringen – mit Erfolg.  Von
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Das Märchen vom Rotkäppchen und dem "bösen Wolf" prägt bis heute oft das Bild der Menschen von Wölfen. "Isegrim" gilt gemeinhin als fies und grausam. Das ist jedoch etwa so real wie das Rotkäppchen selbst.

In Wahrheit ist der Wolf ein scheuer Geselle, der sich, wenn möglich, fern vom Menschen hält. Und er hat eine Eigenschaft, die man gemeinhin eher den Füchsen zuschreibt: Er ist ziemlich schlau.

Auch für Erwachsene

Davon überzeugte am Mittwoch der bekannte Wolfsforscher Peter Sürth vom "Word Wide Fund for Nature" (WWF) die Drittklässler der Hellenthaler Grundschule, die seinen Besuch als Preis beim Wettbewerb "Jugend creativ" des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken gewonnen hatten. Dabei wurde bald klar, dass der kindgerecht angebotene 90-Minuten-Auftritt des Mannes aus der Wildnis durchaus auch für Erwachsene spannend und informativ war.

Die Kinder waren Feuer und Flamme. Wann hat man als Neunjähriger auch schon das im wirklichen Leben zweifelhafte Vergnügen, die eigene Nase zwischen einem Wolfsgebiss zu spüren. In Hellenthal war das natürlich ungefährlich, aber dennoch aufregend. Sürth erforschte viele Jahre lang weltweit im Auftrag des WWF die Lebensgewohnheiten der Schlaumeier auf vier Pfoten.

Wölfe auch in Deutschland

Nach jahrelangen Arbeiten in Rumänien ging Sürth schließlich zu Fuß nach Deutschland zurück, so wie das seit einigen Jahren auch das Objekt seiner Forschungen tut. In einigen Bundesländern wurden die immigrierten Tiere zweifelsfrei nachgewiesen, zuletzt sogar direkt im Nachbarland Rheinland-Pfalz. Dieser Wolf wurde angeblich versehentlich von einem Jäger erschossen.

Neben spannenden Videoclips hatte Sürth unter anderem eine wirklichkeitsnahe Imitation eines Wolfsschädels im Gepäck. Damit wanderte er von Schüler zu Schüler. Der eine spürte mit sichtlich mulmigem Gefühl die Wolfszähne des vorsichtig zugeklappten Gebisses an der Nase, der andere fühlte mit den Fingern nach den Zähnen.

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Zwischendurch durften die Schüler natürlich Fragen stellen, was sie auch ganz munter taten. Einer wollte etwa wissen, ob der Forscher auch einmal von einem Wolf gebissen worden sei. Ja, auch das gab es. Allerdings war das kein Wildtier, sondern einer von zwei zahmen Wölfen, deren Verhalten im Zusammenhang mit dem Projekt erforscht werden sollte.

Die Hackordnung geklärt

Bei der Suche nach dem Motiv des Wolfs für seinen Angriff auf Sürth spekulierten die Schüler einige Zeit, bis der Fachmann die Auflösung lieferte. Der Wolf wollte die Hackordnung in seinem Rudel klären und damit sozusagen zeigen, wer Herr im Hause ist. Zu diesem Zweck zettelte er ein Kämpfchen mit dem "Rudelmitglied" Sürth an.

Der Wolf aber verlor schließlich das Gerangel um den Herrschaftsanspruch, denn am Ende saß der Forscher auf ihm. Damit war klar, wer fortan das Sagen hatte. Das war Sürth, dessen Jacke allerdings wegen eines großen Lochs unbrauchbar geworden war.

Beute brüderlich geteilt

Der Forscher präsentierte den Schülerinnen und Schülern spektakuläre Filmaufnahmen von einem Streit zwischen Bären und Wölfen um ein Beutetier. Die Kontrahenten lebten im gleichen Revier.

In einem Fall, als drei Wölfe sich nicht gegen einen erfahrenen ausgewachsenen Bären durchsetzen konnten, ließen sie ein heftiges Wolfsgeheul vom Stapel. Wenig später griffen die auf diese Weise herbeigerufenen Rudelkollegen - insgesamt neun Tiere - den Bären erfolgreich an. Am Ende, so schien es, teilten sich Wolf und Bär die Beute brüderlich.


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