Von INGEBORG SCHWENKE-RUNKEL, 21.01.05, 07:21h, aktualisiert 21.01.05, 11:55h
In azurblauen Leuchtlettern erstrahlte der Name des Nachtclubs „Tango Azul“ im Bühnenraum, der insgesamt leicht kaschemmig wirkte, denn wir sind in einem etwas anrüchigen Tanzlokal in Buenos Aires, in einer Nachtbar. Schräge Vögel treffen sich dort, Luden und Luder, halbseidene Paare aus der ehrbaren Gesellschaft, das Blumenmädchen, der Zeitungsverkäufer, der alte Kehrmann und auch der Matrose, der aus seinem Seesack ein Bandoneon hervorkramt. Tollpatschig tippt er mit seinen Fingern auf die Knöpfe, ein verzerrter Walzer erklingt. So hat das keinen Sinn. Ein richtiger Musiker kommt, kauft ihm das Instrument ab - die Rahmenhandlung ist zu Ende. Das Stück beginnt.
„Tango Azul“ ist weder Ballett noch Theater, vielmehr irgendwas dazwischen. „Tango Azul“ erzählt Geschichten und Geschichte. Der Tango spielt die Hauptrolle. Drei Paare tanzen, Patricia Nora singt, „Alfredo Marucci und das Quinteto Paternal“ bieten den musikalischen Rahmen. Am Klavier sitzt kein Mann, sondern die deutsche Musikerin Ulrike Payer.
Den choreographischen Faden hat Philippe Lizon, selbst begeisterter Tangotänzer und ehemaliger Schüler von Maurice Béjart, locker ausgelegt. Der Ablauf wirkt zufällig, improvisiert, und doch folgt er einem strengen Plan.
Er zeigt die unterschiedlichen Formen des Tangos. Den verspielten, zum Beispiel, den Lorena (Blumenmädchen) und Daniel Ferro (Zeitungsverkäufer) neckisch-komödiantisch aufs Parkett legen. Trippelschrittchen und ein erster, vorsichtiger Kuss erwachender Sexualität gehören dazu. Die beiden sind nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Leben ein Paar.
Zeig' mir, wie du Tango tanzt, und ich sag' dir, was du für einer bist: Schleicher oder Schmeichler, Verführer oder Verführter, Aufschneider oder Anbeter. Die Grenzen, wer bei diesem lateinamerikanischen Tanz führt, fließen. Wenn Frauen- Männerbeine umwinden wie die Schlangen Laokoon ist eines klar: Tango - das ewige Vorspiel.
Sie machen sich 'nen Schlitz ins Kleid und geben sich so auf- wie liebreizend: Beatriz Romero mit ihrem Partner Pablo Ojeda und Nélida Miglione mit Jorge Ramírez an den Seite beherrschen den eleganten und rasanten Schritt. Sie kosen und locken mit ihren Körpern, und doch steckt in jeder Drehung die Gewissheit: Das ist alles nur Spiel. Gerade das reizt. Auch das Publikum.
Die Begeisterung brach sich nach der Vorstellung in frenetischem Klatschen, Jubeln, Pfeifen Bahn. Südamerikanisch eben. Und für alle, die vom von Tango nicht genug bekommen können: Ins Spiegelzelt auf dem Landesgartenschau-Gelände laden Ulrike und Eckart Haerter im Rahmen von „Lev liest“ zum „Literarischen Tango-Café ein, Dienstag, 26. April, um 19.30 Uhr.
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige
22. April 2012,
E-Werk Köln
![]() |
Mahjongg Fortuna » 2337 Spieler |
![]() |
Zuma » 1507 Spieler |
![]() |
Bookworm » 1263 Spieler |
![]() |
Bubble Shooter » 1034 Spieler |
![]() |
Bejeweled 2 » 956 Spieler |