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Kaum einer lässt sich die Ferien vermiesen

Von THOMAS WÜPPER, 13.06.05, 07:00h

Die deutsche Reisebranche entwickelt sich wieder zum Aufschwungmotor. „Die Geschäfte laufen noch besser als erwartet“, berichtet Verbandschef Klaus Laepple. Vor allem die Frühbucherrabatte hätten „voll eingeschlagen“.

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Beliebsts Reiseland der Deutschen bleibt Deutschland.
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Beliebsts Reiseland der Deutschen bleibt Deutschland.
Berlin - Die deutsche Reisebranche entwickelt sich wieder zum Aufschwungmotor. „Die Geschäfte laufen noch besser als erwartet“, berichtet Verbandschef Klaus Laepple. Vor allem die Frühbucherrabatte hätten „voll eingeschlagen“. Mallorca und die Türkei sind nach dem Urlaub im eigenen Land im Sommer die Lieblingsziele der Deutschen. Im Reisejahr 2005 werde man „ganz locker“ das angepeilte Umsatzplus von fünf Prozent erreichen, sagte der Präsident des Deutschen Reisebüro- und Reiseveranstalterverbands (DRV) im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Bereits in der abgelaufenen Wintersaison hatte das Geschäft mit den schönsten Wochen des Jahres bereits um sieben Prozent zugelegt. Voriges Jahr setzten die deutschen Reisebüros und Veranstalter rund 19 Milliarden Euro um.

Die bisherigen Buchungen für die laufende Sommersaison bescheren der Branche nun weiteres strammes Wachstum. Die Rabattstrategie vor allem der großen Veranstalter TUI, Thomas Cook und Rewe Touristik, die zusammen zwei Drittel des Marktes beherrschen, zahlt sich offenkundig aus. „Die Verbraucher lassen sich die Schnäppchen nicht entgehen und haben vielfach schon gebucht“, erläutert Laepple. In den vergangenen Jahren hatte der rasant wachsende Trend zum Last-Minute-Urlaub und zur Buchung übers Internet die lukrative Vermarktung der Hotel- und Flugkapazitäten zunehmend erschwert. Der Verbandschef räumt indes ein, dass die Frühbucherrabatte von bis zu zehn Prozent zu erheblichen Mitnahmeeffekten führen und nicht unbedingt neue Kunden locken. In der Regel verzichteten für die Billigofferten Hotels und Fluglinien auf einen Teil der Gewinnmarge. Die Veranstalter mit Ertragsspannen von im Schnitt zwei Prozent und die Reisebüros mit Margen von unter einem Prozent könnten dagegen meist keine Rabatte geben.

Hinter dem neuen Reiseboom verbirgt sich eine gespaltene Entwicklung. So nimmt der Trend zum Zweit- oder Dritturlaub weiter zu. Die durchschnittliche Dauer der Hauptferienreise ist laut Laepple inzwischen von früher 18 auf nur noch 12 Tage gesunken. Dafür packen viele Deutsche für einen Städte-, „Wellness“- oder Skiurlaub nochmals die Koffer. Ein erheblicher Teil der Bevölkerung kann sich jedoch überhaupt keine Reise leisten. Fachstudien zufolge verzichtete voriges Jahr jeder vierte Deutsche auf die Urlaubsfahrt. Solche Geringverdiener seien aber durchaus eine Zielgruppe der Branche, betont der DRV-Chef. Mit günstigem Pauschalurlaub, Ferienwohnungen und Camping gebe es ein breites Angebot auch für Einkommensschwache, das auf reges Interesse stoße.

Bei den Reisezielen sorgt vor allem Mallorca wieder für rege Geschäfte. „Die Insel erlebt eine echte Renaissance“, schwärmt Laepple. Das beliebteste Sonnenziel der Deutschen sorgt allein für ein Zehntel des Branchenumsatzes, hatte zuletzt aber auch wegen als zu hoch empfundener Preise deutliche Einbrüche bei den Gästezahlen erlebt. Auch die Türkei erwartet in diesem Jahr einen weiteren Besucheransturm aus Deutschland mit zweistelligen Wachstumsraten. Mit neuen Themenhotels wie Topkapi oder Kreml, neuen Ferienorten wie Lara bei Antalya, zuverlässigen Hotelstandards und günstigen „All-inclusive-Angeboten“ mache das Land „alles richtig“, so Laepple.

Das mit Abstand beliebteste Reiseziel der Deutschen bleibt aber auch in diesem Sommer die eigene Heimat. Neben Klassikern wie Oberbayern, der Ostsee und dem Schwarzwald laufe vor allem der Tourismus rund um Gesundheit und Wohnbefinden sehr gut. Die neuen Standards für „Wellness“-Hotels verschafften dem Reisenden dabei mehr Sicherheit, betont Laepple. Zuvor sei „viel Schindluder“ getrieben worden.



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