Schriftgröße

„Hostage - Entführt”: Das Syndikat besteht auf Bruce Willis

Von UWE MIES, 17.03.05, 05:30h

Bruce Willis kehrt ins harte Action-Geschäft zurück und beglückt die zuletzt arg darbenden Fans mit einem überraschend intelligenten Thriller.

„Hostage - Entführt“: ein überraschend intelligenter Thriller von Florent Siri.

Der ehemalige Unterhändler bei Geiselnahmen, Jeff Tally, leitet nun ein ruhiges Polizeirevier in den Bergen vor Los Angeles. Hier wird Tally von seiner Vergangenheit eingeholt, als eines Tages ein Finanzprüfer und seine beiden Kinder in seinem Hause von jugendlichen Verbrechern überfallen und gefangen gehalten wird. Tally überträgt den Fall an die nächsthöhere Dienststelle und gerät genau dadurch selbst in die Klemme. Denn der Finanzprüfer im Haus steht in engem Kontakt zu einem mächtigen Gangstersyndikat, und dort will man, dass Tally sich der Sache persönlich annimmt. Als Druckmittel hat man dafür seine Familie entführt.

Bruce Willis kehrt ins harte Action-Geschäft zurück und beglückt die zuletzt arg darbenden Fans mit einem außerordentlich spannend inszenierten Reißer. Der Star, der auch produzierte und bei der Gelegenheit seine Tochter Rumer in die Besetzung schmuggelte, zeigt sich dabei (von den Haaren einmal abgesehen) in guter physischer Form und mit gewohnt großer Leidensbereitschaft.

Raffinierte Haken

Der Film drum herum ist ein präzise zugeschneidertes Vehikel, und damit wäre für viele Hollywood-Regisseure der Job auch schon erledigt. Der Franzose Florent Siri aber erkannte das Potenzial des zugrunde liegenden Romans von Robert Crais für raffinierte Handlungshaken und effektsichere Zuspitzungen. Er sah und nutzte aber auch die visuellen Möglichkeiten, die sich aus dem modernistisch konzipierten Geiselhaus und seiner Lage in den Bergen herauskristallisierten. Die attraktiven Cinemascope-Bilder verschweißen sich nahtlos mit dem intelligenten Drehbuch, aber die wahre Sensation sind die Schurkenrollen. Vor allem der einst so zarte Ben Foster („Liberty Heights“) gibt in schwitzigen Nahaufnahmen einen faszinierend unberechenbaren Psycho-Teen.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

Anzeige


WAS.WANN.WO.


Bildergalerien


Kölner Stadt-Anzeiger auf dem iPad


Studio DuMont


Video


Kolumne


Extra


Stadtmenschen Community


Extra


Die andere Meinung


ksta shop


Links


Dienste