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Charlie Parker starb vor 50 Jahren

Erstellt 11.03.05, 10:04h

Fünf Jahrzehnte ist es her, dass der maßgebliche Gründer des Bebop und wohl größte Saxofonist aller Zeiten starb. Charlie `Bird" Parker erlag nach einem kurzen turbulenten Leben am 12. März 1955 einem Herzinfarkt.

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Charlie Parker
New York - Fünf Jahrzehnte ist es her, dass der maßgebliche Gründer des Bebop und wohl größte Saxofonist aller Zeiten starb. Charlie "Bird" Parker erlag nach einem kurzen turbulenten Leben am 12. März 1955 einem Herzinfarkt. Sein Todestag jährt sich an diesem Samstag zum 50. Mal. Parker gilt neben Louis Armstrong und Ornette Coleman als einer der drei "revolutionären Genies" des Jazz. Regisseur Clint Eastwood schuf 1988 mit seinem Film "Bird" ein Mammut-Porträt des schwarzen Musikers und Komponisten.

In nächtelangen Jam-Sessions hatte Parker Anfang der 40er Jahre in Harlem die Abkehr von der ihm allzu glatten und kommerziellen Swingmusik gesucht. Zusammen mit dem Trompeter Dizzy Gillespie, dem Pianisten Thelonious Monk und Schlagzeuger Kenny Clarke brach er mit allen bis dahin gültigen Gesetzen von Harmonie und Rhythmus und entwickelte einen Stil, der von hektischen und krassen Tonsprüngen geprägt war: Der Bebop, wie seine Pioniere ihn nannten, leitete die Ära des modernen Jazz ein.

Parkers Aufstieg zum legendären "Bird" war zugleich der Weg in den Tod. Jeden Tag musste der Saxofonist sich und der Umwelt sein Können neu beweisen. Seine Heroin- und Alkoholabhängigkeit führten wiederholt zum Zusammenbruch und trieben ihn in die Psychiatrie. Anfang der 50er Jahre holte ihn sein exzessiver Lebensstil ein: Er verpasste Auftritte, konnte seine Bandmitglieder nicht mehr bezahlen und erhielt Hausverbot in mehreren New Yorker Nachtclubs. Als seine kleine Tochter starb und und die vierte Ehe zerbrach, unternahm er einen Selbstmordversuch.

Parkers Songs reflektieren zwischen den Tönen Schmerz, Einsamkeit und eine undefinierte Sehnsucht. Seine melancholischen Texte sind wie ein Soundtrack zum eigenen Leben. Zu den Stücken aus seiner kreativsten Zeit Mitte bis Ende der 40er Jahre gehören "Ornithology", "Yardbird Suite", "Night in Tunisia" und "Relaxin' at Camarillo". Jazzgiganten des 21. Jahrhunderts wie Wynton Marsalis knüpfen noch heute an seine Tradition an. (dpa)


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