Von PETER BERGER UND CHRISTOPH HOFFMANN, 11.04.05, 09:42h
Wenn Elefantenbulle Bindu einen Ausflug ins Kuhgehege unternehmen darf, sind im Zoo seit kurzem Sicherheitskräfte im Einsatz. Sie müssen darauf achten, dass keiner die Absperrungen an den Besucherkanzeln im neuen Elefantenpark überwindet. Denn der 35 Jahre alte Neuzugang aus dem Zoo von Port Lympne in England könnte an die Besucher heranreichen. Das ist nicht ungefährlich, schließlich ist Bindu nicht nur kräftig, sondern kann mit ausgestrecktem Rüssel durchaus Höhenunterschiede von sechs Metern überwinden.
Der Zoo wird die Besucherkanzeln in Kürze so verändern, dass keine Gefahr mehr besteht. Der kaufmännische Vorstand des Zoos, Christopher Landsberg, hält das für dringend erforderlich: „Einige Besucher halten ihre Kinder über die Brüstung, damit sie besser sehen können. Das ist jedoch absolut leichtsinnig und gefährlich. Bindu ist ein ziemlich großer Elefant, er hat eine Schulterhöhe von 3,50 Meter.“
So lange die Kanzeln nicht verändert sei, werden sie für Besucher gesperrt bleiben. „Eigentlich ist es ja erwünscht, dass Bindu mit den Kühen in ihrem Gehege zusammen- kommt. Wir werden ihn aber jetzt erst mal wieder in sein Gehege zurückbringen, damit nichts passiert“, so Landsberg.
Dass die Vorsichtsmaßnahme durchaus sinnvoll ist, beweist ein Blick in die Vergangenheit. 1984 kam es im Tierpark von Port Lympne zu einem tragischen Unglücksfall. Dort hatte ein Tierpfleger das Elefantengehege betreten und Bindu nicht beachtet. Der Elefantenbulle schlang seinen Rüssel um den 22-Jährigen und drückte ihn gegen ein Eisengitter. Der Pfleger wurde tödlich verletzt.
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