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Affäre um Max-Ernst-Museum

Von BETTINA JOCHHEIM, 11.04.05, 11:02h, aktualisiert 11.04.05, 13:36h

Das Max-Ernst-Museum in Brühl hat sich überraschend von seiner Direktorin Bettina Mette getrennt. Die neue Leiterin ist Direktorin im Rheinischen Landesmuseum Bonn.

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Der Neubau für das Max-Ernst-Museum in Brühl
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Der Neubau für das Max-Ernst-Museum in Brühl
Brühl - Das Max-Ernst-Museum in Brühl hat sich von seiner Direktorin Bettina Mette (43) getrennt. Beim Aufbau des Museums, das am 3. September eröffnet werden soll, sei es zu Differenzen gekommen, hieß es in einer Mitteilung der Geburtsstadt des Surrealisten Max Ernst (1891-1976). Die Voraussetzungen für eine "effektive und vertrauensvolle Zusammenarbeit" mit der Museumsstiftung bestünden nicht mehr. Mette erklärte am Montag der dpa, sie könne zu dem Vorgang "im Moment aus juristischen Gründen nichts sagen".

Im Vorfeld der verschobenen Museumseröffnung, bei der von Baumängeln die Rede war, hätten die Ernst-Stiftung und die Stadt einen "konsequenten Verschleierungs- und Vertuschungskurs" gefahren, kritisierten die Grünen im Brühler Rat. Diese Haltung sei "respektlos" gegenüber den "qualifizierten, motivierten und vielleicht auch in der Sache unbequemen Mitarbeitern" des Hauses, meinten die Brühler Grünen: "Baumängel lassen sich nicht kündigen oder wegdiskutieren."

Schon vor Wochen war in der rheinischen Kunstszene spekuliert worden, dass es wegen baulicher Mängel, auf die die Direktorin aufmerksam gemacht habe, zu schweren Spannungen zwischen der Stiftung und der Kunsthistorikerin gekommen sei. Noch Mitte März hatte es aus dem Stiftungsrat geheißen, nicht die längst behobenen Feuchtigkeitsschäden, sondern erwartete bedeutende Leihgaben seien Grund für die mehrmonatige Verschiebung der Eröffnung; eine weitere Zusammenarbeit mit Direktorin Mette sei gesichert.

Als Kurator soll nun nach Mitteilung der Stadt Brühl der international bekannte Ernst-Experte Prof. Werner Spies das Museum zur Eröffnung bringen. Geleitet werde es von der Direktorin des Rheinischen Landesmuseums Bonn, Gabriele Uelsberg.

Auf rund 2400 Quadratmetern wird das in einem sanierten klassizistischen Haus residierende Museum das Werk des surrealistischen Künstlers vorstellen, der seit 1922 in Paris und den USA Weltgeltung erlangt hat. Zum Museumsbestand gehören unter anderem fast vollständig die Arbeiten auf Papier von Max Ernst sowie 60 Skulpturen aller Schaffensphasen aus dem Nachlass des bedeutenden Künstlers. (dpa)

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