Von UWE MIES, 31.03.05, 05:30h
Leila ist eine junge Frau von etwa Mitte 20, und sie trägt nicht gerne Schuhe. Deshalb hat der Film seinen Titel, und deshalb spielt er auch im Sommer. Damit sind die schlüssigen Aspekte der neuen Regiearbeit von Til Schweiger auch schon benannt. Alles andere ist eine Frage des persönlichen Geschmacks, vor allem die Geschichte und wie sie aufgezäumt ist. Schweiger gibt wieder den Unbekümmerten, der diesmal Nick heißt und der eher missratene Sohn reicher Eltern ist. Er lebt das Leben und scheitert an Alltagshürden wie etwa einer halbwegs konkreten Berufsauffassung. Nick kann nichts richtig, weshalb er ständig seine Jobs verliert und dem Mann vom Arbeitsamt allmählich der Geduldsfaden reißt.
Als letzte Chance wird Nick als Putzkraft in eine Nervenheilanstalt vermittelt, wo er noch am gleichen Tag (im Anzug!) aufläuft. Weil er den Putzwagen unbeaufsichtigt lässt und ein Patient die Domestos-Flasche austrinkt, ist Nick den Job so schnell los, wie er ihn bekommen hat. Bei der inneren Einkehr auf der Toilette trifft er auf Leila, die sich gerade mit dem Strick das Leben nehmen will. Nick tritt dazwischen, wird ungewollt zum Traumprinzen der hypersensiblen Frau. Leila folgt ihm auf Schritt und Tritt, auch aus der Anstalt heraus, was keine Szene für Wahrscheinlichkeitskrämer ist.
Der Rest ist klassische Kumpelromantik mit milden Ambitionen in Richtung einer Sophisticated Comedy. Das Pärchen kommt zunächst überhaupt nicht und dann langsam immer besser miteinander klar. Fünf Autoren haben an der Story gedoktert, was ein starkes Indiz für die uneinheitliche Erzählweise ist. Postmodern war wohl der Überbegriff für ein Umfeld, das einerseits zeitgemäß ist, andererseits mit dekorativen Elementen aus den 60er Jahren kokettiert.
Gaststars als Ablenkung
Eine Menge Gaststars (u. a. Jürgen Vogel, Nadja Tiller, Michael Mendl, Steffen Wink, Alexandra Neldel, Janine Kunze) werden in komisch gemeinten, meist aber nur peinlich verzeichneten Neben- und Minirollen aufgefahren und dienen dabei nur der Ablenkung, dass rund ums zentrale Pärchen rein gar keine Substanz vorhanden ist. Dass der Film sich dennoch einen gewissen zarten Charme erhalten kann, liegt an den intimen Momenten zwischen Til Schweiger und seiner Partnerin Johanna Wokalek, die der labilen Leila zwischen Stauneaugen und Sesamstraßen-Fragen eine sanfte Verletzlichkeit bewahrt. In Ansätzen erreicht das Märchen von der Läuterung des Bruders Leichtfuß durch das unschuldige Engelskind eine berührende Qualität, was aber stets nur kurz währt, weil läppische Gags und falsche Attraktionen immer wieder dazwischenhauen.
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