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Mutter-Kind-Haus: Mersch spricht von einem Komplott

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Das Mutter-Kind-Haus in Hennef Foto: Ralf Rohrmoser von Glasow
„Die eigene leitende Mitarbeiterin hat uns hintergangen“, sagt Renate Mersch, Vorsitzende des Trägervereins "Mutter-Kind-Haus" in Hennef. Deshalb hat der Verein der Leiterin Ulla Meurer nun fristgerecht gekündigt.  Von
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Der Förderverein des „Mutter-Kind-Hauses“ an der Humperdinckstraße hat der erkrankten Leiterin, Ulla Meurer, fristgerecht zum 30. Juni gekündigt. „Die eigene leitende Mitarbeiterin hat uns hintergangen“, sagt die Vorsitzende, Renate Mersch. „Diese Geschichte als Komplott zu bezeichnen, ist sicher nicht übertrieben“, unterstützt sie ihr Berater, Ewald Schenkelberg.

Hintergrund für diese harten Vorwürfe sind Mails, die auf dem Dienstrechner Meurers gefunden wurden. Für die Akten von rund 100 Kindern, so Mersch, habe sie den Computer starten müssen. Dabei sei eine Mitarbeiterin auf ein nicht an den Vorstand weiter geleitetes Schreiben des Leiters des Amtes für Kinder, Jugend und Familie, Jonny Hoffmann, gestoßen. Darin stellte er gegenüber dem Landesjugendamt die Eignung des Trägers für den Betrieb einer Kindertageseinrichtung aus verschiedenen Gründen in Frage und bat um Überprüfung. „Warum hat das Jugendamt das Neutralitätsgebot nicht immer eingehalten?“, fragt Mersch, die vermutet, dass die Verwaltung Meurer und die Elternräte wohl unterstützend begleitet habe. Sie geht davon aus, dass die Stadt die Einrichtung übernehmen wolle.

Darum geht's im Streit

Eltern wollten sich bei der Vorbereitung einer Karnevalsparty des Fördervereins einbringen. Doch die Vorsitzende, Renate Mersch, wies den Wunsch zurück. Unter anderem wollte sie kein Fingerfood anbieten.

Der Versuch eines klärenden Gesprächs scheiterte. Die Parteien trennten sich im Streit. Daraufhin kündigte der Vorstand acht Kindern die Betreuungsverträge. Nach heftigen Protesten und der Einschaltung des Landesjugendamtes nahm Mersch die Kündigungen wieder zurück. (rvg)

Jugendamtsleiter Hoffmann weist das zurück. „Wir haben die gesetzliche Verpflichtung, bei auftretenden Problemen das Landesjugendamt einzuschalten.“ Und Probleme gab es Anfang Februar: Acht Betreuungsverträge waren gekündigt worden, nach einem Streit um eine Karnevalsfeier. Die Kinder werden weiterhin betreut, die Kündigungen wurden zurückgenommen.

Doch Mersch wirft ihrer früheren Leiterin noch weitere Verfehlungen vor, neben der nicht vernünftig wahrgenommenen Verwaltungsarbeit. Bei der weiteren Suche auf dem Rechner fanden sich mehrere Mailkontakte mit den Elternvertretern, unter anderem Absprachen zu einer Pressemitteilung. Des Weiteren tauchte Schriftverkehr zur Gründung einer Elterninitiative auf mit dem Namen „Phoenix“ auf, bei der das ehemalige Vorstandsmitglied Edelgard Deisenroth-Specht mitgewirkt hat, inklusive der Absprachen mit dem Ersten Beigeordneten Stefan Hanraths. Mersch dazu: „Wir wussten nichts von der Gründung einer Elterninitiative.“ Deisenroth-Specht und Meurer zeigten sich überrascht, waren sie diesen Schritt doch nach ihren Angaben in Absprache mit der Vorsitzenden gegangen. Die Stadt wollte mitziehen, wenn die Elterninitiative die Einrichtung übernimmt, das Gebäude mietet und dadurch die Liquidität des Vereins erhöht. Doch weil der Bau schon zu 100 Prozent öffentlich gefördert worden war, schied diese Variante aus. Außerdem, so Hanraths, könne niemand  seriös zuraten, in einer solch schwierigen, finanziellen  Situation eine so große Einrichtung zu übernehmen. Eine Lösung der Situation sei nur möglich, wenn alle „die Hosen runterlassen“.

Schenkelberg und Mersch schauen aber zuversichtlich in die Zukunft. Sie wollen wieder Ruhe einkehren lassen, die Zusammenarbeit mit Eltern, Jugendamt und Landesjugendamt vertrauensvoll gestalten, um Vertrauen aufzubauen. Denn der Streit habe die Spendenlust der Hennefer und die Anmeldezahlen für das kommende Kindergartenjahr gesenkt. Jetzt stehen noch die Ergebnisse der Belegprüfung aus. Die Stadt hat die Gemeindeprüfanstalt und den Landesrechnungshof eingeschaltet, um neutrale Positionen einzuholen. Erst dann werde es Aussagen dazu geben.

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