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Hin und Weg: Washington DC: Der politischste Ort der Welt

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Daniela Braun, Politik-Studentin aus dem Oberbergischen, geht zurzeit in Washington D.C. zum College. Für sie ist es der "politischste Ort der Welt". Foto: Privat
Daniela Braun studiert ein Semester in Washington DC, dem politischsten Ort der Welt, wie sie sagt. Das College findet sie ziemlich klischeemäßig. Gut, dass sie noch zwei Tage pro Woche ein Praktikum bei einem Abgeordneten im Kongress macht.
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Washington DC ist der politischste Ort der Welt, deshalb wollte ich unbedingt nach hier, vor allem während der Wahl. Ich komme aus Lindlar im Oberbergischen und mache aber momentan meinen Politik-Master in Berlin. Die Leute, die hier an der Uni zu uns gesprochen haben, erzählen uns Geschichten über Politiker, die man sonst nur aus den Geschichtsbüchern kennt. Wir hatten jemanden, der im Weißen Haus unter Eisenhower und Nixon gearbeitet hat. Und dann eine der Redenschreiberinnen von Hillary Clinton. Sie war schwanger mit Zwillingen, als sie sich beworben hat. Und dann hat ihr Büro darüber diskutiert, ob sie trotzdem die Stelle bekommt. Hillary Clinton hat gesagt: Wenn das die Beste ist, dann gibt es keine Diskussion, dann spielt die Schwangerschaft keine Rolle, wenn wir es hier nicht machen können, dann können wir das nicht von Betrieben in den USA verlangen. Du hast schon das Gefühl, dass du die Person, die du sonst auf der Bühne siehst, jetzt besser kennst. Die ganze Stadt ist polarisiert, jeder spricht über Politik. Aber ich hab auch schon Amerikaner getroffen, die sich wünschen, dass es endlich vorbei ist. 

Uni haben wir hier an der American University aber nur drei Tage die Woche, zwei Tage mache ich ein Praktikum bei einem Abgeordneten im Kongress. Es ist natürlich einerseits cool bei einem Celebrity zu arbeiten, aber auf der anderen Seite natürlich auch unspannend. Er hat zwei Büros, zum einen das für seinen Wahlkreis und dann noch ein Büro im Kapitol, wo er die ganze Zeit ist, ich aber nicht. Meine Aufgabe ist, ans Telefon zu gehen und Emails zu sortieren. Das sind halt eher administrative Aufgaben, aber es ist für mich schon auch eine Herausforderung, wenn zum Beispiel die Leute aus dem ganzen Land anrufen und sich über Libyen beschweren.

Burger, Pizza, Pommes

Das College-Leben ist natürlich manchmal schon klischeemäßig, sehr oft Burger, Pizza und Pommes. Mich überraschen aber unheimlich viele Amerikaner, ich dachte immer, die interessieren sich nicht für andere Länder. Ich habe jetzt schon so viele Leute kennengelernt, die mehr Sprachen als ich sprechen und zum Beispiel Arabisch lernen. Dann habe ich einmal in unserer Klasse gesagt, dass wir in Deutschland keine Verfassung haben, wir haben ein Grundgesetz, und dann hat jemand gesagt: Jaja, das Grundgesetz, das war ja nur temporär geplant. Das fand ich superüberraschend.

Mein Zimmer hier muss ich mir mit zwei Mädchen teilen. Ich habe da echt Glück gehabt, aber es ist schon mehr Hostel- oder Jugendherbergsatmosphäre. Die Amerikaner machen das meistens die ersten zwei Jahre so, das könnte ich nicht. Auf unserem Flur lebt ein RA, das bedeutet „room assistant“. Die sind dafür verantwortlich, dass die Regeln eingehalten werden. Das ist hier ein trockener Campus, das bedeutet, dass niemand trinken darf. Wenn es lauter wird, kann da auch schon mal das Zimmer durchsucht werden und dann wird mit Konsequenzen gedroht.  Solange man es nicht auf die Spitze treibt, passiert da aber nicht viel. Einem Freund wurde angedroht, er müsste ein Poster basteln. Er war ganz aufgeregt und hatte sich schon Glitzerstifte besorgt, musste es aber doch nie basteln.

Unbedingt machen: Cupcakes bei Baked and Wired in Georgetown essen, zu einer Lesung in den Buchladen politics & prose gehen, sich ein Auto mieten und mal raus aus DC fahren

Unbedingt lassen: Alkohol auf der Straße trinken, das ist verboten; spät in Clubs gehen, viele schließen nämlich schon um zwei

Aufgezeichnet von Anne-Kathrin Gerstlauer 

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