Von CHRISTIANE LINK, 06.01.05, 07:27h
RSS steht für „Really Simple Syndication“. Mit RSS und einem so genannten RSS-Reader, einer Software zur Nutzung von RSS, kann man sich schnell einen Überblick über die neuesten Nachrichten und Änderungen auf vielen Webseiten verschaffen, ohne die Seiten extra aufrufen zu müssen.
„RSS eignet sich für die Leute, die schnell Informationen haben wollen“, sagt der Berliner Jörg Kantel. Er betreibt den Blog „Schockwellenreiter“ und hat 500 RSS-Angebote abonniert, die er regelmäßig liest. Wenn er diese Seiten ständig besuchen müsste, um zu sehen, ob es neue Nachrichten gibt, hätte er viel zu tun. „Blogs haben sehr zur Verbreitung von RSS beigetragen“, meint Kantel. Ein Blog ist eine Webseite, die immer neue persönliche Einträge enthält. Da die Leserschaft immer auf dem Laufenden bleiben will, welcher Blog einen neuen Eintrag hat, hat sich RSS dort schnell durchgesetzt.
Thomas Gigold, der das RSS-Verzeichnis ins Leben gerufen hat, sagt: „Man muss nicht auf Dutzende Seiten gehen, sondern bekommt im RSS-Reader mit, ob sich etwas getan hat.“ Es sei viel Zeit raubender und komplizierter, sich die Seiten alle nach und nach anzusehen.
Dabei ist die Nutzung von RSS denkbar einfach: Jo Barger, Redakteur der Computerzeitschrift „c't“, empfiehlt Einsteigern, sich einen RSS-Reader der eigenen Wahl zu installieren und einfach loszulegen.
Einfachste Bedienung
„Der Browser Firefox zeigt automatisch an, wenn ein RSS-Link vorhanden ist.“ Ein einfacher RSS-Reader ist bei Firefox ebenfalls dabei.
Hinter einem RSS-Link verbirgt sich keine Webseite, sondern ein spezielles Dokument, das dem Reader sagt, welche Meldungen aktuell sind. Die Inhalte des RSS-Angebots werden Feed genannt. Der Reader ruft die einzelnen Meldungen ab und listet sie auf. Einige dieser Programme melden automatisch durch ein kleines, sich aufklappendes Fenster, wenn es neue Nachrichten gibt.
Barger empfiehlt für Windows-Nutzer den Sharpreader. Andere setzen auf den Feedreader. Laut Thomas Gigold vom „RSS-Verzeichnis“ sind die meisten der Reader E-Mail-Programmen sehr ähnlich. Der Aufbau vieler Anwendungen erinnere an das Mail-Programm Outlook und erleichtere so die intuitive Bedienung der Programme.
Wer öfter an einem anderen Computer sitzt oder an seinem Arbeitsplatz keine Software installieren darf, kann auf webbasierte Reader zurückgreifen: Bei Bloglines kann man sich ein Profil einrichten und im Internet die abonnierten Feeds lesen.
In Firefox schon enthalten
Ob die besuchte Seite RSS anbietet, erkennen Besucher einer Internetseite an einem kleinen orangefarbenen Rechteck. Meist steht „XML“ oder „RSS“ auf dem kleinen Kästchen. Dahinter verbirgt sich ein Link zu dem jeweiligen Feed. Der Browser Firefox zeigt mit einem kleinen orangefarbenen Quadrat an, wenn sich ein Link zu einem RSS-Angebot auf der Seite befindet.
„In Zukunft kann man damit vollautomatisch personalisierte Nachrichtenseiten bekommen“, sagt Jörg Kantel. Das sei mit einer Zeitung vergleichbar, die nur die eigenen Interessen abdeckt. (dpa)
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