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Gerichtsurteil: Mutter mit Kind darf einziehen

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Foto: Ralf Rohrmoser von Glasow
Wohnungseigentümer wollten verhindern, dass eine Mutter mit Kind in ihre Wohnung einzieht, weil die Miete von der Villa Mamaya bezahlt wird. Das Amtsgericht kam dem Ansinnen nicht nach, die Vermietung zu untersagen.  Von
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Dass eine Mutter mit Kind in die Eigentumswohnung von Bea Steimel zieht, ist keine gewerbliche Nutzung dieser Wohnung. Auch nicht, wenn die Miete für Mutter und Kind von der Villa Mamaya, einer gemeinnützigen GmbH, bezahlt wird.
Dies stellte das Amtsgericht in Siegburg fest. Damit hat der Antrag auf einstweilige Verfügung, den die drei Miteigentümer des Hauses gestellt hatten, in dem die Wohnung von Bea Steimel liegt, keinen Erfolg. Der zuständige Richter am Siegburger Amtsgericht kam ihrem Ansinnen nicht nach, die Vermietung zu untersagen.

Die drei Miteigentümer des Hauses in unmittelbarer Nachbarschaft der Einrichtung wollten verhindern, dass Steimel ihre Wohnung an die Villa Mamaya vermietet. Sie fürchten sich offenbar vor unangenehmen Nebeneffekten dieser Vermietung. Der Richter machte in der mündlichen Verhandlung klar, dass er diese Befürchtungen für nah an der Diskrimierung hält.

Die Villa Mamaya betreut junge Mütter, die in einer schwierigen psychischen Verfassung sind. Wer Drogen nimmt, müsse die Einrichtung verlassen, erklärte Claudia Barion, die Leiterin der Einrichtung. Nur einmal habe es eine Mutter gegeben, die gekifft habe. Das Problem habe man aber in den Griff bekommen.

Die Wohnung von Bea Steimel soll dazu dienen, die Mütter für etwa ein bis drei Jahre selbständig leben zu lassen. Zuvor haben sie bereits unter enger Betreuung und Therapie in der Villa Mamaya selber gelebt. Einmal am Tag schaut in der Wohnung planmäßig ein Betreuer vorbei, die Frauen können einfach herüber in die Villa Mamaya gehen, wenn sie Hilfe benötigen.

Nachdem das Amtsgericht die einstweilige Verfügung abgewiesen hat, wird die Villa Mamaya ab Juni Mieter der Steimelschen Wohnung, wie Bea Steimel mitteilte. Sie zeigte sich erleichtert über den Spruch des Gerichts.

Offen bleibt, ob die drei anderen Wohnungseigentümer des Hauses an der Beethovenstraße nun in Berufung vor dem Landgericht in Köln gehen. Ihr Argument: Da eine GmbH der Mieter ist, und sei es eine gemeinnützige, ist die Vermietung gewerblich und widerspricht damit der Satzung, die sich die Hauseigentümer gegeben haben. Der Richter hatte demgegenüber ausgeführt, dass Wohnen keine gewerbliche Nutzung sei.

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