Unbekannte haben in Rott in der Selbstbedienungs-Filiale der VR-Bank einen Geldautomaten gesprengt und einen hohen Bargeldbetrag erbeutet. Die Servicehalle wurde bei der Explosion ebenfalls weitgehend zerstört. Um 2.08 Uhr ist die Digitaluhr vor dem flachen Gebäude an der Dambroicher Straße stehen geblieben. Die Ziffern zeigen auch noch am Morgen danach diese Uhrzeit an. Um 2.08 Uhr weckte eine Explosion die Nachbarn der VR-Filiale. „Ich habe gedacht, ein Lastwagen wäre in mein Haus gefahren“, sagt Erik Schlemmer, der direkt neben der Bank wohnt.
Ob es sich bei dem gefundenen Autowrack um das Fluchtauto der Bankräuber von Hennef handelt, ist noch nicht erwiesen, allerdings lassen die gestohlenen Nummernschild dies vermuten.
Foto: Ralf Rohrmoser-von GlasowAufgeschreckt durch den Knall sah er in der Nacht aus dem Fenster und entdeckte die zerstörte Glasfassade der Selbstbedienungsfiliale, die Scheiben und Scherben auf Bürgersteig und Fahrbahn, Trümmerteile, die durch die Luft gewirbelt worden waren. In seinem Garten hatte ein Plastikteil die Abdeckung der Möbel durchschlagen und war auf der Tischplatte liegen geblieben. An den Brettern des Zauns waren Teile abgesplittert.
Der Geldautomat der Bank war völlig auseinandergerissen, die schwere Tresorwand gut zehn Meter nach draußen geflogen. „Es war unglaublich laut“, erinnert sich Schlemmer, doch seine Kinder schliefen weiter. Zahlreiche Anwohner der Ortschaft waren geweckt worden. Eine gegenüber wohnende Nachbarin beobachtete, wie ein Fahrzeug davon fuhr.
In Lohmar-Birk wurde am 19. Februar 2007 auch ein Geldautomat gesprengt. Damals brannte das komplette Gebäude aus, die Geldkassetten hielten stand. Vermutlich wurde wie jetzt auch Gas eingesetzt.
An dem Automaten der Filiale an der Dambroicher Straße versuchten sich am 6. und 8. Februar 2007 Räuber. Sie scheiterten.
Durch eine Fliegerbombe wurde im Zweiten Weltkrieg eine Scheune zerstört, die früher an Stelle des heutigen Servicepunktes in Rott stand. (rvg)
Zahlreiche Streifenwagen eilten nach Rott, sofort wurde eine so genannte Ringfahndung eingeleitet und die möglichen Fluchtstrecken der Bankräuber kontrolliert. Ein anderer Zeuge hatte Männer in einem dunklen Kombi flüchten sehen.
Die enorme Druckwelle hatte zwar den Automaten und den Tresor, nicht jedoch das Bankgebäude zerstört. So konnten die Täter durch die zersplitterten Scheiben einsteigen und das Geld – nach Informationen des „Rhein-Sieg-Anzeiger“ knapp 100 000 Euro – an sich nehmen, bevor sie den Rückzug antraten.
Die Kripo sicherte Spuren, unterstützt von der Feuerwehr, die die Einsatzstelle ausleuchtete. Die Ortsdurchfahrt blieb für rund drei Stunden gesperrt. Mitarbeiter des Geldinstituts organisierten einen Wachdienst, der ab 5 Uhr Streife schob. Die Feuerwehrleute errichteten einen Bauzaun vor der Filiale, damit der morgendliche Berufsverkehr rollen konnte.
Bei Tageslicht liefen die Ermittlungen vor der zerstörten Filiale in Rott wieder an. In den Trümmern des Geldautomaten entdeckten Polizeibeamte noch 85 Euro. Sie waren den Tätern offenbar entgangen. Wenig später wurde auch das Fluchtfahrzeug nur wenige hundert Meter entfernt an der Straße „Auf dem Komp“ entdeckt. Es war ein schwarzer Audi A 3 und hatte zwei verschiedene Kennzeichen, mindestens eines war als gestohlen gemeldet worden. Es wurde sichergestellt.
Hinweise an die Polizei unter ☎ 02241/541 35 21.

