Der Neubau für das Max-Ernst-Museum in Brühl
Der Neubau für das Max-Ernst-Museum in Brühl
Brühl - Das Max-Ernst-Museum in Brühl hat sich von
seiner Direktorin Bettina Mette (43) getrennt. Beim Aufbau des
Museums, das am 3. September eröffnet werden soll, sei es zu
Differenzen gekommen, hieß es in einer Mitteilung der Geburtsstadt
des Surrealisten Max Ernst (1891-1976). Die Voraussetzungen für eine
"effektive und vertrauensvolle Zusammenarbeit" mit der
Museumsstiftung bestünden nicht mehr. Mette erklärte am Montag der
dpa, sie könne zu dem Vorgang "im Moment aus juristischen Gründen
nichts sagen".
Im Vorfeld der verschobenen Museumseröffnung, bei der von
Baumängeln die Rede war, hätten die Ernst-Stiftung und die Stadt
einen "konsequenten Verschleierungs- und Vertuschungskurs" gefahren,
kritisierten die Grünen im Brühler Rat. Diese Haltung sei
"respektlos" gegenüber den "qualifizierten, motivierten und
vielleicht auch in der Sache unbequemen Mitarbeitern" des Hauses,
meinten die Brühler Grünen: "Baumängel lassen sich nicht kündigen
oder wegdiskutieren."
Schon vor Wochen war in der rheinischen Kunstszene spekuliert
worden, dass es wegen baulicher Mängel, auf die die Direktorin
aufmerksam gemacht habe, zu schweren Spannungen zwischen der Stiftung
und der Kunsthistorikerin gekommen sei. Noch Mitte März hatte es aus
dem Stiftungsrat geheißen, nicht die längst behobenen
Feuchtigkeitsschäden, sondern erwartete bedeutende Leihgaben seien
Grund für die mehrmonatige Verschiebung der Eröffnung; eine weitere
Zusammenarbeit mit Direktorin Mette sei gesichert.
Als Kurator soll nun nach Mitteilung der Stadt Brühl der
international bekannte Ernst-Experte Prof. Werner Spies das Museum
zur Eröffnung bringen. Geleitet werde es von der Direktorin des
Rheinischen Landesmuseums Bonn, Gabriele Uelsberg.
Auf rund 2400 Quadratmetern wird das in einem sanierten
klassizistischen Haus residierende Museum das Werk des
surrealistischen Künstlers vorstellen, der seit 1922 in Paris und den
USA Weltgeltung erlangt hat. Zum Museumsbestand gehören unter anderem
fast vollständig die Arbeiten auf Papier von Max Ernst sowie 60
Skulpturen aller Schaffensphasen aus dem Nachlass des bedeutenden
Künstlers. (dpa)