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Gerichtsmedizin: Mutter soll Baby getötet haben

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Eine Mutter soll in Hennef ihr Neugeborenes getötet haben. Foto: Ralf Rohrmoser-von Glasow
In Hennef-Lauthausen soll eine Mutter nach Informationen des „Rhein-Sieg-Anzeiger“ ihr Neugeborenes getötet haben. Die Polizei fand den winzigen Leichnam in einer Wohnung oberhalb einer Gaststätte. Die 22-Jährige wurde festgenommen.  Von
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Eine 22-jährige Mutter wird verdächtigt, am Freitagvormittag in Lauthausen ihr Neugeborenes getötet zu haben. Die Polizei fand den winzigen Leichnam in einer Wohnung oberhalb einer Gaststätte. Hier lebt die Frau mit ihren Eltern. Petra S. (Name geändert) wurde noch am Freitag festgenommen, zu diesem Zeitpunkt befand sie sich in stationärer Behandlung.

Die abendlichen Gäste des Lokals hörten die Schritte der Ermittler über ihren Köpfen. Denn eine Mordkommission der Bonner Polizei hatte die Ermittlungen übernommen, nachdem am Freitagnachmittag Hennefer Polizisten den toten Jungen in einer Kammer gefunden hatten.

Zeugen sagten aus, Petra S. sei am Freitag gegen 11.30 Uhr in ein Taxi gestiegen und weggefahren. Nach Informationen des „Rhein-Sieg-Anzeiger“ ließ sie sich nach Siegburg ins Krankenhaus bringen. Der diensthabende Gynäkologe bemerkte sofort, dass die Blutungen und Unterleibsschmerzen Folgen einer Geburt waren. Er ließ die junge Frau kurz vor 13 Uhr mit einem Rettungswagen in die Kinderklinik nach Sankt Augustin verlegen. Dort hat sich eine Abteilung auf alle Behandlungen rund um die Geburt spezialisiert.

Die Ärzte dort befragten die junge Mutter, wo denn das Baby sei. Die 22-Jährige machte ausweichende Angaben. Das erregte Verdacht, die Mitarbeiter der Klinik entschieden sich dafür, die Kriminalpolizei aus Siegburg einzuschalten. Das ungute Gefühl hatte sie nicht getrogen. Bei einer ersten Befragung gestand S. sehr bald, dass sie ihr Baby am Morgen des Tages geboren und anschließend getötet habe.
Gegen 16 Uhr, so erzählten Gaststättenbesucher, tauchten die ersten Polizisten in Lauthausen auf, kurz darauf ein Rettungswagen. Der tote Junge wurde gefunden, offenbar sorgfältig eingepackt. Gegen 19.30 Uhr schließlich wurde ein Notarzt gerufen, weil es minimale Chancen auf eine Wiederbelebung gab. Er konnte aber nur noch den Tod des Säuglings feststellen. Kripobeamte aus Bonn unter der Leitung von Joachim Grünkemeyer sicherten Spuren am Tatort. Das dauerte mehrere Stunden.

Kurz vor 23.30 Uhr verließen sie das Haus und nahmen zahlreiche Tüten mit Beweismaterial mit. Die Tür zur Wohnung wurde amtlich versiegelt. Etwa eine halbe Stunde zuvor hatte ein Bestatter den kleinen Körper abgeholt. Behutsam in einen Kindersitz verpackt, wurde er nach Bonn zur Obduktion in die Gerichtsmedizin gefahren, die der Bonner Staatsanwalt Ulrich Kleuser angeordnet hatte.

Die Besucher der Gaststätte erzählten, dass die 22-Jährige, die als Köchin arbeiten soll, in der jüngeren Vergangenheit dicker geworden sei. Doch keiner konnte sich erinnern, dass sie offen von einer Schwangerschaft erzählt habe. Der ein oder andere vermutete zwar, dass sie ein Kind bekommen würde. Sicher waren sie aber nicht, weil die junge Frau weiterhin Alkohol, auch Schnaps getrunken habe. Das hatte sie bei einer Schwangeren doch gewundert. Die Stimmen blieben aber vorsichtig, wollten die Ergebnisse der polizeilichen Untersuchungen abwarten. Die Familienmitglieder von Petra S. gelten als angenehme Nachbarn.

Am Samstag ermittelte die Mordkommission erneut in der Wohnung. Am Nachmittag stellte die Staatsanwaltschaft den Antrag auf Haftbefehl wegen Verdachts des Totschlags. Eine Richterin am Amtsgericht Siegburg schickte die Frau, die zunächst weiter stationär behandelt wurde, in Untersuchungshaft. Sie befinde sich in der „Obhut der Justiz“, so die Polizei.
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