Hennef
Nachrichten und Bilder aus Hennef

Vorlesen
0 Kommentare

Eckes-Granini: Fachkräfte für Fruchtiges im Glas

Erstellt
Nelli Miller lernt als Auszubildende zur "Fachkraft für Fruchtsaft-Technik" bei Eckes/Granini in Hennef-Bröl. Foto: Jens Höhner  Foto: Jens Höhner
Drei junge Frauen absolvieren derzeit im Hennefer Werk des Getränkekonzerns Eckes-Granini eine Ausbildung zur „Fachkraft für Fruchtsaft-Technik“. Der Beruf ist wenig bekannt, dabei bietet er gute Zukunftschancen für Schulabsolventen.  Von
Drucken per Mail
Hennef/Bonn

Fruchtsaft fällt nicht vom Baum. Das ist klar. Doch wie Apfel, Birne, Kirsche und Co. in die Flasche kommen, das wissen die wenigsten. Auch Nelli Miller (19), Nina Lankes (18), und Christina Schmer (26) hätten vor zwei Jahren noch bei einem Quiz allenfalls mit den Schultern gezuckt. Heute aber können die drei Auszubildenden die Karriere einer Frucht zwischen Ernte und Supermarktregal genau beschreiben und erklären: Bei Eckes/Granini erlernen sie das Handwerk der „Fachkraft für Fruchtsaft-Technik“.

„Leider ist der Beruf trotz des großen Bedarfs an Nachwuchs kaum bekannt“, bedauert dort Personalchef Peter Schnabel, und Ausbildungsleiterin Tanja Pitko nickt. „Wir haben bisher noch keine geeigneten Bewerber für den kommenden Ausbildungsbeginn am 1. August“, sagt sie. Um für den Beruf zu werben, unterhält das Unternehmen eine Partnerschaft mit der Hennefer Realschule. So ist Nina Lankes darauf gestoßen: „Die Arbeit macht Riesenspaß, weil man täglich Neues lernt.“
Klaus Heitlinger hört das gern. Er ist Geschäftsführer beim Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie mit Sitz in Bonn. Dieser vertritt rund 400 Saftproduzenten, die zurzeit 7500 Menschen einen sicheren Arbeitsplatz bieten. „Unsere Branche wächst, der Bedarf an Personal ist groß: Daher ist die Chance auf eine Übernahme nach abgeschlossener Ausbildung ausgezeichnet.“

Hinzu komme, dass sich die Betriebe gegen die drohende Überalterung wappnen müssten. „Dem steht aber leider der Mangel an Auszubildenden entgegen“, klagt der Geschäftsführer. Den Statistiken des Bundesinstituts für Berufsbildung zufolge liegt die Zahl neu unterschriebener Lehrverträge bei rund 50 im Jahr, Tendenz wieder steigend (Auszubildende insgesamt: 117). 1995, nachdem die Ausbildung grundlegend überholt worden war, waren es noch 33. Ein Spitzenjahr war indes 2008 mit 54 Neuverträgen. Die Zahl der Abbrüche liegt aktuell bei sechs.
Grund für das rasante Wachstum der Branche sind nach Auskunft Heitlingers das Bedürfnis der Menschen nach gesunder Ernährung mit Bio-Qualität und nach Produkten, die aus der Heimat stammen. Mit einer Menge von 240 Millionen Litern Saft im Jahr gehört Eckes/Granini zu den größten Herstellern in Deutschland, allein 20 Millionen Liter fließen zur Zeit der Apfelernte aus dem Bröltal auf den Markt. „In dieser Zeit geht es hier ordentlich zur Sache“, schildert Michael Amling, Leiter der Saftbereitung. „Wir arbeiten aber ohnehin das ganze Jahr über in drei Schichten.“

Als er selbst seine Ausbildung absolvierte, gab es deutschlandweit nur 18 junge Menschen, die diesen Beruf ergreifen wollten. Noch heute gibt es nur eine Berufsschule im hessischen Geisenheim für den überbetrieblichen Unterricht. Dort verbringen die Auszubildenden insgesamt zwölf Wochen im Jahr. Als Rüstzeug gefragt sind übrigens gute Noten in Biologie, Physik und Mathematik.

Schnuppertage sind Pflicht

Bei Eckes/Granini erlernen derzeit vier junge Leute das Handwerk der Fachkraft für Fruchtsaft-Technik in den Lehrjahren eins und zwei. Zum ersten Mal in der Firmengeschichte stellen gleich drei junge Frauen einen ganzen Jahrgang. Sie alle haben drei Schnuppertage im Werk absolviert, das ist Pflicht. „Ich habe dabei einige Vorstellungen korrigiert, die ich von diesem Beruf hatte“, gibt Nelli Miller zu – heute schreckt sie vor großen Maschinen nicht mehr zurück. Jeder Auszubildende lernt jeden Produktionsschritt kennen, auch die Türen des Labors bleiben nicht verschlossen. Und nach anderthalb Jahren, verrät Saftbereitungsleiter Amling, stelle der Nachwuchs zum ersten Mal eigenen Saft her, „ein Höhepunkt in der Lehrzeit“.

Auch interessant
Veranstaltungskalender Hennef
Obacht, Autofahrer:
Verkehrsbehinderungen

An dieser Stelle informiert der "Rhein-Sieg-Anzeiger" über Baustellen auf den Autobahnen im Rhein-Sieg-Kreis und Bonn.

Schulen im Rhein-Sieg-Kreis
Wegweiser

Hier finden Sie alle weiterführenden Schulen im Rhein-Sieg-Kreis mit vielen Extra-Informationen.

FACEBOOK
Redaktionsteam
Glosse

Mit spitzer Feder und Zunge kommentieren die Mitarbeiter des "Rhein-Sieg-Anzeiger" Situationen und Begebenheiten.

Serie
Die Waldohreule (Asio otus)

Der „Rhein-Sieg-Anzeiger“ stellt in der Serie „Was zwitschert denn da?“ die im Kreisgebiet lebenden Vögel und deren Rufe vor.

Nachwuchs-Autoren

Szene, Lifestyle, Trends, coole Events: Schüler, Studenten und Auszubildende schreiben für junge Leute.

Hennef Links
Kleinanzeigen