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Direktorin in Brühl entlassen

Von BETTINA JOCHHEIM, 09.04.05, 07:04h

Also doch: „Die Stiftung Max Ernst hat mit sofortiger Wirkung das Arbeitsverhältnis mit der Museumsdirektorin Bettina Mette beendet.“

Also doch: Das Max-

Ernst-Museum trennt sich von Bettina Mette.

Rund 60 Interessierte hatten sich am Donnerstagabend im Kölner Crowne Plaza Hotel eingefunden. Bettina Mette sollte einen Vortrag über das Max-Ernst-Museum in Brühl halten. Doch dazu kam es nicht mehr. Stattdessen verlas die Mitorganisatorin Irmgard Sellmann ein Fax, das sie unmittelbar vor der Veranstaltung aus dem Museum erhalten hatte und demzufolge Mette „leider nicht an der Veranstaltung teilnehmen kann“. Gründe wurden nicht genannt. Seit gestern liegen sie auf der Hand: „Die Stiftung Max Ernst hat mit sofortiger Wirkung das Arbeitsverhältnis mit der Museumsdirektorin Bettina Mette beendet.“ Zur Begründung heißt es: „Die notwendigen Voraussetzungen für eine effektive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Stiftungsgremien bestehen nicht.“

Was genau die Zusammenarbeit zerrüttet hat, mochte das städtische Vorstandsmitglied der Stiftung, Dieter Nahlik, gestern nicht konkretisieren. Noch vor drei Wochen hatte der Stiftungsrat des Museums zu einer Pressekonferenz geladen, um bekannt zu geben, dass das Museum nicht - wie geplant - am 23. April, sondern erst am 3. September eröffnet werden könne. Dabei waren die Mitglieder von Stiftungsvorstand und Stiftungsrat darum bemüht, Spekulationen aus der Welt zu schaffen, nach denen das Brühler Museum Baumängel und Feuchtigkeitsschäden aufweise. Zudem bezeichnete Vorstandsmitglied Gert Schönfeld die schon damals gestellte Frage nach der Zukunft Bettina Mettes als Museumsdirektorin als „unverantwortliche Personaldiskussion“. Werner Spies, Max-Ernst-Experte und Vorsitzender der Stiftung, sprach Mette das volle Vertrauen aus: „Sie ist unsere Direktorin. Mit ihr werden wir das Museum eröffnen.“ Inzwischen aber ist Gabriele Uelsberg, Direktorin des Rheinischen Landesmuseums Bonn, kommissarisch mit der Leitung des Max-Ernst-Museums betraut worden - „bis wir einen neuen Leiter oder eine neue Leiterin gefunden haben“, sagte Nahlik. Auf die Frage, warum Jürgen Pech, immerhin langjähriger Leiter des Max-Ernst-Kabinetts in Brühl, diese Aufgabe nicht zunächst einmal übernehmen könne, gab es keine Antwort. Noch im Februar 2004 war Pech offiziell als Mettes Stellvertreter vorgestellt worden. Mette selbst hat nach eigenen Angaben erst am Donnerstagabend von ihrer fristlosen Entlassung erfahren. Da sich die 42-jährige Kunsthistorikerin juristische Schritte vorbehält, möchte sie sich zu der Vorgehensweise der Stiftung Max Ernst nicht äußern. Somit bleibt zur Zeit noch ungewiss, ob Mettes Entlassung im Zusammenhang mit einer öffentlichen Äußerung steht. Sie hatte sich skeptisch über das Ergebnis des Gutachters geäußert, der Feuchtigkeitsschäden verneint hatte. Fraglich ist, ob es ein Zufall ist, dass die Mitglieder des Stiftungsrats und Stiftungsvorstands just zum Zeitpunkt der Kündigung in New York weilen, wo gerade eine Max-Ernst-Retrospektive eröffnet worden ist.



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