Köln - Mit der Schließung mehrerer Werbeagenturen und der
Einleitung von Ermittlungsverfahren gegen über 60 Beschuldigte will
die Polizei die sogenannte "Kölner Masche" stoppen. Dabei handelt es
sich um eine besonders geschickte Betrugsmethode, mit der
werbetreibende Firmen geschröpft wurden, wie die Polizei in der
Domstadt am Donnerstag mitteilte. Den Ermittlern lagen mehrere
hundert Strafanzeigen von geschädigten Firmen überwiegend aus dem
süddeutschen Raum vor. Der entstandene Schaden liegt bei über acht
Millionen Euro.
Die Angestellten der betrügerischen Werbeagentur werteten
Werbetafeln und -prospekte verschiedener Unternehmen aus.
Anschließend gaben sich die Betrüger bei den Unternehmen als
Mitarbeiter der Firma aus, die mit der Werbung auf den Tafeln und in
den Prospekten beauftragt waren. Den Betroffenen wurde erklärt, dass
sich der Vertrag versehentlich auf zwei bis drei Auflagen anstatt wie
vereinbart auf nur eine Auflage erstrecke. Um diesen "Fehler"
rückgängig zu machen, müsse der bestehende Vertrag von Seiten des
Kunden schriftlich gekündigt werden. Anschließend wurde ein Vordruck
der Kündigung zugefaxt - tatsächlich aber war mit der Unterschrift
ein neuer Auftrag an die Werbeagentur erteilt worden, der auch die
Kontodaten enthielt.
Dann wurden von den Kundenkonten per Lastschriftverfahren je 300
bis 600 Euro abgebucht, häufig sogar mehrfach. Kunden, denen das
betrügerische Vorgehen aufgefallen war und die deshalb nicht
unterschreiben wollten, wurde mit rechtlichen Schritten gedroht. Die
vertraglich vereinbarte Werbung erfolgte dann natürlich nicht.
Die Werbeagenturen waren bereits in den vergangenen Wochen vom
Kölner Gewerbeaufsichtsamt und der Polizei geschlossen worden. Die
beiden Geschäftsführer wurden festgenommen. Gegen einen der Männer
bestand bereits ein Haftbefehl. (ddp)