Von UWE MIES, 26.05.05, 08:37h, aktualisiert 01.06.05, 19:50h
Ein Trend hat sich in Hollywood durchgesetzt, und es profitieren Schauspieler davon, deren Karriere eigentlich schon vorbei schien. Seit Robert DeNiro in „Meine Braut, ihr Schwiegervater und ich“ mit boulevardesker Grobmimik den schlecht gelaunten Familienknochen gab und der Film nicht zuletzt deshalb zum Welterfolg wurde, sprudeln die Comebacks im familienkompatiblen Komödienfach.
Im Frühjahr kam es in „Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich“ zu einem unerwarteten Wiedersehen mit Barbra Streisand, die sich in den letzten 20 Jahren genau viermal auf der Leinwand zeigte. Dass es dann ausgerechnet Klamauk mit Witzblatt-Humor von vorgestern sein musste, hat die Streisand wenig gekümmert. Und weil Schwiegereltern nun mal angesagt sind, taucht plötzlich auch Jane Fonda aus der Versenkung auf.
Jane Fonda, zweifache Oscar-Preisträgerin, die 15 Jahre lang Hollywood verschmähte, fand nun die künstlerischen Voraussetzungen für ein Comeback gegeben - als alternde und deshalb frisch geschasste TV-Ikone Viola Fields. Sie bringt auf, dass ihre Karriere nichts mehr gilt in einer Welt, in der unterbelichtete Schlagersternchen den Ton angeben. Und kaum hat sie sich beruhigt, da wartet Sohnemann Kevin (Michael Vartan) mit der Nachricht auf, dass er endlich die Frau fürs Leben gefunden hat.
Charlotte ist verhinderte Kostümbildnerin, führt zwischenzeitlich Hunde aus und schiebt bei einem Arzt Telefondienst. Aber sie ist hübsch und charmant und meint es ernst mit der Liebe. All das, was Kevin also gutgefällt, lässt Viola rot sehen. Und deshalb soll die angehende Braut mit allen unerlaubten Mitteln aus dem Hause geekelt werden.
So kommt es also zum Gipfel der Gehässigkeiten zwischen Jennifer Lopez, die sich wieder einmal als unschuldiges Reh präsentiert, und eben Jane Fonda, die hier rund ein Dutzend Gucci-Kollektionen vorführt und nonchalant den Beweis antritt, dass Aerobic-Schweiß sich auch Jahrzehnte später in flotter Figur auszahlt.
Kein Film zum Chic
Dummerweise gibt es zum Chic keinen Film, da Buch und Regie sich damit begnügen, das komische Potenzial in der Aneinanderreihung derber Witze auszuschöpfen. Hier und da sind dann tatsächlich ein paar Lacher herausgekommen, aber es tut schon weh zu sehen, was da an Möglichkeiten verschenkt wurde. Doch genau das fand Jane Fonda offenkundig gut genug für ein glamouröses Comeback nach Maß. Gespenstisch.
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige

Frankfurter Rundschau
Syrien - Kämpfe nahe DamaskusVoice of Germany - Die neue Stimme Deutschlands

EXPRESS
Vermisst! - Polizei sucht Jasmin M. (11) aus Köln-MerheimMaria aus der Ukraine - Dieses Junkie-Portrait gehört zu besten Bildern der Welt

Spiegel Online
Sexismus im Alltag: Die schrottreife Frau ab 50Berlinale-Blog: Und was hat das mit Ihnen zu tun?