Von SEBASTIAN ZÜGER, 07.07.05, 07:27h
Was dem Oldtimer-Fan ein Audi 100, ist für Tobias Heim, Vorstand von „Digitale Kultur“, ein Amiga 500 der längst in Konkurs gegangenen Firma Commodore. Allerdings geht diese Leidenschaft über das Horten ausrangierter Geräte hinaus. „Digitale Kultur“ ist aus der Szene der Demo-Programmierer entstanden, die sich über den Wettbewerb definiert: Wer ringt seinem Rechner die tollsten Grafiken und waghalsigsten Animationen ab?
Als Plattform dafür dient alles, was programmierbare Mikrochips enthält: alte und neue Computer, Handys, Spielekonsolen, Gameboys, Handhelds und dergleichen mehr. Grafik, Musik und Animation ergeben zusammen ein Demo, eine Art Kurzfilm, den der Computer nicht wie ein Video einfach nur abspielt, sondern aus einem Programmcode in Echtzeit errechnet. Die besten Demos werden regelmäßig auf Partys rund um den Globus prämiert und ins Internet gestellt. Portale wie scene.org bieten Einblick in diese Welt. Sie funktionieren wie virtuelle Museen, die mittlerweile durch zwei Jahrzehnte Demogeschichte führen. Vor zwei Jahren zeigte das Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt eine Schau über Demos. „Digitale Kultur“ hat jetzt einen Server eingerichtet, der rund 300 Gigabyte Demomaterial bereithält: Ein Vorgeschmack auf Ende August, wenn auf der Kölner Demo-Party „Evoke“ Computerkünstler aus ganz Europa ihre neuen Kreationen vorstellen.<
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