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Bulmahn: „Zahl der Jobs stieg auf 50000”

Erstellt 22.02.05, 07:00h

Forschungsministerin Bulmahn zum Technologie-Standort Deutschland: Die SPD-Politikerin setzt auf eine rasche Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in neue Produkte. Vor einem Kongress über optische Technologien sprach Sibylle Quenett mit der Forschungsministerin.

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Forschungsministerin Edelgard Bulmahn
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Forschungsministerin Edelgard Bulmahn
Die SPD-Politikerin setzt auf eine rasche Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in neue Produkte. Vor einem Kongress über optische Technologien sprach Sibylle Quenett mit der Forschungsministerin.

KÖLNER STADT-ANZEIGER: Frau Bulmahn, welche Bedeutung haben optische Technologien für den Standort Deutschland?

EDELGARD BULMAHN: Sie haben eine große Bedeutung für den Maschinenbau, die Automobilindustrie oder auch die Medizintechnik. Schon 16 Prozent der Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe sind dadurch beeinflusst. Außerdem sind in der optischen Industrie selbst viele neue Jobs entstanden. Von 1986 bis 2004 stieg die Zahl der Arbeitsplätze von 7000 auf 50 000. Die Branche rechnet damit, dass es bis zum Jahr 2010 weitere 40 Prozent mehr Beschäftigung geben wird.

Deutschland ist vom Importeur zum Exporteur modernster optischer Technologien geworden. Wie wurde das möglich?

BULMAHN: Dahinter steckt eine gezielte Förderung des Ministeriums, zusammen mit den Forschungsinstituten und der Industrie. Die Erfolge wurden möglich durch eine schnelle Anwendung der Ergebnisse.

Ist es politisch einfacher, in physikalische Forschung zu investieren als in die Gentechnologie?

BULMAHN: In der physikalischen Forschung, ganz besonders in optischen Technologien verknüpft mit Produktionstechniken, ernten wir heute die Früchte unserer konsequenten Förderstrategie der letzten Jahre. Das zeigt sich in Produkten und Beschäftigung. In der Biotechnologie oder in der Gesundheitsforschung müssen Sie von Zeiträumen von wenigstens 10 bis 15 Jahren ausgehen.

Spricht der Erfolg nicht für gezielte Förderung innovativer Mittelständler statt globaler Unternehmen?

BULMAHN: Wir fördern schon seit langem sehr viele kleine und mittlere Unternehmen. Das Bild, dass Forschungsförderung nur etwas für Großbetriebe sei, ist falsch. Gerade im Bereich neuer Techniken, nicht nur optischen Technologien, sondern auch in der Steuer- und Regeltechnik, der Biotechnologie oder etwa der Nanotechnik arbeiten viele junge Unternehmen. Mit der Nanotechnologie haben Sie übrigens auch die Verbindung zur Gesundheitsforschung.

Welche Rolle spielt die Kooperation mit Spitzen-Universitäten, etwa der Technischen Hochschule (TH) in Aachen?

BULMAHN: Mein Ministerium will mit der Förderung auch die Schaffung sehr leistungsfähiger Forschungs-Schwerpunkte ermöglichen. Die gleiche Zielsetzung verfolgen wir ja auch mit dem Wettbewerb Spitzen-Universitäten. Aachen würde dabei sicherlich eine große Rolle spielen. Wir haben in der Region neben der TH auch sehr leistungsfähige Institute und Unternehmen wie etwa Aixtron.

Wird Deutschland angesichts der Pisa-Misere auch noch in 15 Jahren über die Forscher und Techniker verfügen, um diese Erfolgsstory fortsetzen zu können?

BULMAHN: Die Pisa-Studie hat uns bedrückende und erschreckende Erkenntnisse geliefert. Ich will aber lieber die Chance betonen, jetzt das Bildungssystem zügig zu verbessern. Dazu zählt das Ganztagsschulprogramm. Es ist auch richtig, dass etwa NRW ganz gezielt die Grundschulausbildung verbessert. Gleichzeitig haben wir es seit 1998 erreicht, dass die Zahl der Studenten in den naturwissenschaftlichen Fächern um 70 Prozent gestiegen ist.



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