Erstellt 05.04.05, 07:15h, aktualisiert 05.04.05, 09:14h
Dr. Lutz Dalbeck, stellvertretender Leiter der Biologischen Station Düren, widmete sich im Rahmen einer Vortragsveranstaltung des Naturschutzbundes (NABU), Kreisverband Euskirchen, dem „Vogel des Jahres 2005“. Insbesondere beleuchtete er die Situation der Uhus in der Eifel. Vor ambitionierten Naturschützern und interessierten Laien konnte er im Saal der Volkshochschule in Euskirchen mit Stolz behaupten, dass der faszinierende Vogel inzwischen wieder in allen Bundesländern heimisch ist.
Die größte Eule Europas war von jeher verfolgt worden, sagte man ihr doch unheilbringende Kräfte nach. „Im Mittelalter galt der Uhu als todbringender Vogel des Teufels, was heute noch an den Namen traditioneller Uhu-Brutfelsen, wie beispielsweise der „Teufelsley“ im Rurtal, zu erkennen ist. Bis in die Neuzeit nagelte man Uhus und andere Eulen an Haus- oder Scheunentore, um Blitzschlag und Zauberei fern zu halten“, erklärte Dalbeck.
Ganz verschwunden
Aber erst die konsequente Verfolgung des „Raubzeugs“ mit modernen Waffen durch die Preußen und die ab Mitte des 19. Jahrhunderts verbreitete „Hüttenjagd“ führten zu einem drastischen Rückgang. In weiten Teilen Mitteleuropas war der Uhu zwischen 1935 und 1965 völlig verschwunden.
Dalbeck verwies auf die Anfang der 60er Jahre gegründeten Uhu-Schutzprojekte wie die „Aktion zur Wiedereinbürgerung des Uhus“ (AzWU) und die Nachfolgeorganisation „Europäische Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen e.V.“ (EGE), die in Heimbach ihren Sitz hatten.
Zurück in die Eifel
Auf der Basis von Volieren-Nachzuchten wollte man damals den Uhu in die Mittelgebirge zurückholen, wobei die Eifel von Beginn an ein regionaler Schwerpunkt des Projekts war. Anfang der 70er Jahre wurden die ersten Jungtiere freigelassen. Schon 1987 schlüpften im Freiland mehr Jungtiere als in den Volieren, so dass die Nachzucht der Uhus langsam wieder zurückgefahren werden konnte.
„Insgesamt wurden europaweit mehr als 2500 Uhus freigelassen. In Deutschland haben sich mittlerweile etwa 1000 Paare etabliert und in den Beneluxländern etwa 50. Mit den rund 30 in Dänemark kann man von einer stabilen Population nördlich der Alpen ausgehen“, meinte Dalbeck. Ganz sorgenfrei sei man jedoch nicht, denn heute habe der Uhu mit den „Nebenwirkungen der Zivilisation“ zu kämpfen.
Insbesondere die Störungen an den im Fels gebauten Nistplätzen führten immer wieder zum Verlust ganzer Bruten. Auch ungesicherte Stromleitungen und die fortschreitende Zerstörung ihres Lebensraumes durch den Bau von Autobahnen oder Industriegebieten würden den großen Vögeln immer noch zum Verhängnis.
Dalbeck äußerte abschließend die Hoffnung, dass auch die nachfolgenden Generationen den großen Greif noch erleben können.
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