Von ERNST SCHNITZLER, 28.02.05, 06:48h
Düsseldorf - Winfried Schmidt war fassungslos. Knapp 80 Meter vor dem Ende des 3000-Meter-Rennens bei den vierten Deutschen Senioren-Hallenmeisterschaften sah der Kölner Bäckermeister (TuS rrh.) in der Klasse M 55 wie der erfolgreiche Titelverteidiger aus. Doch auf dem Zielstrich fing Klaus Augustin (Witten / 9:51,95 Minuten) den in den letzten Jahren so erfolgreichen Mittel- und Langstreckenläufer (9:52,10 Minuten) noch ab.
Ich fühlte mich schon wie der neue und alte Deutsche Meister, da der Ansager beim Einbiegen auf die Zielgerade per Mikrofon von einer erfolgreichen Titelverteidigung sprach, sagte Winfried Schmidt, nach dem Rennen sichtlich geschockt und enttäuscht von der hauchdünnen Niederlage. Dennoch: Die Vizemeisterschaft ist ein Riesenerfolg für Winfried, stellte TuS-Trainer Günter Kuxdorf fest. Vor 14 Tagen hatte er sich bei der Refrath-Serie erneut eine leichte Verletzung zugezogen, und daher war sein Start bis zum letzten Augenblick sehr fraglich. Aufgrund der nicht optimalen Vorbereitung hatte der TuS-Läufer am Samstag auf eine Teilnahme über 800 Meter verzichtet.
Dem kleinen Aufgebot des Kölner Klubs blieb zwar ein Titelgewinn versagt, doch in den Mittelstreckenentscheidungen zog sich die Mannschaft trotz der starken Konkurrenz ausgezeichnet aus der Affäre. Über 800 Meter der Klasse M 30 bot Rana Bhattacharjee eine starke Vorstellung und wurde in beachtlichen 1:56,79 Minuten mit der Silbermedaille belohnt. Ebenfalls Vizemeister wurde auf der gleichen Strecke in der M 40 Reinhard Brüning in einer Zeit von 1:59,36 Minuten. Das gute Abschneiden rundete Joachim Zeidler als Dritter in der Klasse M 35 in 2:04,17 Minuten ab. Für uns waren das sehr erfolgreiche Meisterschaften, freute sich TuS-Coach Kuxdorf.
Der Zehnkämpfer Holger Kemper (LT DSHS) konnte sich in der Landeshauptstadt über den Gewinn von zwei Vizemeisterschaften freuen. Der vielseitige Kölner überquerte im Stabhochsprung der Klasse
M 30 3,80 Meter; bei den gleichzeitig ausgetragenen dritten Winterwurfmeisterschaften flog sein Speer auf 53,97 Meter. Aus beruflichen Gründen war die Vorbereitung nicht optimal, sonst wäre noch einiges mehr möglich gewesen, bekannte Holger Kemper. Die angestrebte Medaille über 4 x 200 Meter blieb dem Kölner Klub allerdings versagt, denn aufgrund eines Wechselfehlers wurde das LT-Quartett disqualifiziert.
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