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Ugly-Snowmobil-Contest: Mit dem Schreibtisch auf die Piste

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Mit kuriosen Gefährten begaben sich die Teilnehmer beim Ugly Snowmobil-Wettbewerb auf die Piste. Foto: Klinkhammer
Tollkühne Piloten in ihren unglaublichen Kisten: Ungewöhnliche Wintersport-Vehikel haben am Sonntag die Zuschauer an den Weißen Stein gelockt. Am Tag zuvor gab es an selber Stelle das „Backblech-Rodeln“.  Von 
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Hellenthal-Udenbreth

Der zweite „Ugly-Snowmobil-Contest“, der am Sonntagnachmittag am Weißen Stein über die Bühne ging, fand sehr großen Anklang. Einige hundert Wintersportfreunde konnten eigenartige Schneemobile und deren tollkühne Piloten bestaunen. Mit Schmackes ging es den Berg hinab – auf Gerätschaften, die für den Wintersport eher untypisch sind.

Ugly-Snowmobil-Contest

Das Team „Q8“ aus Wahlen, bestehend aus Linda Bröking und „DJ Mä“, hatte sich ein Fahrzeug aus mehreren Komponenten wie Holz und Sackleinen gezimmert. Der elfjährige Maik aus Hürth wagte den eiskalten Ritt auf einem Surfbrett.

Alejandro aus Venezuela, der das erste Mal in seinem Leben im Schnee unterwegs war, steuerte einen umgebauten Einkaufswagen, auf dem Veranstalter Otto Sajonskowski als Frontfigur Platz genommen hatte. Stefan und Rico düsten gar mit einem kompletten Schreibtisch samt Büroausstattung zu Tale. Sie hatten sich den Titel „Schneehasen-Büro“ gegeben.

Die Zuschauer waren verblüfft, wie gut ein derartig schweres Massivholzmöbel auf glatter Fläche gleiten kann. Eine Bierbank trimmten Blitzko und Timm zum Schneemobil um, auf einem roten Designersessel machte es sich Roman Walbaum aus Bedburg gemütlich.

Unkontrollierbare Blechhaube

Zuletzt betrat Thomas Fillmann den „Parc fermé“. Er brachte die rote Motorhaube eines Opels mit, um darauf den Berg hinabzurutschen. Wie sich in der Praxis herausstellte, erwies sich die Blechhaube auf der Piste als fast nicht kontrollierbar. Sie drehte sich beim Hinabflitzen in sämtliche Richtungen; die Zuschauer sprangen zur Seite und suchten das Weite, um nicht von diesem Schneemobil umgefahren zu werden.
Am Tag zuvor war am Weißen Stein noch ein anderer Wettbewerb ausgetragen worden, das „Backblech-Rodeln“. Dabei handelt es sich allerdings nicht wirklich um eine Breitensportart. Das musste der Lift- und Hüttenbetreiber Otto Sajonskowski feststellen, der an diesem Tag den „1. Großen Preis vom Weißen Stein“ ausgerufen hatte.

Um 15 Uhr sollte am Ortsrand von Udenbreth der Startschuss mit dem Kommando „Auf das Backblech – fertig – los!“ fallen. Die Backbleche hatte Otto Sajonskowski in der Bäckerei Möres in Harperscheid ausgeliehen. Kleine und große Platten, rabenschwarz, rund oder rechteckig, standen für die tollkühnen Teilnehmer bereit. Um den Starterkreis möglichst breit zu fächern, richtete Sajonskowski sogar noch eine „Ü-90“-Kategorie ein. Doch es blieb bei einer guten Handvoll Mutiger, die sich trauten, auf ein Backblech zu steigen und damit den Rodelhang am Weißen Stein hinunterzugleiten.

Einer von ihnen war Udo Hergarten aus Hollerath. Der gestandene Wintersportler, vielfach ausgezeichnet im Skilaufen, setzte sich mit seinem Allerwertesten auf das Blech und versuchte, sich mit den Händen voranzuschaufeln. Einige Meter lang funktionierte dieses Verfahren sogar. Dann aber bohrte sich die vordere Kante des schlecht gleitenden Untersatzes in den Schnee und der Pilot rutschte vom Blech wie eine fertige Pizza.

Reiner Schnitzler aus Mechernich versuchte es auf den Knien. Doch auch diese Technik erwies sich als noch nicht besonders ausgefeilt und effektiv. Der Knierutscher schaffte es nicht, den Popo-Technik-Rutscher auszustechen.

Letztlich zog der Veranstalter selbst an allen vorbei, allerdings dank einer List: Otto Sajonskowski hatte ein Backblech auf die Sitzfläche eines herkömmlichen Holzschlittens gelegt und überholte auf diese Weise elegant die anderen Bruchpiloten.

Die Gäste am Weißen Stein hatten an beiden Tagen ihren Spaß, staunend und schmunzelnd verfolgten sie die ungewöhnlichen Wettbewerbe. Besonders die kleinen Kinder freuten sich beim Anblick der verspielten „großen Kinder“ auf der Piste.

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