Henns Geschmackssache
Restaurant-Kritiken und Lieblingsorte in Köln

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Il Bagutta: Zu viel der Überraschung

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Trotz allem herrlich gelungen: die Kalbsbäckchen. Foto: Henn
Klaus Jaquemod hat bei den Besten gelernt und ist mit seinen Kochkünsten ein Kölner Urgestein. Dass er jetzt im „Il Bagutta“ kocht, klingt zwar so, als würde es zusammenpassen — tut es aber nicht. Der Besuch dort ist eher eine Enttäuschung.  Von
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Köln

Enfant terrible, 'ne Jeck, Choleriker, Altmeister - all das sagt man über Klaus Jaquemod. Er lernte sein Handwerk bei Roland Bado, später erkochte er sich einen Stern im „Capricorn i Aries“, nun hat es ihn ins „Il Bagutta“ im Kwartier Latäng verschlagen. Das gibt es auch schon seit mehr als 40 Jahren. Man könnte sagen: Ein kulinarisches Kölner Urgestein kocht nun in einer kulinarischen Kölner Institution. Eine Traumpaarung? Leider nein.

Dabei stimmt hier doch einiges: Das Interieur ist mit den blanken Holztischen, vielen Bildern, Lichterketten und Kerzen zusammengewürfelt, aber gemütlich, der Service ist nett, die Stimmung ungezwungen. Es gibt eine große Karte mit offenen Weinen. Dass das „Il Bagutta“ eine wundervolle Adresse für unkomplizierten Genuss sein könnte, steht genauso außer Frage, wie dass Jaquemod gut und klug kochen kann. Das zeigt sich bei den Kalbsbäckchen mit herrlich-zupackenden Röstnoten und genau der richtigen Bissfestigkeit, auch bei der Paté von Rind, Schwein und Haselnüssen mit seiner fein austarierten Balance aus Würze und Süße.

Enttäuschender Gruß aus der Küche

Aber meine grundsätzliche Erwartung einer hochklassigen französischen Bistroküche mit guten Zutaten und perfekter Zubereitung zu einem fairen Preis wurde enttäuscht. Der Gruß aus der Küche, Gänselebermousse auf Honigkuchen, ist farblich wenig ansprechend, nämlich zur Hälfte grau. Das Törtchen vom Räucherfisch ist undifferenziert salzig, beim Dreierlei vom Kalbskopf ist das Gelee fest wie ein Gummiball. Die Seezunge war als solche geschmacklich kaum zu erkennen, bei der Rieslingsauce der Wein beim besten Willen nicht herauszuschmecken. Und das Roastbeef? Ein schönes Stück Rind, aber außen zu trocken.

Dazu nussig-trockene Bohnen und ein Klecks Sauce Béarnaise. Flugs etwas Béarnaise nachgeordert. Die Antwort der Küche: Sie müsste frisch aufgeschlagen werden, das dauere zu lange. Sekunden später wird der Gang am Nebentisch serviert - mit Sauce Béarnaise. Es ist der Hauptgang des Überraschungsmenüs, das an diesem Abend am häufigsten rausgeht. Und Jaquemod will uns weismachen, er schlage die Béarnaise für jeden Teller neu auf?

Überraschung mal anders

Das undefinierbar süß-mehlige Petit Four stellte sich schließlich als weißer Mandelkuchen heraus. Das nenne ich Überraschungsmenü: Selbst wenn es auf dem Teller ist, weiß man noch nicht, was vor einem steht. Mehr von den gelungenen Gerichten - und die Kalkulation etwas runterdrehen, das würde ich mir hier wünschen. So sind 42 Euro für drei Gänge stattlich und das Bagutta erscheint als unstimmiges Restaurant: Studenten-Atmosphäre mit schwacher Bistroküche von einem Sterne-Koch zu hohen Preisen.

Il Bagutta
Heinsbergstraße 20a, 50674 Köln-Innenstadt,
02 21/21 26 94,

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Montag ab 18 Uhr
www.bagutta.de

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