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Gerichtsprozess: Mutter wegen Totschlags angeklagt

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Eine Mutter soll in Hennef ihr Neugeborenes getötet haben. Foto: Ralf Rohrmoser-von Glasow
Wegen Totschlag an ihrem eigenen Kind muss sich eine Henneferin vor dem Bonner Landgericht verantworten. Gleich mehrere Männer kommen als Vater des getöteten Babys in Betracht – einer bestritt die Vaterschaft.  Von
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Hennef / Bonn

Im Fall der 22 Jahre alten Henneferin, die ihr neugeborenes Kind getötet haben soll, hat die Bonner Staatsanwaltschaft jetzt Anklage erhoben. Wie Oberstaatsanwalt Robin Faßbender mitteilte, wird der jungen Frau ein Totschlag zur Last gelegt. Sie wird sich demnächst vor der Schwurgerichtskammer am Bonner Landgericht verantworten müssen.

Laut Faßbender hat die Auszubildende zur Köchin ausgesagt, am Morgen des 16. November des vergangenen Jahres in ihrem Zimmer in der elterlichen Wohnung einen Jungen auf die Welt gebracht zu haben. Nach der Geburt habe sie die Nabelschnur mit einer Schere durchschnitten und den Jungen dann mit einem Kissen erstickt. Das tote Kind habe sie in ein Handtuch gewickelt und in einen blauen Müllsack gelegt. Diesen fanden  die Ermittler später in ihrem Zimmer. Welches Motiv die Frau zu dieser Tat veranlasst haben könnte, ist bislang unklar. Fest zu stehen scheint dagegen, dass sie mit allen Mitteln versuchte, die Schwangerschaft geheim zu halten. Seit einem Arztbesuch in der 15. Schwangerschaftswoche soll sie gewusst haben, dass sie ein Kind erwartete.

Anschließend soll sie der Anklage zufolge immer wieder Ausreden erfunden haben, um ihrem Umfeld weis zu machen, dass sie nicht schwanger sei. Anfang November wurde sie offenbar von einer Freundin gedrängt, endlich  einen Frauenarzt aufzusuchen, um abklären zu lassen, ob sie nicht doch ein Kind erwarte. Dieser Freundin soll die Henneferin dann erzählt haben, dass sie in einem frühen Stadium schwanger sei und sich jetzt überlegen müsse, ob sie das Kind behalten wolle. Zu dieser Zeit, Anfang November, war allerdings bereits der errechnete Geburtstermin, für den die 22-Jährige anscheinend bei ihrem Arbeitgeber Urlaub beantragt hatte. Da das Kind jedoch nicht kam, ließ sich die Köchin offenbar  von ihrem Hausarzt aufgrund eines Infekts krank schreiben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass mehrere Männer als Vater des Kindes in Betracht kommen.

Mann streitet Vaterschaft ab

Einem dieser Männer, der in den Augen der 22-Jährigen der Vater war, soll sie von ihrer Schwangerschaft berichtet haben. Er soll ihr  jedoch nicht geglaubt haben. Vielmehr habe er geäußert, dass, wenn sie wirklich schwanger sei, das Kind jedenfalls nicht von ihm sei. Nach der Geburt hatte die heute Angeklagte wohl so starke Blutungen, dass sie nach Siegburg ins Krankenhaus fuhr. Von dort wurde sie in die Kinderklinik nach Sankt Augustin verlegt, da es dort eine auf Behandlungen rund um die Geburt spezialisierte Abteilung gibt. Auf die Frage der Ärzte, wo  das Kind sei, hatte sie laut Anklage zunächst behauptet, sie habe das Kind zu Hause mit Hilfe einer Hebamme zur Welt gebracht.

Nachdem ihr dies   genauso wenig geglaubt wurde wie die zweite Version, dass sie das Neugeborene in einer Babyklappe abgelegt habe, hatte die 22-Jährige die Tötung im Beisein der Polizei gestanden. Die junge Frau muss nun mit einer mindestens fünfjährigen Freiheitsstrafe rechnen.

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