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Huhuu mit Vollmondbier

Erstellt 09.01.04, 07:47h

Der Mond ist aufgegangen. Doch die goldnen Sternlein sieht man hier, in der Galerie Exit Art, nicht prangen. Über uns bollert - wu-tumm-wu-tumm-wu-tumm - der Abendzug nach Düsseldorf.

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Der Mond bleibt draußen. Zur Premiere der Kölner Vollmondnächte trat dafür die A-Cappella-Gruppe „Choirblax“ in der Galerie Exit Art auf.
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Der Mond bleibt draußen. Zur Premiere der Kölner Vollmondnächte trat dafür die A-Cappella-Gruppe „Choirblax“ in der Galerie Exit Art auf.
Der Mond ist aufgegangen. Doch die goldnen Sternlein sieht man hier nicht prangen. Über uns bollert - wu-tumm-wu-tumm-wu-tumm - der Abendzug nach Düsseldorf.

Unterm Gleis 1, eine Wendeltreppe führt in den versteckten Winkel, verbirgt sich die Galerie Exit Art (Hohenzollernbrücke 11). Und in der wird heute Abend die erste Kölner Vollmondnacht zelebriert - eine neue Veranstaltungsreihe. Und wohl die erste, die sich nach dem Mondkalender richtet. Sprich: bei Vollmond wird die Galerie bespielt, an wechselnden Wochentagen. Thomas Plum, seines Zeichens Geschäftsführer von „inside cologne“, ist der Mann im Mond, hatte die Idee zum Abend unterm voll beleuchteten Erdtrabanten. „Meine Frau“, erzählt Plum, „ist Schriftstellerin. Und weil bei Mondschein doch viele Künstler sich beflügelt fühlen, kam uns die Idee zur Vollmondnacht.“

Künstler sind viele willkommen, Chöre, Kabarettisten, Komödianten, Schauspieler und Schriftsteller. Aber bitte solche, die auch gut vortragen können. Noch dazu legt Plum Wert darauf, seine Kunst aus Köln zu holen. Er will die Vielfalt der hiesigen Kulturszene zeigen. „Das stieß auch bei den Künstlern, die wir bis jetzt angesprochen haben, auf große Resonanz. Obwohl wir natürlich keine großen Gagen zahlen können.“

Genau genommen gab es sogar schon mal eine Vollmondnacht in der Galerie Exit Art, das war 1995, die Galerie hatte ihre Räume damals noch im Deutzer Bahnhof. Lindenstraßen-Penner und Super-Übersetzer Harry Rowohlt las. Doch es blieb beim einmaligen Event. Das soll sich jetzt ändern. Plum will eine „Kölner Institution“ schaffen, nicht weniger. Zur Premiere erwartet uns ein verspätetes Neujahrskonzert mit der vier Mann starken A-cappella-Gruppe „Choirblax“. Die Herren lassen die Beine von der knapp unter der gewölbten Decke eingezogenen Etage baumeln. Früher war die Galerie das erste Geschäft von Foto Lambertin. Und dort oben unter der niedrigen Decke saß die Buchhaltung.

Am ehemaligen Geschäft hat Galerie-Besitzer André Falck so wenig wie möglich geändert. Die alten Regale ragen noch unter der Verkleidung aus rotem Chintz hervor. Schlendert man unter die Extra-Etage, kann man die Künstler im Spiegel oberhalb des Schaufensters betrachten. Vitrinen voll mit Objekten, Kunstbüchern, Kassetten und Buttons gibt es zu entdecken, darüber zeigen fünf Uhren die Kölner Weltzeit an: „Ihrefeld“, „Sülz“, „Düx“, „Nippes“ und „He“ - die Zeit bleibt sich gleich und über allen scheint bleich der dicke Mond. Nur „Düx“ geht ein wenig nach. Im Eintritt (zehn Euro, ermäßigt acht) enthalten ist eine Flasche Vollmondbier. Auf dem Etikett - „Vollmondbier. Die magische Bierspezialität“ - heult ein Wolf den vollen Mond an, daneben schäumt im Glas das Vollbier.

„Es gibt in Bayern tatsächlich vier Privatbrauereien, die nur bei Vollmond Bier brauen“, erzählt André Falck, der Besitzer der Galerie Exit Art. „Da sind wir bei unseren Recherchen im Internet zufällig drauf gestoßen.“ Die mit dem schönsten Etikett hat sich Falck ausgesucht, ist zur Wolfshöher Privatbrauerei in ein kleines Dorf nahe Nürnberg gefahren und hat ein paar Kisten exklusiv nach Köln exportiert. Noch zwölfmal in diesem Jahr, weil 2004 eben ein Jahr mit 13 Monden ist, wird unter der Hohenzollernbrücke gefeiert. Unter anderem mit einer Theateraufführung von „Duke“ und dem Meine Fresse Club.

Das Programm beginnt jeweils um 20 Uhr. Danach ist open end, unterm Gleis 1 kann man ja keine Nachbarn stören.



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