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Sanierungen in Hellenthal: Ein Ort will sich rausputzen

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Sanierungsgebiet soll der Bereich an der Ecke Kölner Straße/Trierer Straße in Hellenthal werden.  Foto: Franz-Albert Heinen
Erstmals seit Kriegsende soll Hellenthal von Grund auf saniert und modernisiert werden. Theo Kötter von der Universität Bonn hat dem Bauausschuss jetzt einen fertigen Entwurf präsentiert. Doch es gibt drei Knackpunkte.  Von
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Der Hauptort im oberen Oleftal will sich noch einmal richtig herausputzen. Erstmals seit dem Kriegsende soll der gesamte Ortskern zwischen Bahnhof und der vorderen Trierer Straße einer zeitgemäßen Gesamtplanung unterzogen und dann mit Hilfe von Städtebau-Fördermitteln entsprechend saniert werden.

Prof. Dr.-Ing. Theo Kötter von der Universität Bonn stellte am Donnerstag dem Ausschuss für Bauen, Planen und Umwelt den fertigen Entwurf vor.

Planungen sind abgestimmt

Im Ergebnis skizzierte der Wissenschaftler drei Knackpunkte, bei denen der Hebel angesetzt werden sollte. Alle Planungen sind mit den Eigentümern abgestimmt. Die Veränderungen betreffen sowohl den öffentlichen wie den privaten Raum.

Daher wird auch die Gemeinde Geld dafür anpacken wollen. Vorbild ist dabei wohl in gewisser Weise der Ort Nettersheim, den die dortige Gemeinde bereits in den letzten Jahren herausgeputzt hat.
Es soll ein interkommunales Leerstandsmanagement geben, was angesichts einer Leerstandsquote von 13 Prozent im Sanierungsbereich dringend geboten erscheint.

Hinzu kommen die bauliche und städtebauliche Sanierung und Modernisierung und schließlich die Sicherung der medizinischen Versorgung. Die Umsetzung soll bereits im kommenden Jahr beginnen.

Einwohnerzahl wird sinken

Vorab lieferte der Wissenschaftler einige statistische Angaben, die geprägt waren von gesellschaftlicher Veränderung. Die Zahl der Einwohner wird mittelfristig auf unter 8000 sinken, Die Haushaltsgröße verändert sich hin zu kleineren Wohnungen.

Eine Ortsbegehung ergab teilweise erhebliche Mängel schon beim äußeren Eindruck. Das bestätigte eine Befragung der Hauseigentümer: Nicht einmal bei 40 Prozent aller Häuser ist die Wärmedämmung gut, 38 Prozent hätten vielmehr „erhebliche Mängel“.
Als gut seien im Allgemeinen die Verkehrswege zu beschreiben, lediglich eine fußläufige Verbindung von der Kölner Straße zum Olefufer fehle. Der Ortskern insgesamt erfülle jedoch derzeit Funktionen über das reine Wohnen hinaus. So gebe es dort noch alle wichtigen Geschäfte.

Ein Viertel der Einwohner vermisste Spielplätze und schöne öffentliche Freiflächen. Zwar sei die diesbezügliche Ausstattung an sich gut, aber der Pflegezustand sei schlecht.

Jedes siebte Haus steht leer

Dass inzwischen jedes siebte oder achte Haus im Ortskern leer stehe, sei jedoch sehr bedenklich. Der Wert liege um das Fünffache über dem, was man als normal bezeichnen könne.

Und dabei bestehe noch die Gefahr einer Zunahme der Leerstände als Folge der demografischen Entwicklung. Daher sei dort eine „Nachverdichtung“ erforderlich.
Der Bereich am Kreisverkehr Kölner Straße/Trierer Straße sei in so schlechtem Zustand, dass man dort eine generelle Neuordnung versuchen sollte. Die drei Denkmalbauten sollen erhalten werden, anderes könne abgerissen und zeitgemäß neu erbaut werden.

Dafür würden allein an öffentlichen Kosten rund 150 000 Euro anfallen. Als weiteres Projekt schlug der Wissenschaftler die Anlage eines Wohnmobilhafens an der Grenzlandhalle vor.

1,2 Millionen Euro an Steuermitteln

Im rückwärtigen Bereich der Kölner Straße, wo teils noch die Bahnschiene verläuft und sonst Parkplatz ist, seien einige kleinere Wohneinheiten sinnvoll. Zudem soll der Uferbereich durch eine breite Treppenanlage und schönere Begrünung hergerichtet werden. Auch sollte der Fußweg zur Kölner Straße gebaut werden.

Dafür veranschlagte Kötter rund 878 000 Euro.

Alle Sanierungsabschnitte zusammen kosteten an Steuermitteln rund 1,2 Millionen Euro. Sie könnten zu rund 60 Prozent aus der Städtebauförderung finanziell unterstützt werden, 400 000 Euro verblieben jedoch bei der Gemeinde. Das Projekt sei bis 2020 konzipiert.

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