ZeitungsanzeigenAbo | Mediadaten
Schriftgröße

Der große Laichgrubenvergleich

Von HORST STOLZENBURG, 02.02.05, 07:12h, aktualisiert 02.02.05, 09:36h

Ruppichteroth - Ein Geologe untersucht deutschlandweit die Qualität von Kiesbetten in Lachsgewässern.

Ein Geologe untersucht deutschlandweit die Qualität von Kiesbetten in Lachsgewässern.

Ruppichteroth - Über zehn Jahre Lachsprogramm in Nordrhein-Westfalen und noch immer gibt der Fisch den Wissenschaftlern Rätsel auf. Seit Beginn der 90er Jahre haben schon viele Experten die Bröl näher untersucht, immer auf der Suche nach den Qualitätsmerkmalen der Kinderstuben, den Kiesbänken und Laichgruben. Bereits sehr frühzeitig stellte der Biologe Detlev Ingendahl in seinen Untersuchungen in der Bröl fest: Es gibt große Probleme bei der natürlichen Vermehrung der Lachse.

Die Gründe sind bekannt. Die Kiesbänke sind in der Regel durch Schlamm regelrecht verbacken und so fest, dass kaum ein Lachsweibchen hier eine Laichgrube anlegen kann. Geschieht dies aber doch, beeinflussen andere Faktoren, die erfolgreiche Entwicklung der Eier und Larven. Durch den hohen Eintrag von feinsten Schlammpartikeln bei Hochwasser werden die Laichgruben mit einer tödlichen Schlammschicht zugedeckt oder gar gänzlich weg gespült. In der Kiesschicht spielen sich sauerstoffzehrende Prozesse ab, die die Entwicklung der Eier massiv behindern, so dass eine natürliche Vermehrung meistens nur in Ausnahmen klappt.

Zustand der Gewässer

Der Erfolg des Lachsprogrammes hängt in Zukunft ganz wesentlich davon ab, diese ökologischen Engpässe in den Bächen und Flüssen zu beseitigen. Darüber sind sich die Experten einig. Aktuell forscht jetzt der Kölner Geologe Jochen Dirksmeyer an der Bröl. Im Rahmen seiner Doktorarbeit vergleicht er die Laichbedingungen für Lachse in Mittelgebirgsbächen und in Bächen des norddeutschen Tieflandes. Außerdem wird er vergleichend einige Lachsflüsse in Dänemark und Schweden (Skjern und Mörrum) in die Untersuchung miteinbeziehen. Sein Ziel ist es eine großmaßstäbliche, naturraumübergreifende empirische Untersuchung mit einem einheitlichen methodischen Ansatz. Hauptparameter sind dabei das Sediment, die Bachsohle, und der Sauerstoffgehalt vor dem Hintergrund der Gewässerstruktur. Dabei geht es um die Ermittlung des naturnahen Zustand der Gewässer. Im Mittelgebirge hat Dirksmeyer neben der Bröl, den Saynbach und das Wisper-System im Westerwald ins Untersuchungsprogramm miteinbezogen. In Norddeutschland sind es die Visbecker Aue (ein Huntezufluss), die Wümme, das Oste-System, die Stör und Lutter Pro Gewässer nimmt er dabei zwei bis vier Bodenproben aus dem Untergund. Außerdem werden an diesen Stellen Messsonden in den Gewässerboden vergraben. Hier können dann später Sauerstoffmessungen in verschiedenen Tiefenhorizonten (10, 20 und 30 Zentimeter) durchgeführt werden. Sämtliche Untersuchungen sollen zwei Jahre lang, also über zwei Laichperioden, vorgenommen werden. Bisher finanzierte der Fachmann diese Untersuchung selber.

Ab Februar 2005 bekommt er ein Stipendium des Landes NRW, weitere Unterstützung erfolgt durch das Wanderfischprogramm NRW. Seine Arbeiten erfolgen in enger Kooperation mit dem Limnologischen Institut der Universität Münster.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Newsticker


Anzeige


Bundesliga Liveticker


Anzeige





Bildergalerien


RHEINLAND WETTER



Special


ksta-blogs.de



Blog zur ksta.tv-Sendung



Aktion


Aktion





Aktuelle Verkehrsinfos


Termine

Veranstaltungssuche

 

Veranstaltungs-Tipps

Manic Street Preachers

22. April 2012,
E-Werk Köln

 

Mein ksta.de


ksta.de auf Facebook

KSTA auf Facebook

Meistgelesene Artikel


Stadtmenschen Community


Extra


Die 5 beliebtesten Pausenspiele

Mahjongg Fortuna
Zuma
Zuma »
1507 Spieler
Bookworm
Bookworm »
1263 Spieler
Bubble Shooter
Bubble Shooter »
1034 Spieler
Bejeweled 2
Bejeweled 2 »
956 Spieler

Brutto / Netto Rechner

Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.) Steuerklasse

Dienste