Von CLAUDIA KÖNSGEN, 24.06.05, 07:12h
Nichts kann an ihrem Geburtstag die Laune verderben. Doch noch während Haushälterin Lissy die idyllische mit Rasen, Sonnenblumen und pflanzenumrankten Laternen gestaltete Gartenlandschaft für die abendliche Party herrichtet, gerät ihr selbsterbauter Friede-Freude-Eierkuchen-Palast ins wanken. Denn als die Hausherrin, welche auf bezaubernde Weise von Ingrid Gerhards mit gekünstelter Hochnäsigkeit und Theatralik Leben eingehaucht bekommt, Besuch von ihrer Schwester bekommt, erleidet sie ihren persönlichen „Weltuntergang“. Denn mit dem plötzlichen Auftritt Glorias (Martina Claus), Besitzerin eines Domina-Studios, im schwarzen, körperbetonten Lackkleid mit Lederpeitsche, sieht Misses Campbell ihren Ruf in der Society akut gefährdet. Zusammen mit der von Heidi Kalverkamp sehr authentisch verkörperten diffus und überfordert wirkenden Lissy vergisst sie ihre guten Manieren und findet in Form von Schlaftabletten und Alkohol eine Lösung zur Beseitigung von Gloria, bevor die ersten Gäste eintreffen.
Diese Kaltstellung verläuft zum Leidwesen von Gastgeberin und deren Besuch allerdings nicht ohne Komplikationen. Die im weiteren Verlauf der Handlung von allen Seiten auftauchenden ungeahnten Überraschungen, die ein heiter-fröhliches Verwechslungsspiel perfekt machen, versprechen ein köstliches Vergnügen für den Zuschauer. Denn wenn der von der Mutter engagierte Butler in Wirklichkeit ein von Tochter Linda (Astrid Bomm) gemieteter Call-Boy ist, treiben harmlose Arbeitsaufträge von Misses Campbell, wie „Bedienen sie die Damen, aber auch die Herren“ Schweißperlen auf seine Stirn.
Aber am Ende erleidet die glänzende Oberfläche der Highsociety einen Totalschaden, worunter Lügen und Missverständnisse zum Vorschein kommen. Das mit vielen Klischees der pikfeinen Gesellschaft auftrumpfende Theaterstück, glänzt besonders durch die überzeugende Leistung in Gestik und Mimik und der etwas hochgestochenen und zum Teil akzentangereicherten Sprache der zwölf Schauspieler. Für die Komödie in zwei Akten von Ulrich G. Engelmann bekommt die Theatertruppe, seitdem die Jugendtheatergruppe im vergangenen Jahr aufgelöst wurde, Unterstützung von den in den Seniorenbereich herübergewechselten Jungschauspielern. So gibt es zum zehnjährigen Bestehen „immer noch frisches Blut.“
Karten gibt es noch für die Aufführung am Sonntag (16 Uhr) im Pfarrheim Annostraße in Happerschoß an der Tageskasse.
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